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Was wurde eigentlich aus Knuddels?

Die App von Knuddels
TECHBOOK stellt die Chat-Community Knuddels vor Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
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Laura Pomer
Freie Redakteurin

18. Oktober 2025, 15:22 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Im vergangenen Jahrhundert in Karlsruhe gegründet, existiert die Online-Community Knuddels im deutschsprachigen Raum bis heute. TECHBOOK wirft einen genaueren Blick auf ihre Geschichte – und die ist nicht frei von Kontroversen.

Anfänge und Aufstieg der Chat-Community Knuddels

Angefangen hat alles 1999. Informatikstudenten aus Karlsruhe hatten die Idee, eine Chat-Plattform „mit mehr Herz und Wärme“ zu schaffen, wie sie selbst auf der Knuddels-Website erzählen. Das damalige Angebot an Chatplattformen konnte sie zwar grundsätzlich begeistern, erschien ihnen jedoch „zu technisch und zu kalt“. So erklärt sich auch der Name: Abgeleitet vom Knuddeln sollte Knuddels die familiäre und freundliche Atmosphäre transportieren, die sich die Gründer wünschten.

Die Mischung aus öffentlichen Chaträumen, Avataren, Fotogalerien, Spielen und einer betont positiven Community-Kultur traf offenbar den Nerv der Zeit. In den frühen 2000er-Jahren wuchs Knuddels rasant und wurde zu einer der beliebtesten Plattformen im deutschsprachigen Raum. Nach eigenen Angaben zählte sie 2006 täglich 4 Millionen aktive Nutzer.

Ab 2007 sank die Zahl der (jungen) Nutzer

Doch dieser Zeitpunkt markierte auch den Wendepunkt. Mit dem Aufstieg sozialer Netzwerke wie Facebook und der Verbreitung von Smartphones änderten sich die Gewohnheiten der Nutzer. Junge Menschen chatteten zunehmend über WhatsApp, Facebook Messenger oder Snapchat – bequem auf dem Handy statt am PC. Knuddels brachte zwar 2010 eine eigene App heraus, doch da hatte sich der Trend bereits verfestigt. Das Ergebnis war, dass die Nutzerbasis alterte und das Wachstum der Community stagnierte.

Die mobile App von Knuddels
Seit 2010 gibt es Knuddels auch als mobile App fürs Smartphone Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Gleichzeitig suggeriert der Name scheinbar etwas Harmloses, Kindliches – oder? Das ist umso bedenklicher, da Knuddels ausgerechnet aufgrund mangelnder Jugendschutzmaßnahmen wiederholt in die Kritik geriet.

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Knuddels immer wieder in Kritik

Die Initiative „Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) warnt, dass Kinder auf der anonymen Chat-Plattform mit ungeeigneten Inhalten oder sogar Cybergrooming in Kontakt kommen könnten. Denn geben demnach Kinder bei der Anmeldung ein falsches, höheres Alter an, können sie trotz des Kontaktfilters mit deutlich älteren Nutzern chatten. Mehrere TV-Reportagen belegten über die Jahre, dass es in Knuddels-Chaträumen tatsächlich zu sexuellen Belästigungen kam. „Knuddels gilt schon lange als Geheimtipp in der pädosexuellen Szene“, sagte dazu etwa Beate Krafft-Schöning, Expertin für sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet, bei Medienbewusst.de.

Knuddels hat auf die massive Kritik reagiert. Seit 2023 arbeitet das Unternehmen mit dem Bundeskriminalamt zusammen, um Missbrauchsfälle konsequenter zu verfolgen. Zusätzlich kommen KI-gestützte Filter zum Einsatz, die automatisch reagieren, wenn Minderjährige in problematische Gespräche verwickelt werden. „In solchen Fällen werden Chats beendet, Accounts gesperrt, und die Betroffenen können den Verlauf direkt an unser Team zur Überprüfung weiterleiten“, heißt es seitens Knuddels. Nach Angaben der Betreiber ist die Zahl der identifizierten Verdachtsfälle seit Einführung der Maßnahmen stark zurückgegangen.

Wie steht es heute um Knuddels?

Knuddels bezeichnet sich selbst weiterhin als „größte deutsche Chat-Community“. Rund 1,6 Millionen registrierte Mitglieder sollen den Dienst nutzen, etwa 90.000 davon täglich. Trotz sinkender Relevanz in der breiten Öffentlichkeit, hat die Plattform also ihre treue Stammnutzerschaft behalten. Doch sie erntet auch zahlreiche negativen Bewertungen bei z. B. Trustpilot. Unzufriedene Nutzer äußern insbesondere Zweifel an der Echtheit von Profilen und finden, dass unangemessene Inhalte nicht ausreichend moderiert werden.

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