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Teure Konsequenzen

Nintendo kassiert Millionenstrafe wegen Joy-Con-Fehler

Mann mit einer Nintendo Switch in der Hand. Einer der Joy-Cons ist ein Stück oben heraus geschoben.
Die französischen Behörden brummen Nintendo Europa eine Millionenstrafe auf Foto: picture alliance / dpa Themendienst
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Charlotte Ziesing

9. Juni 2026, 16:59 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Nintendo muss in Frankreich eine Strafe von 35 Millionen Euro zahlen. Grund ist der seit Jahren bekannte Joy-Con-Drift bei der Nintendo Switch. Die französische Verbraucherschutzbehörde DGCCRF wirft Nintendo vor, Kunden nicht ausreichend über den Fehler informiert zu haben. Nintendo of Europe hat die Strafe mittlerweile akzeptiert.

Was ist das Joy-Con-Drift-Problem?

Der Joy-Con-Drift gehört zu den größten Hardware-Problemen in der Geschichte der Nintendo Switch. Dabei registrieren die Analog-Sticks Bewegungen, obwohl sie gar nicht berührt werden. Figuren laufen von allein weiter, Kameras drehen sich ungewollt oder Menüs lassen sich nur schwer bedienen. In manchen Fällen wird das Spielen nahezu unmöglich. Das Problem trat so häufig auf, dass die mit den Reparaturen beauftragten französischen Dienstleister zeitweise Tausende Joy-Cons pro Woche erhielten und überlastet waren, berichtete das französische Nachrichtenportal „Le Monde

Nintendo wusste laut den französischen Behörden bereits 2018 von dem Problem. Öffentlich kommunizierte das Unternehmen jedoch erst später darüber. Kostenlose Reparaturen für betroffene Controller werden in Europa erst seit 2023 flächendeckend angeboten. Nach Ansicht der Behörde führte das dazu, dass manche Nutzer neue Controller kauften, obwohl eine Reparatur möglich gewesen wäre. Deshalb wertet Frankreich das Vorgehen als irreführende Geschäftspraxis.

Nintendo weist den Vorwurf allerdings zurück, Verbraucher absichtlich getäuscht zu haben. Die Annahme der Strafe sei kein Schuldeingeständnis, sondern diene der Beilegung des Verfahrens. Mit 35 Millionen Euro handelt es sich außerdem um die zweithöchste Strafe, die die französische Behörde DGCCRF jemals verhängt hat. Nur der Fast-Fashion-Händler Shein musste in Frankreich mehr zahlen.

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So funktioniert die Reparatur

Wer Probleme mit einem oder mehreren Joy-Cons hat, kann die Controller in Deutschland weiterhin kostenlos reparieren lassen. Das gilt auch dann, wenn die Garantie bereits abgelaufen ist. Diese Regelung wurde eingeführt, nachdem die European Consumer Organisation (BEUC) in 2021 über 25.000 Beschwerden erhielt. Doch während die Reparaturen in den Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich kostenlos sind, gilt das nicht überall. So bekommen etwa Nutzer in Japan, also Nintendos Heimatland, davon nichts mit. Dort gibt es eine Art Abonnement, das für Reparaturen abgeschlossen werden kann.

Bevor Nutzer eine Reparatur anmelden, empfiehlt Nintendo zunächst, die Analog-Sticks zu kalibrieren und zu prüfen, ob die Standard-Knopfbelegung aktiviert ist. In manchen Fällen lässt sich das Problem dadurch bereits beheben.

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Bestehen die Probleme weiterhin, kann über die Nintendo-Supportseite ein Reparaturformular ausgefüllt werden. Wichtig: Betroffene sollten nur den defekten Joy-Con einsenden. Die Nintendo Switch selbst darf bei diesem Reparaturservice nicht mitgeschickt werden. Schäden durch Eigenreparaturen, unsachgemäße Nutzung oder Fremdzubehör können außerdem von der kostenlosen Reparatur ausgeschlossen sein.

Könnte die Switch 2 auch betroffen sein?

Der Joy-Con-Drift sorgt bereits seit dem Marktstart der Nintendo Switch im Jahr 2017 für Beschwerden. Verbraucherverbände in mehreren europäischen Ländern hatten deshalb Druck auf Nintendo ausgeübt. Infolgedessen weitete Nintendo sein Reparaturprogramm für betroffene Controller deutlich aus.

Ausgelöst wird der Fehler unter anderem durch Verschleiß der Analogsticks und Verschmutzungen an den Sensoren. Das Problem ist allerdings nicht auf Nintendo beschränkt. Viele Hersteller setzen auf sogenannte Potentiometer, die sich mit der Zeit abnutzen können. Die Bewegungen des Joysticks werden dabei über Schleifkontakte erfasst, die sich durch den Gebrauch allmählich abnutzen und dadurch ungenauer werden.

Ob die neuere Switch 2 langfristig ähnliche Probleme entwickelt, ist noch unklar. Bisher gibt es keine vergleichbaren Auffälligkeiten. Allerdings ähnelt die verwendete Stick-Technologie der ursprünglichen Switch.

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