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Mavic Air 2

DJI stellt Drohne mit verbesserter 4K-Kamera und längerer Flugzeit vor

DJI Mavic Air 2 vorgestellt
Die Mavic Air 2 ähnelt äußerlich der Mavic 2 Pro und Mavic Mini

Marktführer DJI ist immer für eine Überraschung zu haben. Mit seiner neuen Drohne macht sich der Hersteller selbst Konkurrenz.

Nachdem in den vergangenen Woche immer mehr Informationen über eine neue DJI-Drohne durchgesickert sind, ist es nun endlich so weit. Der größte Drohnenhersteller der Welt hat sein erstes Modell für 2020 vorgestellt: Die Mavic Air 2.

Nachfolger für den Verkaufsschlager

Die Mavic Air ist nun mittlerweile schon zwei Jahre alt und wurde zur Vorstellung als erste Drohne im Taschenformat mit 4K-Tauglichkeit beworben. Bei Käufern ist die Drohne auch aufgrund ihres vergleichsweise geringen Preises zu einer beliebten Alternative zu DJIs Mavic Pro und später Mavic 2 Pro geworden.

Mit der Mavic Air 2 will DJI nun nochmal nachlegen und wirbt mit ein paar spannenden Verbesserungen – darunter HDR-Video, 4K mit 60 Bildern pro Sekunde und hervorragende Flugzeit.

Komplett neue Kamera

Die Mavic Air 2 wird zum Marktstart die erste und einzige DJI-Drohne sein, die sowohl HDR-Fotos als auch -Videos unterstützt. Außerdem ist sie das erste Modell der Mavic-Serie, das Videoaufnahmen in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde (FPS) erlaubt. Selbst das mehr als 1000 Euro teure Spitzenmodell Mavic 2 Pro kann in keinem der beiden Punkte mithalten. Doch damit nicht genug: Die Air 2 hat einen neuen 1/2-Zoll-Bildsensor bekommen – einen der größten, den DJI jemals in einer Mavic-Drohne verbaut hat. Die Mavic Air 2 hat damit einen größeren Sensor als die Mavic 2 Zoom und die nochmal teurere DJI Phantom 4.

Es handelt sich um einen „Quad Bayer“-Sensor, das heißt, er nimmt standardmäßig 12-Megapixel-Fotos auf, wobei vier Pixel zu einem kombiniert werden. Diese Technologie wird verwendet, um HDR-Aufnahmen zu verbessern – der Sensor kann aber auch die volle 48-Megapixel-Auflösung nutzen, um schärfere Bilder zu erzielen. Die Kamera hat 28 Millimeter Brennweite und f/2.8 Blende. Bilder werden im JPEG-Format gespeichert und können auch als RAW-Datei zur Nachbearbeitung abgelegt werden.

Neben 4K-Videos mit 60 FPS kann die Mavic Air 2 auch Slow-Motion-Videos in 1080p-Auflösung (Full-HD) mit bis zu 240 FPS aufnehmen – ebenfalls ein erstes Mal für eine DJI-Drohne. Zum Vergleich: Beide Einstellungen sind mit dem aktuellen iPhone 11 vergleichbar, das ebenfalls auf 4K mit FPS  und 1080p mit 240 FPS unterstützt.

DJI Mavic Air 2 Unterseite
Hier gut zu erkennen: Die Kamera mit Gimbal und die unteren Sensoren | Foto: DJIFoto: DJI

Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, auch HDR-Videos in 4K-Auflösung zu filmen, allerdings ist in diesem Fall die Bildrate auf 30 FPS begrenzt. Wie für DJIs Mavic-Drohnen üblich ist die Kamera durch ein Drei-Achsen-Gimbal stabilisiert. Das sorgt für scharfe Standfotos und sehr sanfte Kamerabewegungen bei Videoaufnahmen.

Die Mavic Air 2 kann sogar Zeitraffer-Videos in 8K-Auflösung exportieren. Für diesen Modus stehen verschiedene Optionen zur Auswahl, darunter Wegmarkierungen, Kreisflug oder freies Fliegen. Auch QuickShots zur Aufnahme von Personen sind wieder mit an Bord. Mit dieser Funktion können verschiedene Flugwege eingestellt werden, etwa Spirale, „Dronie“ oder einfach ein Kreis, wobei die getrackte Person immer im Mittelpunkt bleibt.

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Mehr Sensoren für freien Flug

Eigenen Angaben zufolge ist die Mavic Air 2 die bislang intelligenteste Drohne aus dem Hause DJI. Die Drohne kommt mit DJIs neuem „Advanced Pilot Assistance System“ (APAS) der dritten Generation. In erster Linie arbeitet das System mit Kamera an drei Seiten der Drohne (unten, hinten, vorne) zusammen, um Objekten auszuweichen und damit vor Kollisionen zu schützen. Ebenfalls neu ist die Hilfsbeleuchtung auf der Unterseite, die der Drohne erlaubt, auch in Dunkelheit sicher zu laden.

APAS 3.0 arbeitet zusammen mit der FocusTrack-Technologie, um Personen und Objekte mit der Kamera zu verfolgen, ohne dabei ein Hindernis zu treffen. Das System erlaubt der Drohne zudem, Bewegungen vorherzusagen und den Flugweg entsprechend zu planen, um das getrackte Objekt immer im Ausschnitt zu behalten, selbst wenn es hinter einem Baum verschwindet. FocusTrack erlaubt aber auch, die Drohne selbst zu steuern, während die Kamera ein Objekt verfolgt. Durch die Spotlight-Funktion können Objekte markiert werden, die dann im Fokus der Kamera bleiben, selbst wenn man die Drohne in verschiedene Richtungen steuert.

