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Ukraine und Russland

Falscher Strahlenalarm! Hacker greifen offizielle Warn-Apps an

Graue LEGO Godzilla Figur mit blauen Rückenstacheln steht auf einem grünen Podest in einem Wohnraum.
Menschen suchen während eines nächtlichen russischen Angriffs Schutz in einer U-Bahn-Station (Archivbild) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS
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TECHBOOK Redaktion

5. November 2026, 16:46 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Offizielle Warn-Apps sollen Menschen im Ernstfall möglichst schnell über drohende Gefahren informieren. In der Ukraine und Russland wurden nun ausgerechnet diese Systeme zum Ziel von Cyberangriffen.

Am späten Sonntagabend erschien in der ukrainischen Warn-App „Air Alert“ unter anderem eine Warnung vor radioaktiver Strahlung in Kiew. Die ukrainische Luftwaffe reagierte darauf über Telegram und warnte vor einer möglichen Manipulation der Anwendung. Zugleich stellte die Behörde klar, dass keine Gefahr durch Strahlung bestehe.

Der Vorfall ist besonders heikel, weil solche Apps die Bevölkerung eigentlich zuverlässig über akute Gefahren informieren sollen. Dazu gehören insbesondere Luftangriffe. Werden die Systeme manipuliert, können darüber jedoch falsche Warnungen verbreitet werden. Genau das geschah offenbar bei „Air Alert“.

Kurz darauf trifft es auch Russland

Nur wenige Stunden später meldete Russland einen massiven Cyberangriff auf das eigene Warnsystem. Laut dem russischen Zivilschutzministerium verschickten Angreifer Falschinformationen über die App. Zeitweise war zudem die Webseite des Ministeriums nicht erreichbar. Medienberichten zufolge ertönten am späten Sonntagabend in einigen russischen Regionen Warnsirenen.

Über die russische App soll außerdem fälschlicherweise vor Angriffen mit chemischen Waffen gewarnt worden sein. Die Behörden forderten die Bevölkerung daraufhin auf, keine Links aus den entsprechenden Warnmeldungen anzuklicken. Damit waren innerhalb weniger Stunden die offiziellen Warnsysteme beider Kriegsparteien von Cyberangriffen betroffen.

Experte hält weitere Angriffe für möglich

Herbert Lin, leitender Wissenschaftler für Cyberpolitik und Sicherheit an der Stanford University, bezeichnete den Vorfall gegenüber der BBC als „besorgniserregend“. „Ich denke, es ist das erste Mal, dass es einer offiziellen ukrainischen Informations-App passiert ist, aber ich vermute, dass es nicht das letzte Mal sein wird“, sagte der 74-Jährige. Lin war zuvor in einer Kommission des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama zur Verbesserung der nationalen Cybersicherheit tätig.

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Auffällig ist vor allem die zeitliche Nähe der Ereignisse: Zunächst wurde die ukrainische Warn-App manipuliert, wenige Stunden später meldete Russland einen Angriff auf das eigene System. Ob beide Vorfälle direkt zusammenhängen, ist bislang nicht belegt. Ebenso gibt es bislang keinen Nachweis dafür, dass die Ukraine mit der Attacke auf das russische Warnsystem auf den vorherigen Angriff reagiert hat.

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