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Wie man digitale Fotos am besten sortiert

Überblick behalten

Wie man digitale Fotos am besten sortiert

Freunde schauen gemeinsam aufs Smartphone
Vor allem, wenn man viele Fotos auf dem Handy hat, lohnt sich eine Sortierung. Foto: Getty Images

Smartphones, digitale Kameras, Mail- oder Messaging-Anhänge, Social Media, externe Festplatten – mit den digitalen Medien steigt auch die Flut an Bildern, die in wachsender Anzahl in irgendwelchen Ordnern schlummern. Nie war es so einfach, Fotos zu schießen. Wenn Sie allerdings ehrlich zu sich selbst sind: Der Großteil der Bilderschätzchen in Ihrer Sammlung fällt vermutlich unter die Kategorie: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Deswegen sollten Sie Ihre gesammelten Werke einmal kritisch unter die Lupe nehmen und sich von überflüssigem Datenmüll trennen. Eines vorweg: Bei gefühlt Millionen Fotos brauchen Sie vor allem Zeit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Bilderchaos beseitigen und dauerhaft Struktur in Ihr Foto-Archiv bekommen.

Seitdem es digitale Kameras gibt, sind wir alle Fotografen. Jeder Moment kann heute per Foto dokumentiert werden. Das ist grundsätzlich eine positive Entwicklung. Allerdings nehmen wir uns meistens keine Zeit mehr, die Fotos überhaupt bewusst anzuschauen. Bei den meisten digital geschossenen Erinnerungen lohnt das auch gar nicht, weil das Bild sowieso nur für einen bestimmten Zweck gemacht worden ist. Denken Sie an Fotos von Speisekarten, Busfahrplänen oder sonstigen visuellen Notizzetteln. Diese digitalen Meisterwerke können Sie getrost direkt in den Papierkorb verschieben.

Bringen Sie alle Fotos an einen Ort, um sie zu sortieren

Ihre erste Aufgabe ist simpel: Schauen Sie alle digitalen Medien auf Bilder durch. Entscheiden Sie sich anschließend für einen Speicherort; dorthin verschieben Sie sämtliche Fotos. Ein zentraler Ort erspart Ihnen nämlich schonmal die Suche über mehrere Medien hinweg. Am einfachsten ist es tatsächlich, Fotos am Computer zu sortieren.

Viele Cloud-Anbieter buhlen um Kunden. Häufig bekommen Sie per Smartphone schon kostenlosen Speicherplatz in der Cloud mitgeliefert. Deswegen bietet sich ein Speicherort in der Cloud an. So können Sie von jedem Ort aus auf Ihre Bildersammlung zugreifen. Das ist zwar sehr praktisch, allerdings auch unsicher. Bei den meisten Anbietern bleibt oft unklar, was mit den digitalen Bildern auf den Cloudservern passiert. Wenn Sie Kinder haben und darauf achten, keine Fotos Ihrer Sprösslinge über Social Media zu teilen, dürfte die Cloudlösung für Sie nicht in Frage kommen.

Deswegen versammeln Sie Ihre Fotos am besten auf einer ausreichend großen externen Festplatte. Als Speicher reicht 1 Terabyte vollkommen aus. In dieser Größenordnung müssen Sie ungefähr 40 Euro investieren, haben dafür allerdings eine sichere Speicherlösung für Ihre digitalen Bilder.

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Sinnvolle Ordnerstruktur anlegen

Sämtliche Arbeiten erledigen Sie dann bequem am Computer. Dort lassen sich die Bilder besser sortieren. Außerdem können Sie dort ganz einfach eine sinnvolle Ordnerstruktur aufbauen. Bevor Sie anfangen Ordner anzulegen, löschen Sie alle doppelten Bilder. Wenn Bilder von verschiedenen Medien an einem Speicherort zusammenkommen, ist die Wahrscheinlichkeit von Dubletten sehr hoch.

Zum Glück gibt es dafür Software. So müssen Sie die Suche nach doppelten Bildern nicht manuell durchführen. Microsoft bietet beispielsweise eine kostenlose App für den PC. Das Programm Duplicates Cleaner findet zuverlässig alle doppelten Dateien. Nur ein Klick und Sie haben bereits eine Menge Fotos entsorgt.

Je nach Größe Ihrer Bildersammlung legen Sie an Ihrem zentralen Speicherort Ordner mit Jahreszahlen an. Verschieben Sie Ihre Bilder dann in den passenden Jahresordner. So haben Sie zumindest schonmal eine grobe Filterung. In den Jahresordnern erstellen Sie dann weitere Ordner für eine feinere Sortierung. Folgende Kategorien könnten dafür sinnvoll sein:

  • Beruf,
  • Geburtstage,
  • Hochzeit,
  • Konzerte,
  • Lustiges,
  • Monate,
  • Personen,
  • Schule,
  • Silvester,
  • Städte,
  • Tiere,
  • Urlaube,
  • Weihnachten.

