3. September 2025, 7:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Meta hat für WhatsApp eine neue KI-basierte Schreibhilfe namens „Writing Help“ angekündigt. Diese liefert auf Knopfdruck Vorschläge in verschiedenen Stilen.
Haben Sie beim Tippen von Nachrichten manchmal das Gefühl, dass Ihnen die richtigen Worte fehlen? Dieses Problem möchte Meta jetzt lösen: Für WhatsApp wird mit „Writing Help“ ein neues Werkzeug eingeführt. Es soll Nutzer dabei unterstützen, die gewünschte Ausdrucksweise leichter zu treffen.
Von sachlich bis humorvoll mit WhatsApps „Writing Help“
WhatsApps „Writing Help“ basiert auf künstlicher Intelligenz und schlägt auf Knopfdruck alternative Textvarianten vor. Zur Auswahl stehen etwa ein seriöser, ein lustiger oder ein ermutigender Stil. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Meta anhand eines Beispiels.
Aus einem nüchternen „Bitte lass keine schmutzigen Socken auf dem Sofa liegen“ erzeugt das System spaßige Alternativen wie „Verwandle die Couch nicht in einen Sockenfriedhof“, „Eilmeldung: Socken gesichtet – bitte entfernen!“ oder „Achtung, Socken-Ninja: Der Wäschekorb wartet!“. Die neue Option ist beim Schreiben über ein Stift-Icon erreichbar. Mit einem Fingertipp erscheinen sofort die unterschiedlichen Vorschläge, zwischen denen ausgewählt werden kann.
Wann kommt WhatsApps „Writing Help“ nach Deutschland?
Damit private Inhalte geschützt bleiben, setzt WhatsApp nach eigenen Angaben auf Meta Private Processing. Sowohl die ursprünglichen Nachrichten als auch die von der KI generierten Varianten sollen verschlüsselt und nicht für Meta oder WhatsApp einsehbar sein.
Zum Start wird das Feature ausschließlich in englischer Sprache in den USA und einigen weiteren, nicht konkret genannten Ländern eingeführt. Geplant ist eine spätere Ausweitung auf zusätzliche Regionen und Sprachversionen. Wann die Schreibhilfe auch in deutscher Sprache nutzbar sein wird, ist aktuell nicht bekannt.
Für alle ohne Persönlichkeit
„Rechtschreib- und Grammatikkorrekturen sind stets sinnvoll und können nicht oft und präzise genug zum Einsatz kommen. Aber eine KI-Schreibhilfe, um den richtigen Ton zu treffen? Vielleicht wäre das bei äußerst heiklen Themen wie Tod und Verderben sinnvoll, wenn man Angst hat, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Ob aber eine Auswahl aus ‚seriös‘, ‚lustig‘ oder ‚ermutigend‘ Abhilfe schafft, wage ich vorsichtig zu bezweifeln.
Man stelle sich vor, man erhält eine WhatsApp-Nachricht über einen Todesfall – vielleicht ist der Hund eines Freundes gestorben. Sollte ich da wirklich überlegen, ob mein Text ‚seriös‘, ‚lustig‘ oder ‚ermutigend‘ klingen soll? Was wären wohl die Ergebnisse?
Seriös: ‚Hey, Bello war schon alt. Wir alle werden sterben, so ist der biologische Lauf der Dinge. Hör auf zu heulen‘.
Ermutigend: ‚Hey, jeder Tod ist eine Chance auf einen Neuanfang. Jetzt ist die Zeit, nach vorn zu schauen und dir einen neuen, cooleren Hund anzuschaffen. Alles wird gut, ich glaube an dich.‘
Lustig: ‚Na, jetzt legt er seine Häufchen im Hundehimmel, haha!‘
Wer im privaten Chat mit seinen Liebsten zwischen diesen Optionen wählen möchte, hat wohl ganz andere Probleme als die Textnachricht an sich. Ein gewisses Maß an Unsicherheit könnte da erst der Anfang sein. Auf mich würde die Verwendung wie ein Indikator dafür wirken, eigentlich an sich selbst arbeiten zu müssen. Vielleicht sollte man einfach selbst mal seriös, lustig und ermutigend und dazu fähig werden, den Unterschied zu erkennen und schriftlich umzusetzen. Es sei jedem vom Herzen gewünscht.“