Steam schafft physische Guthabenkarten endgültig ab
Valve ersetzt physische Geschenkkarten künftig durch digitale Alternativen auf der Steam-Plattform Foto: picture alliance / dpa Themendienst
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Mats Pache
12. Juni 2026, 17:34 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Valve zieht Konsequenzen im Kampf gegen Betrugsmaschen rund um Steam-Guthaben. Der Betreiber der Spieleplattform stellt den Vertrieb physischer Geschenkkarten ein. Valve produziert die Karten künftig nicht mehr und liefert sie auch nicht mehr an den Einzelhandel aus. Damit endet nach und nach ein Angebot, das viele Nutzer zum Verschenken von Steam-Guthaben genutzt haben.
Verkauf läuft nur noch bis zum Lagerende
Die bereits an Händler ausgelieferten Guthabenkarten bleiben zunächst erhältlich. Laut Angaben auf der offiziellen Support-Seite von Steam werden sie verkauft, bis die vorhandenen Bestände aufgebraucht sind. Neue Karten kommen nicht mehr in die Geschäfte.
Wer bereits eine Steam-Guthabenkarte besitzt oder noch eine im Handel findet, kann sie weiterhin wie gewohnt verwenden. Die Gültigkeit bereits verkaufter Karten bleibt unverändert bestehen. Für vorhandene Guthabenkarten ergeben sich durch die Entscheidung also keine Einschränkungen.
Nach dem Aus der physischen Karten bleibt nur noch die digitale Variante. Wer künftig Steam-Guthaben verschenken möchte, muss dafür die digitale Geschenkkarte nutzen, die direkt über die Spieleplattform angeboten wird.
Damit verlagert Valve das Angebot vollständig in den digitalen Bereich. Sobald Händler ihre letzten Bestände verkauft haben, bringt Valve keine neuen physischen Steam-Geschenkkarten mehr in den Handel.
Als Begründung für den Schritt nennt Valve die Cyberkriminalität. In den vergangenen Jahren nutzten Betrüger immer wieder Steam-Guthabenkarten, um an Geld zu gelangen. Sie brachten ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu, Guthabenkarten zu kaufen und die Einlösecodes anschließend weiterzugeben.
Die erlangten Codes wurden anschließend häufig über Online-Plattformen weiterverkauft. Auf diesem Weg konnten die Täter die Guthaben zu Geld machen.
Frühere Maßnahmen ohne Erfolg
Valve hat nach eigenen Angaben über Jahre hinweg verschiedene Maßnahmen ausprobiert, um den Missbrauch der Geschenkkarten einzudämmen. Offenbar führten diese Versuche jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis. Deshalb beendet das Unternehmen nun den Verkauf der physischen Karten vollständig.
Für Nutzer ohne digitale Zahlungsmethode könnte die Änderung problematisch sein. Gleichzeitig ist unklar, wie stark die Maßnahme tatsächlich gegen die Betrugsmasche wirkt. Auf dem Markt existieren zahlreiche weitere Geschenkkarten-Systeme, die weiterhin verfügbar sind.
Wer von angeblich offiziellen Stellen dazu aufgefordert wird, Schulden oder Forderungen mit Geschenkguthabenkarten zu begleichen, sollte besonders vorsichtig sein. Solche Aufforderungen können auf einen Betrugsversuch hindeuten.
Betroffene sollten in solchen Fällen skeptisch bleiben und entsprechende Vorfälle direkt bei der Polizei melden.
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