20. Februar 2026, 8:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Spätestens 2028 soll der 2G weitgehend abgeschaltet werden. Das haben die großen Netzbetreiber beschlossen. 2G ist ein älterer Mobilfunkstandard, über den Geräte Daten senden und empfangen können. Viele ältere Handys nutzen ihn noch. Auch bestimmte Autos greifen darauf zurück, etwa für ein 2G-basiertes eCall-Notruf-System. Dieses System setzt bei einem Unfall automatisch einen Notruf ab. Fällt 2G weg, kann es hier zu Problemen kommen, etwa beim TÜV.
Was viele nicht bedenken: Auch zahlreiche E-Bikes sind vom 2G-Netz abhängig. Verschiedene Pedelecs bieten einen integrierten Diebstahlschutz mit Tracking-Funktion. Tracking bedeutet, dass sich der Standort des Fahrrads orten lässt. Dafür nutzen viele Modelle standardmäßig das 2G-Netz. Gleiches gilt für nachrüstbare Schlösser mit Alarm- und Ortungsfunktion. Ohne 2G könnten diese Funktionen künftig nicht mehr nutzbar sein.
VanMoof stellt 2G-Diebstahlschutz früher ein
Ein Informationsschreiben des niederländischen E-Bike-Herstellers VanMoof, über das Netzwelt.de berichtet, sorgt nun für zusätzlichen Ärger. Darin informiert das Unternehmen seine Kundschaft darüber, dass die in älteren Pedelecs integrierte Diebstahlsicherung samt Ortungsfunktion mit der Abschaltung des 2G-Netzes ihre Funktion verliert. VanMoof bezeichnet diesen Umstand als äußerst bedauerlich, nennt jedoch keine zufriedenstellende Lösung.
Besonders brisant ist der Zeitpunkt. Obwohl das 2G-Aus erst 2028 erfolgen soll, steht das Tracking über diesen Mobilfunkstandard bei VanMoof laut offizieller Website bereits ab 1. April 2026 nicht mehr zur Verfügung. Einen Grund für die vorzeitige Einstellung nennt das Unternehmen nicht.
Auch interessant: E-Bike für unter 500 Euro selbst bauen – geht das?
Tracking nur noch mit kostenpflichtigem Abo
Wer sein Fahrrad auch nach diesem Termin orten möchte, muss laut VanMoof ein Abo für den 2025 eingeführten Premium-Dienst Ride Pro abschließen. Der Dienst kostet regulär 99 Euro im Jahr. Aktuell wird er zum halben Preis angeboten. Neben der Diebstahlsicherung umfasst Ride Pro auch die Synchronisation der Fahrraddaten mit Fitness-Apps wie Apple Health und Google Health.
Der Service steht laut Hersteller für die vom 2G-Aus betroffenen Modelle S3 und X3 sowie ältere Räder bereit. Demnächst soll er auch für das S5, A5 und die S6-Serie verfügbar sein. Ride Pro nutzt Bluetooth für das Tracking. Bluetooth ist eine Funktechnik für kurze Distanzen zwischen Geräten. Wer kein zusätzliches Abo abschließen möchte, muss laut VanMoof künftig auf Diebstahlschutz verzichten. Auf Reddit sorgte diese Entscheidung bereits für viel Kritik.