Diese Liste dient nur als Anregung. Selbstverständlich können Sie die Unterordner beliebig nach Ihren Bedürfnissen erweitern und anpassen.

Fotos sortieren erfordert auch kritisches Aussortieren

Nachdem die Dubletten bereits mit Hilfe einer App aussortiert worden sind, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Aussortieren von Bildern kann Ihnen leider keine App abnehmen. An welchen Bildern Ihr Herz hängt, entscheiden Sie ganz allein. Achten Sie beim Verschieben der Bilder in die vorher angelegten Ordner vor allem auf diese Dinge:

  • schlechtes Motiv,
  • unsinnige Bilder,
  • verwackelte Bilder,
  • zu hell oder zu dunkel.

Mit dieser Methode trennen Sie sich vermutlich von einem weiteren großen Datenstapel an Bildern.

Nun haben Sie in Ihren Ordnern nur noch die Bilder, mit denen Sie in irgendeiner Weise etwas verbinden. Auch darunter sind allerdings vermutlich Motive, von denen Sie sich problemlos trennen können. Fragen Sie sich einfach kritisch, ob Sie wirklich tausende Bilder Ihrer Kinder aus den Babytagen haben müssen. Vermutlich reichen auch einige wenige Fotos, bei denen die Qualität und das Motiv herausstechen.

Auf ähnliche Weise können Sie auch die Urlaubsfotos oder die Bilder diverser Geburtstage durchschauen. Behalten Sie wirklich nur die stärksten Motive oder die Bilder, die Sie beim Betrachten immer noch emotional ansprechen. Kleiner Tipp: Sie löschen nur Bilder. Die Erinnerungen bleiben Ihnen auf ewig erhalten.

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Sortierhilfen per App?

Für Computer und Smartphone gibt es unzählige Apps, um Ordnung in die eigene Bildersammlung zu bekommen. Die vorinstallierte Foto-App fürs iPhone oder Android-Smartphone bringt bereits einige nützliche Filter mit. Probieren Sie einfach aus, ob Sie damit Ihre Bilder sinnvoll strukturieren können.

Erwarten Sie allerdings keine Wunderdinge. Das Aussortieren bleibt Ihnen sowieso nicht erspart, wenn Sie Ihre Bildersammlung wieder in den Griff bekommen möchten. Und ganz ehrlich: Oft schaffen Apps nur zusätzliche Arbeit. Gerade bei kostenlosen Apps müssen Sie im Nachgang trotzdem grobe Sortierfehler per Hand ausbügeln. Dann fahren Sie mit der oben beschriebenen manuellen Methode deutlich schneller. Bei den zahlungspflichtigen Programmen sticht seit Jahren Lightroom von Adobe heraus. Mit so einer professionellen Foto-Software können Sie Bilder mit Schlagworten versehen und danach sortieren.

Außerdem bringt Lightroom eine KI-gestützte Filterfunktion mit. Beispielsweise arbeitet die Gesichtserkennung extrem zuverlässig – sehr hilfreich, wenn Sie Bilder nach Personen sortieren möchten. Auch kleinere Bildfehler verschwinden mit wenigen Klicks. Das hat selbstverständlich alles seinen Preis, eignet sich daher vermutlich eher für ambitionierte Fotofreunde und weniger für die private Bildersammlung.

Entwickeln Sie eine Routine, um Fotos zu sortieren

Wenn Sie sich schon die ganze Mühe gemacht haben, um Ihre Bildersammlung zu verschlanken, sollten Sie danach nicht in alte Muster zurückfallen. Deswegen noch ein paar Tipps, damit Sie nicht wieder in einer Flut von Bildern versinken:

  • Sichten Sie neue Bilder regelmäßig und sortieren Sie gleich aus, beispielsweise wöchentlich, monatlich oder vierteljährlich.
  • Denken Sie vor dem Drücken des Auslösers nach, ob Sie das Motiv, den Moment oder das Ereignis auch noch in einem Jahr voller Freude betrachten werden. Lautet die Antwort „Nein“, packen Sie die Kamera oder das Smartphone weg und genießen einfach den Moment.
  • Die berühmten digitalen Notizzettel, wie abfotografierte Speisekarten oder Busfahrpläne, sofort löschen, wenn diese nicht mehr benötigt werden.
  • Die lustigen Bildchen, die Ihnen andere per WhatsApp und Co zusenden, laden Sie erst gar nicht herunter. So geht’s bei WhatsApp: Drei Punkte auswählen -> Einstellungen -> Chats -> Sichtbarkeit von Medien ausschalten.
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