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Neue Regeln gegen Deepfakes

Gerichte sollen Social-Media-Konten sperren dürfen

Gerichte sollen künftig Social-Media-Profile sperren dürfen.
Gerichte sollen künftig Social-Media-Profile sperren dürfen Foto: Getty Images
Przemyslaw Szymanski

9. Oktober 2026, 8:01 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Fake-Profile, Deepfakes und gezielte Belästigungen in sozialen Netzwerken sind längst kein Randproblem mehr. Der Fall von Collien Ulmen-Fernandes zeigt, wie schnell Betroffene die Kontrolle über ihr digitales Erscheinungsbild verlieren können. Nun will die Bundesregierung mit neuen Regeln gegensteuern.

Richter sollen Konten sperren können

Ein neuer Gesetzentwurf sieht vor, dass Gerichte künftig die Sperrung von Social-Media-Accounts anordnen dürfen. Das soll allerdings nur in besonders schweren Fällen möglich sein. Wer eine Sperre erreichen will, muss nachweisen, dass die eigenen Persönlichkeitsrechte erheblich verletzt wurden und weitere Angriffe drohen.

Betroffene Nutzer sollen sich vor einer Entscheidung äußern können. Kommt es zur Sperre, dürfen sie keine Inhalte mehr veröffentlichen, teilen oder kommentieren. Das reine Mitlesen bleibt dagegen erlaubt. Sollten Betroffene neue Konten anlegen, um die Sperre zu umgehen, müssen die Plattformen dies verhindern, sofern es technisch möglich und zumutbar ist.

Fokus auf Deepfakes und Auskunftsrechte

Darüber hinaus sollen Opfer leichter herausfinden können, wer hinter rechtswidrigen Inhalten steckt. Plattformen und Provider müssten dann auf richterliche Anordnung gespeicherte Daten herausgeben.

Auch interessant: So kann man prüfen, ob das eigene Foto für Deepfakes verwendet wird

Besonders im Fokus stehen Deepfakes. Wer ohne Einwilligung täuschend echte Nacktbilder oder intime Darstellungen erstellt und verbreitet, soll künftig mit Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe rechnen. Der Digitalverband Bitkom begrüßt die Pläne. Bürgerrechtler warnen dagegen vor möglichen Missbrauchsrisiken. Bevor die Regeln gelten können, müssen Bundestag und Bundesrat noch zustimmen.

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