Mitten in einer laufenden Protestaktion gegen Sonys Digitalstrategie verschickt der Konzern E-Mails an PlayStation-Nutzer. Der Inhalt sorgt für Diskussionen, weil er ein Grundproblem digitaler Spielekäufe erneut ins Bewusstsein rückt.
Sony hat begonnen, E-Mails an PlayStation-Nutzer zu versenden, die viele Empfänger überrascht haben. Darin erinnert das Unternehmen daran, dass Spiele aus dem PlayStation Store nicht im klassischen Sinne erworben werden. Stattdessen erhalten Käufer lediglich eine Nutzungslizenz für die jeweiligen Inhalte. Die Nachrichten wurden laut Berichten in sozialen Netzwerken und auf Reddit ab dem 18. August verschickt.
Besonders irritiert viele Nutzer dabei, dass die Hinweise selbst jene erreichten, die ihre Konsole seit längerer Zeit nicht verwendet haben. In den E-Mails verweist Sony auf die PlayStation-Nutzungsbedingungen und die zugehörige Endnutzer-Lizenzvereinbarung. Dort heißt es, Nutzer erhielten lediglich eine „begrenzte, nicht-exklusive, nicht übertragbare und persönliche Lizenz“ zur privaten Nutzung. Sämtliche weiteren Rechte verbleiben bei Sony beziehungsweise den jeweiligen Rechteinhabern.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt das Timing der Nachrichten. Vom 23. bis 30. August 2026 läuft die Protestkampagne „#PSBlackout“, die von der Initiative „Does It Play“ organisiert wurde. Die Gruppe setzt sich für den Erhalt physischer Datenträger ein und ruft PlayStation-Besitzer dazu auf, ihre Konsolen während des Aktionszeitraums ausgeschaltet zu lassen, keine Spiele zu kaufen und bestehende Abonnements zu kündigen.
Hintergrund ist Sonys Ankündigung, ab Januar 2028 keine physischen Spiele-Discs mehr zu produzieren. Finanzchef Lin Tao begründete diesen Schritt mit der fortschreitenden Digitalisierung des Marktes. Kritiker befürchten jedoch, dass Spieler dadurch noch stärker an das digitale Ökosystem des Unternehmens gebunden werden. Bereits heute wird erwartet, dass einzelne Titel künftig nur noch als Download oder mit Download-Code in einer leeren Verpackung angeboten werden.
Das Problem betrifft nicht nur PlayStation-Spieler
Allerdings ist Sony mit diesem Modell keineswegs allein. Auch andere große Plattformbetreiber wie Steam, Microsoft oder Nintendo räumen ihren Kunden in den Nutzungsbedingungen lediglich Lizenzen ein. Ein echtes Eigentumsrecht an digital erworbenen Spielen entsteht in der Regel nicht. Diese Praxis ist seit Jahren branchenweit verbreitet.
Dennoch bleibt das Thema gerade für langjährige PlayStation-Fans sensibel. Wer bisher auf Disc-Versionen setzte, verfügte zumindest über einen physischen Datenträger. Mit dem geplanten Ende der Disc-Produktion entfällt diese Alternative. Die aktuellen E-Mails erinnern deshalb viele Nutzer daran, dass digitale Spiele dauerhaft an Plattformen, Konten und die Geschäftsentscheidungen der jeweiligen Anbieter gebunden bleiben.
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