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Von wegen ausgezockt!

Xbox-Technik feiert Comeback im Krankenhaus

Xbox 360
Alte Xbox-Technik kommt im Krankenhaus zum Einsatz Foto: Getty Images
Giselle Pomplun

22. Oktober 2026, 11:05 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Viele Gamer erinnern sich wahrscheinlich noch an die Kinect-Kamera der Xbox 360. Sie machte Controller überflüssig und erkannte Bewegungen direkt per Sensor. Was damals das Spielerlebnis revolutionierte, feiert inzwischen sein Comeback in einem völlig anderen Umfeld: in modernen Krankenhäusern.

Auf die ungewöhnliche Verbindung machte ein Instagram-Beitrag des Accounts „Pubity“ aufmerksam. Demnach nutzen einige CT-Systeme Technologien, die dem Prinzip der früheren Kinect ähneln beziehungsweise darauf basieren. Statt Spielerbewegungen zu erfassen, vermessen die Sensoren heute Patienten vor einem CT und erstellen berührungslos ein digitales 3D-Abbild des Körpers.

Aus der Xbox in die Radiologie

Ein Beispiel dafür ist die „FAST 3D Camera“ von Siemens Healthineers. Das System erfasst Körpergröße, Lage und Konturen eines Patienten in drei Dimensionen. Ergänzend kommen Infrarot-Sensoren zum Einsatz, die zusätzliche Informationen über die Körperform liefern.

Die gesammelten Daten werden anschließend von KI-Algorithmen ausgewertet. Die Software unterstützt das medizinische Personal dabei, den Patienten möglichst präzise auszurichten und den passenden Untersuchungsbereich festzulegen. Das soll helfen, Fehler bei der Positionierung zu reduzieren und sicherzustellen, dass die gewünschte Körperregion korrekt erfasst wird.

Für Krankenhäuser ergeben sich daraus mehrere potenzielle Vorteile. Die Vorbereitung von CT-Untersuchungen kann schneller erfolgen, während gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Bildqualität angestrebt wird. Zudem soll die Technologie dazu beitragen, die Strahlendosis besser an den jeweiligen Patienten anzupassen.

Studie stützt die Theorie

Laut einer von Siemens angeführten wissenschaftlichen Studie arbeitete die automatische Positionierung per 3D-Kamera deutlich genauer als die manuelle Ausrichtung durch Fachpersonal. Die durchschnittliche Abweichung lag bei rund fünf Millimetern, während sie bei der manuellen Positionierung ganze 19 Millimeter betrug. Für Patienten kann das präzisere Aufnahmen bedeuten und vor allem eine optimierte Strahlendosis.

Für die Technik hinter der Xbox-Kamera Kinect ist es dagegen ein bemerkenswertes Comeback: Aus einer Innovation für Videospiele wurde ein Werkzeug, das heute bei medizinischen Untersuchungen eingesetzt wird.

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