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ProSieben stellt sein Sonntagabend-Programm radikal um

ProSieben Blockbuster: Rotes ProSieben Logo auf Smartphone
ProSieben zeigt oft Premieren großer Blockbuster im TV. Das soll in Zukunft anders sein.Foto: Getty Images

Wer Hollywood-Blockbuster im linearen Fernsehen schauen möchte, tut das in der Regel bei ProSieben. In Zukunft wird das allerdings nur noch deutlich eingeschränkter möglich sein. Der Sender möchte nämlich seine Primetime-Gestaltung ändern.

ProSieben ist eigentlich dafür bekannt, sich keine große TV-Premiere US-amerikanischer Blockbuster entgehen zu lassen. Ob „Phantastische Tierwesen“, „Avengers“ oder der neue Tarantino-Film – im deutschen linearen Fernsehen waren all diese Filme zuerst bei ProSieben zu sehen. Die Primetime 20:15 Uhr am Sonntagabend war oft für solche Blockbuster-Premieren reserviert. Das soll sich nun jedoch ändern.

Keine Blockbuster mehr bei ProSieben?

Der Sonntag gilt als einer der wichtigsten Tage im Fernsehen und die Primetime trägt diesen Namen, weil sie genau das ist – die beste Zeit für Filme, Shows und Serien. Nicht umsonst läuft etwa im Ersten die deutsche Fernseh-Institution „Tatort“ seit Jahrzehnten auf diesem Slot. Wie nun aber ProSieben-Chef Daniel Rosemann im DWDL-Interview verriet, will sich der Sender gerade in dieser wichtigen Zeitspanne neu aufstellen.

„Wir trennen uns auf ProSieben vom Blockbuster am Sonntagabend“, sagt Rosemann klipp und klar. „ProSieben verzichtet nicht auf Hollywood. US-Lizenz wird immer einen wichtigen Anteil in unseren Grids haben. Aber an einem weiteren Primetime-Abend der Woche müssen und wollen wir auf Spielfilme verzichten.“ Hollywood-Content wird also nicht komplett vom Sender verschwinden, er wird aber in Zukunft deutlich weniger gut platziert sein. Doch warum entscheidet sich der Sender für diesen Schritt?

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ProSieben will neues Sonntagabend-Programm

An die Stelle der großen Hollywood-Produktionen sollen künftig vor allem Eigenproduktionen rücken. Das sind wohl in erster Linie TV-Shows.

„Wir wollen im neuen Programm das Wochenendgefühl etwas verlängern. Es geht um Formate, die gerne ein Fenster zur Welt sind und mit Spaß und Spiel den Wunsch nach Abenteuer und Eskapismus bedienen. Ein großes Erlebnis mit reisenden Prominenten, die ich gemütlich von zu Hause miterleben kann.“

Daniel Rosemann, DWDL

Insgesamt 52 Sonntage pro Jahr ständen dafür zur Verfügung. Im Juni will ProSieben dann neue geplante Formate für das Konzept vorstellen. Fiktion soll aber wohl keine große Rolle einnehmen, so Rosemann, auch nicht aus Deutschland. „Immer mal wieder eine einzelne Serie oder mal einen Film einzustreuen – das ist keine Strategie. Wir müssen davon überzeugt sein, dass wir mit unterschiedlichen Stoffen eine Fiction-Strecke im Programm bauen können. Davon sind wir im Moment ein Stück entfernt.“

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Wahrscheinlich plant ProSieben, eigene Formate wie etwa die Sendung „Wer stiehlt mir die Show?“ noch prominenter zu pushen und zu platzieren und durch weitere, ähnliche Konzepte zu ergänzen. Doch warum entscheidet sich der Sender für diesen Schritt?

Das sind die Gründe für die Umstellung

Generell bringen große Titel nicht mehr die guten Zahlen von früher. Zudem hat die Corona-Pandemie den Nachschub aus Hollywood deutlich beschränkt. Da Filme meiste circa zwei Jahre nach Kinostart bei uns ins Fernsehen kommen, hat sich dieser Effekt etwas verschoben, um sich jetzt allerdings besonders stark auszuwirken. Rosemann sagt dazu: „Es wird in der nächsten Zeit keine für uns befriedigende Versorgung mit neuen Blockbustern geben.“

Der Senderchef erwähnt außerdem die Konkurrenz mit Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und Co. Gerade die großen Hollywood-Produktionen erscheinen tatsächlich häufig noch vor der TV-Premiere auf Streaming-Plattformen. Ein Großteil der Zielgruppe muss also gar nicht aufs lineare Fernsehen warten, um diese Produktionen zu sehen. Bleibt man etwa beim Beispiel „Avengers“ von Marvel: Das Studio gehört inzwischen zu Disney, sodass Disney+ logischerweise deutlich vor allen anderen Zugriff auf neue Titel der Reihe hat.

Im Übrigen ist nicht nur ProSieben davon betroffen, auch bei RTL+ hat die Dichte US-amerikanischer Blockbuster zur Primetime deutlich abgenommen. Wann die endgültige Umstellung auf dieses neue Konzept erfolgen soll, ist noch nicht bekannt, ebensowenig, inwiefern sich die Änderung möglicherweise auch auf den eigenen Streaming-Dienst Joyn auswirken könnte

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