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Die 5 häufigsten Betrugsmaschen bei Ebay – und wie Sie sich schützen

Ebay auf dem Tablet
Betrüger nutzen Ebay gern für ihre MaschenFoto: Getty Images

Auf Ebay sind zahlreiche Betrüger unterwegs, die Accounts knacken und Nutzer um ihr Geld prellen wollen. TECHBOOK erklärt, wie man sich dagegen wehrt und was man tun sollte, wenn der Account gehackt wurde.

Da wo Geld fließt, da wird fast immer auch betrogen. So ist das auch auf Ebay. Und sowohl Käufer als auch Anbieter können auf die fiesen Abzock-Tricks reinfallen. Fünf Betrugsmaschen, die häufig angewandt werden.

Die 5 fiesesten Betrugsmaschen auf Ebay

1. Der Dreiecksbetrug

Der Dreiecksbetrug hat es in sich, da die Betrüger hier sehr clever vorgehen und er auf Ebay häufig angewandt wird. Ein Beispiel: Ein Betrüger sucht sich ein Angebot für ein teures Smartphone von Nutzer A aus und veröffentlicht ein eigenes Inserat, in dem das Gerät zum selben Preis angeboten wird. Nutzer B kauft das Fake-Gerät – und der Betrüger gibt ihm die Bankverbindungsdaten von Nutzer A. Nutzer B überweist nun das Geld an Verkäufer A. Dieser glaubt, er habe das Geld vom Betrüger bekommen und schickt das Smartphone an seine Adresse. Der Dumme ist nun Nutzer B – er hat bezahlt, bekommt aber keine Ware. Denn damit ist der Betrüger längst über alle Berge. Nutzer A kann nämlich nicht haftbar gemacht werden, weil er nachweislich vertragsgemäß geliefert hat.

2. Der Austausch-Trick

Der Austausch-Trick wird meist bei teuren elektronischen Geräten angewandt. Wenn jemand etwa ein Smartphone verkauft, schnappen die Betrüger zu, ersteigern das Gerät und bezahlen es. Bis hierhin läuft alles reibungslos. Nach kurzer Zeit wird das Gerät jedoch reklamiert, der Betrüger schickt es zurück. Allerdings kommt nicht das erhaltene Gerät zurück, sondern ein baugleiches, defektes Gerät. Kann der Verkäufer den Austausch nicht anhand einer Gerätenummer nachweisen, dann muss er dem Betrüger das Geld für das defekte Gerät erstatten.

Tipp für Verkäufer: Sorgen Sie dafür, dass Sie das verkaufte Gerät anhand von Rechnungen, Fotos der Gerätenummer oder Ähnlichem eindeutig identifizieren können!

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3. Der Nachnahme-Trick

Einige Ebay-Verkäufer wollen die Ware nur per Nachnahme verschicken, weil das angeblich der sicherste Weg sei. Erst wenn der Käufer die Sendung erhalten hat, bezahlt er den fälligen Betrag direkt beim Postboten. Der Haken: Die wenigsten überprüfen, ob der Inhalt auch wirklich der richtige ist. Meist bekommt der Postbote sein Geld, und erst wenn dieser weg ist, wird das Paket geöffnet. Betrüger füllen solche Pakete häufig mit Schrott oder Steinen, um den Käufer zu täuschen. Dieser bemerkt es häufig allerdings erst, wenn es zu spät ist. Tipp: Öffnen Sie Nachnahmesendungen immer in Anwesenheit des Postboten.

4. Der Bezahl-Betrug

Der Bezahl-Betrug ist eigentlich leicht zu durchschauen. Die Betrüger wollen in solchen Fällen, dass die Bezahlung nicht über Ebay läuft. Ein gängiges Mittel ist die Direktüberweisung auf das Konto des Betrügers vor Erhalt der Ware. Nach der Überweisung ist der Käufer sein Geld los und sitzt ohne Ware da. Da der Verkauf nicht über Ebay lief, ist der Anbieter auch nicht in der Pflicht, das Problem zu klären. Besonders vorsichtig sollten Ebay-Nutzer sein, wenn sie es mit Handelspartnern aus dem Ausland zu tun haben.

5. Das gehackte Ebay-Konto

Eine Variante, die sehr häufig angewendet wird, ist das gekaperte Ebay-Konto. Dabei nutzen Betrüger nach einer Transaktion die Daten des Ebay-Nutzers, um dessen Account zu hacken und das Passwort zu ändern. Die Diebe knacken zunächst das private Mail-Konto des Nutzers, anschließend wählen sie auf der Ebay-Anmeldeseite die Option „Passwort vergessen“ und lassen sich ein neues Passwort an das übernommene Mail-Postfach schicken. Sie ändern das Passwort und haben somit vollen Zugriff auf das Ebay-Konto.

