Zunehmender Digitalisierung zum Trotz – in vielen Bereichen der Tech-Welt geht noch nichts ohne die entsprechende Hardware. Das gilt für Smartphones ebenso wie für Videospielkonsolen, deren Hersteller wie Fans sich seit jeher erbitterte Grabenkämpfe liefern und die selbst Kultstatus erreichen können. Aber für wie lange noch? Branchenanalysten sehen jetzt für PlayStation, Xbox und andere schwarz.
Cloud-Gaming wird PlayStation und Xbox verdrängen
Das geht jetzt aus einem neuen Bericht des renommierten Wirtschaftsmagazins „Bloomberg“ hervor. Ein Team um den Experten Nathan Naidu kommt in einer neuen Untersuchung zu dem Schluss, dass traditionelle Spielkonsolen wie die PlayStation oder Xbox bis 2035 fast vollständig verdrängt werden.
Grund hierfür soll das bis dahin stark wachsende Cloud-Gaming sein, bei dem man Spiele einfach online streamen kann. Bereits jetzt gibt es die Technologie, allerdings kam sie bislang nur verhalten an. Google etwa wagte mit Stadia einen ambitionierten Vorstoß in dieser Sparte und gab nach nur drei Jahren auf. Trotzdem würde der Trend langfristig nur in eine Richtung zeigen: steil nach oben.
Dem Bericht zufolge soll der Markt fürs Cloud-Gaming in knapp zehn Jahren auf bis zu 38 Milliarden US-Dollar anwachsen. Angefeuert wird die Entwicklung durch den Ausbau von Rechenzentren und immer fähigere KI-Tools. Das soll den Betrieb günstiger machen und somit die Reichweite fürs Spielstreaming vergrößern. Auch steigende Werbeeinnahmen könnten das Wachstum vorantreiben.
Ohnehin spielt KI eine immer größere Rolle in der Entwicklung, Spiele werden dadurch immer aufwendiger. Von daher wäre es effizienter, die benötigte technische Infrastruktur direkt aus dem Rechenzentrum und damit online bereitzustellen.
Konsolen eher wie Plattenspieler
Gänzlich verschwinden sollen PlayStation, Xbox und Co. aber nicht. Stattdessen ist es vorstellbar, dass Konsolen eine spezialisierte Nische besetzen, ähnlich wie es bei Plattenspielern in der Musik bereits der Fall ist. Dann könnten sie eher Sammler oder besonders ehrgeizige Spieler ansprechen. Gaming-PCs zählt Bloomberg übrigens auch dazu.
Über gute Voraussetzungen für eine cloud-basierte Zukunft sollen Microsoft, Nvidia und Tencent verfügen, da man dort bereits umfassend in die entsprechenden Strukturen investiert hat. Erstere sollen schon jetzt mit Xbox Cloud Gaming einen Marktanteil von 40 Prozent halten und diesen auch verteidigen können, trotz jüngster Einschränkungen für das Angebot.
Bis 2035 dauert es aber noch etwas. Vorerst schießen die Preise für Rechenleistung durch den Ausbau der KI-Rechenzentren hoch. Erst Ende der 2020er erwarten die Analysten überschüssige Kapazitäten, die für günstigere Preise sorgen sollen. Bis dahin wird wohl die Mehrheit der Spieler weiterhin PlayStation, Xbox oder Nintendo die Treue halten.
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