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Was man über das Unternehmen Panasonic wissen sollte

Ein Fernseher von Panasonic bei einer Messe
Bei Panasonic blickt man auf eine lange Unternehmensgeschichte Foto: Getty Images
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10. März 2026, 16:06 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Den Hersteller Panasonic dürften viele aus Wohnzimmern oder vom Elektrofachmarkt des Vertrauens kennen. Das Unternehmen blickt auf eine lange Erfolgsgeschichte zurück.

Hierzulande kennt man Panasonic vor allem als Marke für TV-Geräte. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, denn Panasonic ist nicht nur Marke, sondern zugleich Unternehmensname. Die Panasonic Holdings Corporation zählt zu den weltweit größten Elektronikkonzernen und gilt seit Jahrzehnten als einer der prägenden Global Player der Branche. Bemerkenswert ist zudem, dass der Konzern bis heute dem sozialen Leitbild seines Gründers Konosuke Matsushita folgt.

Mehr als 100 Jahre Panasonic

Panasonic kann auf eine über 100-jährige Firmengeschichte zurückblicken – allerdings zunächst unter anderem Namen. Das von Konosuke Matsushita am 7. März 1918 im japanischen Osaka gegründete Unternehmen firmierte anfangs als Matsushita Electric Appliance Factory. Der damals 23-Jährige hatte nach intensiver Entwicklungsarbeit den Gewindesockel für Glühlampen verbessert und darauf aufbauend eine Doppel-Glühlampenfassung entwickelt, mit der sich zwei Geräte gleichzeitig an einem Anschluss betreiben ließen.

Mit diesen Produkten und drei Angestellten begann die Geschichte des heutigen Weltkonzerns. Bereits 1922 arbeiteten 50 Beschäftigte für Matsushita, das Sortiment umfasste mehr als zehn Artikel. Ab 1923 folgte eine beeindruckende Innovationsserie, die das Unternehmen zu einem der wichtigsten Treiber der Elektronikbranche machte.

Innovationen en masse – auch beim Fernsehen

Die Liste der Erfindungen und Produktneuheiten ist lang. 1923 präsentierte Matsushita eine neuartige batteriebetriebene Fahrradlampe, die dank außergewöhnlicher Laufzeit und eigenem Vertriebsnetz zum Erfolg wurde. 1927 folgte mit dem elektrischen Bügeleisen das erste Haushaltsgerät.

In den 1930er-Jahren entstanden erste Tochterfirmen. Ab 1935 firmierte das Konglomerat als Matsushita Electric Industrial Co., während die Matsushita Electric Trading Co. das Exportgeschäft übernahm. Das Unternehmen beschäftigte inzwischen 3500 Mitarbeiter und produzierte mehr als 400 Artikel. 1937 kam der erste Haartrockner auf den Markt, 1939 begannen erfolgreiche Tests mit Fernsehübertragungen.

Der erste eigene Fernseher folgte 1952 – nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Die qualitativ hochwertigen Geräte begründeten eine Erfolgsgeschichte, die bis in die 2010er-Jahre reichte. Zuletzt wuchs jedoch der Druck durch chinesische Hersteller wie TCL oder Hisense erheblich. Panasonic dachte zeitweise sogar über einen Ausstieg aus der TV-Sparte nach, wie TECHBOOK im Februar 2025 berichtete.

Inzwischen hat das Unternehmen das TV-Geschäft neu ausgerichtet. Eigene Produktionskapazitäten wurden deutlich zurückgefahren, stattdessen setzt Panasonic verstärkt auf strategische Partnerschaften. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der chinesische Hersteller Skyworth. Teile aktueller TV-Modelle werden dort gefertigt, während Panasonic weiterhin für Bildabstimmung, Qualitätskontrolle, Sound-Tuning und Markenpositionierung verantwortlich bleibt. Panasonic agiert damit als Technologie- und Markenpartner, während Skyworth wesentliche Teile der Hardware-Produktion übernimmt. So bleibt die Traditionsmarke im TV-Markt präsent, reduziert aber wirtschaftliche Risiken und Investitionen.

Mehr dazu: TV-Hammer aus Japan! Panasonic wagt radikalen Neuanfang

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Aus Matsushita wird Panasonic

In den 1950er-Jahren führte das Unternehmen neue Markennamen ein: 1952 „National“ für verschiedene Produkte, 1955 „Panasonic“ für Lautsprecher und Lampen. Der Name kombinierte das griechische „Pan“ (alles) mit „Sonic“ (Klang). 1958 erschien die erste Raumklimaanlage, 1965 wurde Technics gegründet. 1970 folgte der Direktantrieb für Plattenspieler, 1971 ein programmierbarer Waschvollautomat.

1972 erschien der legendäre Technics SL-1200, der die DJ-Kultur prägte. 1977 kamen die Mikrowelle mit Grillfunktion und der von der Matsushita-Tochter JVC entwickelte VHS-Standard. 1982 folgten erste Heim-Videokameras. 2008 präsentierte Panasonic mit der LUMIX G die weltweit erste spiegellose Systemkamera mit Wechselobjektiv (Micro-Four-Thirds-Standard).

2008 wurde aus der Matsushita Electric Industrial Co., Ltd. die Panasonic Corporation. Erst 2022 erfolgte im Zuge einer Konzernneuordnung die Umfirmierung zur heutigen Panasonic Holdings Corporation.

Matsushita setzte Maßstäbe

Konosuke Matsushita, der 1973 in den Ruhestand ging und 1989 im Alter von 94 Jahren starb, prägte das Unternehmen nachhaltig. Er strukturierte den Konzern früh in eigenständige Geschäftsbereiche – ein Modell, das heute Standard ist.

Zugleich verstand er Unternehmertum stets als gesellschaftliche Verantwortung. 1929 formulierte er sein Motto der „Harmonie zwischen Firmenprofit und sozialer Gerechtigkeit“, 1933 seine sieben Führungsprinzipien, darunter Dienst an der Öffentlichkeit, Teamwork und Dankbarkeit.

Während der Weltwirtschaftskrise reduzierte Matsushita die Produktion, statt Personal zu entlassen – bei vollem Lohnausgleich. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte sein Unternehmen als erstes in Japan die Fünf-Tage-Woche bei gleichbleibendem Lohn ein. Bis heute gilt er in Japan als „Gott des Managements“.

Heute ist Panasonic in Bereichen wie Automobilität, Gebäude- und Energietechnik, Industrieautomation sowie Konsumelektronik aktiv. Rund 230.000 Beschäftigte arbeiten weltweit für den Konzern. Auch wenn sich Märkte und Technologien verändert haben – der Anspruch, Innovation mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden, ist geblieben.

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