Der Identitätsdiebstahl zählt zu den häufigsten Straftaten im Netz. Nutzer merken meist zu spät, dass sie den Tätern in die Falle gegangen sind. Um sich beim Surfen im Netz möglichst gut abzusichern, sollen Nutzer da auf die gängigen Regeln achten:

Installieren Sie einen Virenschutz auf Ihrem PC oder Laptop  und öffnen Sie keine Dokumente und E-Mails, deren Absender bzw. Quelle Ihnen nicht bekannt ist. Denn über diese Wege schleusen Kriminelle gern Schadsoftware ein, mit deren Hilfe sie beispielsweise das E-Mail-Konto knacken oder Eingaben auf der Tastatur mitlesen können. Sichern Sie Ihre Zugänge zudem mit einem sicheren Passwort ab. Dieses sollte mindestens aus zehn Zeichen mit Sonderzeichen sowie großen und kleinen Buchstaben bestehen. Vermeiden Sie die mehrfache Verwendung eines Passwortes bzw. die Verwendung sehr ähnlicher Passwörter in unterschiedlichen Accounts. Bei der Festlegung kann ein Passwort-Generator helfen, für das Speichern der Zugänge gibt es sichere Passwort-Manager im Netz.

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Wie kann ich mein Ebay-Konto schützen? Die wichtigsten Antworten

Was kann ich tun, wenn mein Account gehackt wurde?

Sie sollten möglichst schnell handeln – und diese vier Schritte befolgen:

  1. Kontaktieren Sie Ebay, wenn Sie glauben, jemand habe sich unberechtigten Zugriff auf Ihr Konto verschafft. Dies geschieht über diese Webseite.
  2. Wenden Sie sich an den Ebay-Support. Dieser ist unter der Nummer 0800-723 57 05 kostenfrei und von 8 bis 22 Uhr erreichbar. Halten Sie dabei Ihren Nutzernamen, Ihren richtigen Namen und Ihre Adresse sowie eine gültige E-Mail-Adresse bereit.
  3. Ändern Sie Ihr Passwort und gegebenenfalls auch die Sicherheitsfragen. Loggen Sie sich anschließend ein und überprüfen Sie Ihre persönlichen Daten.
  4. Führen Sie einen Virenscan durch, um zu überprüfen, ob Schadsoftware auf dem Computer ist.

Um den Account vor zukünftigen Angriffen besser zu schützen, ist die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung ideal, wie sie auch Paypal anbietet. Für jeden Login verschickt Ebay dann zusätzlich eine PIN per SMS an die zuvor hinterlegte Rufnummer. Auch, wenn Fremde Kenntnis über die Zugangsdaten eines Kontos haben, gelingt der Login ohne diese zusätzliche PIN nicht.

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Wie kann ich Betrüger auf Ebay erkennen?

Das Bewertungsprofil des Verkäufers ist die erste Anlaufstelle für Nutzer, um den Verkäufer besser abschätzen zu können. Je mehr positive Bewertungen dieser habe, desto größer sei die Chance, dass es sich um einen redlichen Verkäufer handele. Neu angemeldete Verkäufer sollten skeptische Nutzer möglichst meiden. Das gleiche gilt für diejenigen Verkäufer, die aus Ländern wie Rumänien oder China stammen und deren Authentizität sich nicht nachweisen lässt.

 Worauf sollte ich achten, wenn ich etwas verkaufen möchte?

Möchte man als Verkäufer vermeiden, vom Käufer abgezockt zu werden (Beispiel: Dreiecksbetrug) kann der Käuferkreis eingeschränkt werden. So erreicht er mit seinem Angebot zwar weniger Leute, kann aber mögliche Betrüger unter Umständen herausfiltern. Die Auswahl der Käufer ist in den Verkäufer-Einstellungen unter „Ebay-Konto“ möglich. Hier lassen sich beispielsweise Käufer ausschließen, die kein Paypal-Konto besitzen oder in der Vergangenheit gegen Ebay-Grundsätze verstoßen haben.

Ein weiteres No-Go: Versenden Sie niemals Ware, für die Sie noch kein Geld erhalten haben! Ebenso sollten Sie sich nicht auf eine plötzliche Adressänderung einlassen. So können Waren nämlich an Dritte weitergeleitet werden.