Das US-Start-up Operation Bluebird hat mit Twitter.now ein neues soziales Netzwerk gestartet, das die alte Marke mit dem bekannten Blauvogel zurückbringt. Nach monatelangem Warten und Streit um die Namensrechte ist das Twitter-Revival jetzt in der Early-Access-Phase verfügbar – den Zugang lassen sich die Gründer jedoch gut bezahlen.
Streit um die Markenrechte
Operation Bluebird hatte seinen Plan bereits Ende 2025 öffentlich gemacht. Nach Ansicht der Gründer gab Elon Musks Unternehmen die zugehörigen Markenrechte auf, als die Plattform nach der Übernahme im Jahr 2022 in X umbenannt wurde und jedwede Nennung von Twitter nach und nach aus Produkten, Diensten und Marketing strich. Bluebird stellte einen Antrag beim US-Patentamt, die Markenrechte auszulösen. Die X Corporation reagierte mit einer Klage und beantragte bei einem Bundesgericht in Delaware eine einstweilige Verfügung gegen den Start.
Wie „Ars Technica“ berichtet, äußerte ein US-Bezirksrichter in einer Anhörung im April 2026 vorläufig die Ansicht, X könne Rechte an der Marke aufgegeben haben. Das umfasse nicht nur den Begriff „Tweet“ und das Vogellogo, sondern möglicherweise auch „Twitter“ selbst.
Bluebird-Gründer starten Twitter neu
Eine schriftliche Entscheidung liegt bislang nicht vor. Für Bluebird-Mitgründer Stephen Coates reichten die Äußerungen dennoch aus, um die Plattform Twitter.now mit den Worten „Twitter ist zurück“ zu starten. Der Ex-Markenrechtler sagte gegenüber „Ars Technica“: „Wir sind der Ansicht, dass X seine Rechte an den Marken ‚Twitter‘ und ‚Tweet‘ aufgegeben hat.“
Trotz der optischen und funktionalen Ähnlichkeiten grenzt sich Twitter.now ausdrücklich vom früheren Betreiber ab. Auf der Website heißt es: „Wir sind Twitter, zurückerobert. Operation Bluebird, Inc. hat den Namen aufgegriffen, den X Corp. aufgegeben hat, und baut ihn nun auf der Grundlage von Vertrauen neu auf […]. Wir sind nicht X und stehen in keiner Verbindung zu X Corp.“
Eine zentrale Funktion von Twitter.now ist Vera. Das auf Google Gemini basierende Prüfwerkzeug untersucht jeden veröffentlichten Beitrag automatisch auf seinen Wahrheitsgehalt.
Operation Bluebird will damit nach eigenen Angaben einen sichereren und weniger schädlichen digitalen Debattenraum schaffen: „Wir sind der Meinung, dass Menschen mehr Kontrolle darüber haben sollten, was sie sehen – und mehr Transparenz über die Informationen, die ihnen präsentiert werden.“
Nutzer sollen ihre Ansichten veröffentlichen können. Das Geschäftsmodell soll jedoch nicht davon abhängig sein, schädliche oder falsche Inhalte durch große Reichweite finanziell zu belohnen.
Zugang nur gegen Bezahlung
Twitter.now soll, anders als der Vorgänger, Zugang nur gegen Bezahlung bieten. Damit möchte Bluebird die Unabhängigkeit der Plattform sichern und sie resistenter gegen Bot-Accounts machen.
Aktuell ist das soziale Netzwerk in der Early-Access-Phase und bietet zwei Optionen, um frühes Mitglied zu werden. Die „Gründer“-Option gibt Zugriff auf den Dienst vor dem öffentlichen Launch. Kostenpunkt: 20 US-Dollar. Für 40 USD oder mehr bekommt man den „Kämpfer“-Status und ein besonderes Wappen. Darauf hält der Blauvogel eine Zwille – eine Anspielung auf den Kampf David (Bluebird) gegen Goliath (X).
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.