Die Kollisionsverhinderung ist vollumfänglich allerdings auf geringere Auflösungen begrenzt. Die Assistenzsysteme funktionieren bis maximal 1080p mit 120 FPS, 2,7K mit 60 FPS und 4K mit 30 FPS. Bei höheren Auflösungen und Bildraten sowie mit aktivem HDR wird die Rechenpower anderweitig benötigt und die Systeme werden teilweise oder komplett ausgeschaltet.

Neuer Controller und mehr Flugzeit

Die Mavic Air 2 hat einen komplett neuen Controller mit ausfahrbarer Smartphone-Halterung an der Oberseite bekommen. Der Controller hat nun keine ausklappbaren Antennen mehr, ist dafür aber auch ein gutes Stück größer als der der ersten Mavic Air. Neu ist, dass sowohl der Controller als auch die Drohne endlich über USB-C laden. Zzur Verbindung mit dem Smartphone ist am Controller standardmäßig ein USB-C- auf Lightning-Kabel angebracht, das aber gegen die mitgelieferten USB-C- auf USB-C- und USB-C- auf Micro-USB-Kabel austauschbar ist.

Dji Mavic Air 2 Controller
Der neue Controller der Mavic Air 2 | Foto: DJIFoto: DJI

Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin ist die Mavic Air 2 zwar größer und schwerer geworden, ist aber noch deutlich kompakter als die Mavic 2 Pro, Mavic 2 Zoom und die ursprüngliche Mavic Pro. Während die erste Mavic Air wie eine aufgeblähte DJI Spark aussah, ähnelt die Mavic Air 2 äußerlich jetzt ihren Schwestermodellen – inklusive der lange Klapparme und der grauen Farbgebung. Auf den ersten Blick könnte man sie fast mit kleinen Mavic Mini verwechseln.

Obwohl sie schwerer ist, erreicht die Mavic Air 2 durch ihren fast 50 Prozent größeren Akku eine mehr als 10 Minuten längere Flugzeit als die Mavic Air. Der Akku hat eine Kapazität von 3500 Milliamperestunden (mAh) und ermöglicht der Drohne laut DJI 34 Minuten Flugdauer bei kontinuierlichem Fliegen ohne Wind und 33 Minuten bei Schweben ohne Wind.

Die Drohne wiegt 570 Gramm und mist 180 x 97 x 84 Millimeter (Länge, Breite, Höhe) in zusammengeklappten und 183 x 253 x 77 Millimeter im flugbereiten Zustand. Sie kann im Sport-Modus Geschwindigkeiten von bis zu 68 Kilometern pro Stunde erreichen. Die maximale Entfernung zwischen Controller und Drohne ist auf 18,5 Kilometer beschränkt.

DJI Mavic Air 2 zusammengefaltet
Zusammengefaltet passt die Mavic Air 2 praktisch in jede Tasche | Foto: DJI

Abstriche für europäische Kunden

Im Vergleich zur Mavic Air hat DJI bei der Mavic Air 2 WLAN als Verbindung zwischen Controller und Drohne abgesetzt. Stattdessen unterstützt die Air 2 OcuSync 2.0 für ein direkte, glasklare Videoübertragung über große Distanzen hinweg. Die Technologie ist bereits aus DJIs deutlich teureren Drohnen wie der Mavic 2 Pro bekannt und ermöglicht 1080p-Videoübertragung auf bis zu 10 Kilometer Entfernung – allerdings nur in Nordamerika. In Europa sind aufgrund der hier geltenden Standards die Videoübertragung nur über 6 Kilometer möglich.

In Nordamerika verkaufte Mavic-Air-2-Modelle kommen direkt zum Start mit der AirSense-Technologie, die den Drohnenpiloten über andere Flugobjekte in der Umgebung informiert. Laut „The Verge“ werden andere Regionen erst im Sommer Modelle mit AirSense bekommen, da es anscheinend Lieferengpässe aufgrund der Corona-Pandemie gibt.

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Das kostet die Mavic Air 2

DJI hat Startpreis als Startpreis 849 Euro für die Drohne, Controller und einen Akku festgelegt. Wie bei allen Mavic-Drohnen bietet DJI auch für die Air 2 ein Fly-More-Combo-Paket an, das zahlreiche Extras enthält. Für 1049 Euro bekommen Käufer zusätzlich zur Drohne ND-Filter, ein Trage-Case, Propellerschutz, Akkuladestation und zwei Extra-Akkus.

Die Mavic Air 2 ist ab sofort vorbestellbar und wird im Laufe des nächsten Monats ausgeliefert.

TECHBOOK meint

„Die DJI Mavic Air 2 ist ein faszinierendes Stück Technologie. Es gelingt dem Hersteller mittlerweile, neueste Technologie so kompakt zu verpacken, dass sie auch in Handtaschen Platz findet. Es gibt jedoch etwas, das mich an der ganzen Sache wundert. Die Mavic Air 2 ist in praktisch jeder Hinsicht – abgesehen von der Kameraoptik – dem Spitzenmodell Mavic 2 Pro überlegen. DJI bietet die Mavic 2 Pro dennoch weiterhin für 1500 Euro und damit 600 Euro teurer als die Mavic Air 2 an. Entweder bedeutet das, dass wir auch bald ein neues Spitzenmodell bekommen – oder aber, dass die Preise für die Mavic 2 Pro bald drastisch fallen werden. Einen kleinen Tipp habe ich auch noch: Die originale Mavic Air wird in den nächsten Monaten wahrscheinlich ebenfalls im Preis fallen. Die immer noch aktuelle Drohne hat ebenfalls Kollisionsschutz, kann in 4K filmen und ist zudem noch kompakter als ihre Nachfolgerin.“ – Adrian Mühlroth, Redakteur

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