Auch unter Minderjährigen ist WhatsApp weit verbreitet. Ein sekundärer Account mit eingeschränkten Funktionen soll Eltern nun mehr Kontrolle über das Nutzungsverhalten ihrer Kinder geben. Foto: Getty Images
WhatsApp schreibt für die Registrierung ein Mindestalter von 13 Jahren vor. In vielen Ländern liegt das Alter für die Geschäftsfähigkeit für die Nutzung von Online-Accounts jedoch deutlich höher. In Deutschland liegt es bei 18 Jahren. Unterhalb dieser rechtlichen Grenze müssen daher Eltern oder Erziehungsberechtigte ein WhatsApp-Konto für ihre Kinder einrichten. Diesen Prozess möchte der Messenger-Dienst mit einem zusätzlichen Kinderaccount vereinfachen.
Laut „WABetaInfo“ testet WhatsApp derzeit in der Beta für Android (Version 2.26.1.30) sogenannte sekundäre Konten, die speziell für Kinder gedacht sind. Dieses spezielle Konto soll mit einem primären Konto eines Elternteils verknüpft sein und nur eingeschränkte Funktionen bieten.
Die Verbindung zwischen beiden Konten dient dazu, eine übergeordnete Verwaltung zu ermöglichen – ohne Einblick in private Inhalte zu geben. Nachrichten und Anrufe bleiben weiterhin geschützt und sind für das primäre Konto nicht einsehbar. WhatsApp verfolgt damit das Ziel, Aufsicht und Privatsphäre auseinanderzuhalten.
Mehr Kontrolle über Datenschutz und Kontakte
Nach der Verknüpfung sollen Eltern verschiedene Datenschutz-Einstellungen des sekundären Kontos überprüfen und festlegen können. Ein zentraler Punkt ist die Kontrolle darüber, wer das sekundäre Konto kontaktieren darf. Standardmäßig sollen Nachrichten und Anrufe nur von gespeicherten Kontakten möglich sein – diese Einschränkung ist mit einem regulären WhatsApp-Konto nicht möglich. Besonders bei Minderjährigen ist eine Unterbindung des Online-Kontakts mit unbekannten Personen jedoch besonders wichtig.
WhatsApp sendet bestimmte Informationen zur Konto- und Chat-Aktivität des sekundären Kinderaccounts an das primäre Konto weiter. Welche Daten genau enthalten sind, ist derzeit noch nicht bekannt. Der Dienst stellt jedoch klar, dass es sich dabei nicht um Inhalte aus Chats oder Anrufen handelt. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt vollständig erhalten.
Stattdessen vermutet „WABetaInfo“, dass die Daten allgemeine Hinweise zur Nutzung oder Änderungen wichtiger Einstellungen enthalten. Die neuen Funktionen befinden sich noch in der Entwicklung. WhatsApp testet derzeit die Integration in die bestehenden Kontoeinstellungen und arbeitet an einer übersichtlichen Oberfläche. Eine Veröffentlichung ist für ein zukünftiges Update geplant.
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