22. August 2025, 14:46 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Die Gamescom 2025 in Köln stand nicht nur im Zeichen neuer Blockbuster und frischer Marken – auch echte Klassiker erleben ein Comeback. Von Horror-Legenden bis zu schrägen Jump’n’Run-Helden: TECHBOOK zeigt, welche Games zurück auf die große Bühne kehren.
Übersicht
Silent Hill f – Japan-Horror reloaded
Das Kult-Franchise bekommt mit „Silent Hill f“ den ersten neuen Titel in der Hauptreihe seit 13 Jahren. Zuletzt hatte „Silent Hill: Downpour“, das siebte Spiel der Serie, durchwachsene Kritiken erhalten. Seitdem sind nur Remakes und Spin-offs erschienen. Auf der Gamescom 2025 war „Silent Hill f“ bereits spielbar und Fans stehen für den Comeback-Titel Schlange. Schauplatz ist diesmal Japan in den 1960ern. Eine Abkehr von den vorigen Titeln, die in westlichen Settings beheimatet waren. Produzent Motoi Okamoto sagte dazu in einer Silent Hill Transmission im März: „Es fühlte sich an, als würde der japanische Einfluss schwinden“. Die Lösung: „100 Prozent japanischer Horror“.
Das Spiel beginnt allerdings in klassischer „Silent Hill“-Manier: Nebel zieht auf und plötzlich ist die gemütliche Kleinstadt Ebisugaoka nicht mehr wiederzuerkennen. Die Entwickler greifen dabei stark auf japanische Folklore und Horrorästhetik zurück – betont psychologisch und mit gesellschaftlichem Druck.
Die Protagonistin Shimizu Hinako muss sich gegen grotesk deformierte Marionetten und aufgeblähte Riesenkreaturen beweisen. Dabei stehen aber nur Nahkampfwaffen wie Rohre, Klingen oder sogar eine traditionelle Naginata zur Verfügung. Keine Schusswaffen – nimm das, Amerika. Die Erkundung wechselt zwischen unheimlichen „realen“ Umgebungen und einer verdrehten Anderswelt, die von japanischer Mythologie und Hinakos Psyche geprägt ist. Frischer Wind für das Franchise und ein vielversprechendes Revival für Fans der Serie.
„Silen Hill f“ ist für den 25. September 2025 angekündigt und läuft auf PlayStation 5, Xbox Series X/S und Windows.
Ninja Gaiden 4 – blutiges Hack’n’Slash auf 180
Nach mehr als einem Jahrzehnt Pause kehrt „Ninja Gaiden“ mit einem neuen Titel in der Hauptserie zurück. „Ninja Gaiden 4“ knüpft an die kompromisslosen Kämpfe der Vorgänger an, kombiniert klassische Moves mit modernen Mechaniken und lässt Fans endlich wieder im Highspeed-Stil durch Gegnerhorden wirbeln.
Das Gameplay auf der Gamescom hat gezeigt: Die Action ist schnell, blutig und absolut episch. Der neue Protagonist Yakumo kämpft in der „Bloodraven“-Form. Ist diese aktiv, kommen zwei zusätzliche Arme aus Yakumos Rücken, die um sich häckseln. Sie ermöglicht zudem einen starken Blutbad-Kill, wenn der Blut-Meter voll ist. Ja, das Spiel dreht sich hauptsächlich um Blut.
„Ninja Gaiden 4“ erscheint am 21. Oktober 2025 für PlayStation 5, Xbox Series X/S und Windows.
Bubsy 4D – Koyote oder italienischer Klempner?
Kaum ein Spiel musste so lange auf einen Nachfolger warten wie „Bubsy 3D“. Der notorisch schräge Jump’n’Run-Klassiker von 1996 geht mit dem kreativ benannten „Bubsy 4D“ in die nächste Runde. Bubsy ist im Trailer sehr selbstreflektiert („Ob das mehr Moves sind, als ein italienischer Klempner hat?“). Auch viele weitere Anspielungen haben es in das Game geschafft. So etwa das Upgrade „OG Coyote Time“, mit dem Bubsy ein paar Schritte in der Luft laufen kann, bevor er herunterfällt – ganz wie Wile E. Coyote aus den Looney Tunes. Sogar ein „Bubsy 3D“-Outfit steht zur Verfügung, wodurch der Held so pixelig aussieht wie 1996.
„Bubsy 4D“ erscheint für Switch, Xbox Series X/S, PlayStation und Windows – ein Startdatum ist bislang nicht bekannt.
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Heroes of Might and Magic: Olden Era – die (g)oldene Ära
Einst war „Heroes of Might and Magic“ ein Grundstein der Fantasy-RPG-Genres. Bis zum fünften Titel von 2006 war die Welt auch noch in Ordnung. Spätere Titel, die unter dem Namen „Might & Magic Heroes“ liefen, konnten allerdings nicht an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen. Durchwachsene Kritiken für den siebten Teil von 2015 besiegelten das Ende der Serie – bis jetzt. Denn „Heroes of Might and Magic: Olden Era“ soll dort anknüpfen, wo das Franchise am stärksten war. Als Prequel zu den ersten drei Spielen der Serie bringt es bekannte Charaktere wie Octavia zurück – Fans können sich also gleich zu Hause fühlen.
Wie uns gesagt wurde, basiert die Mechanik hauptsächlich auf Teil 3 und 5. Wer damit vertraut ist, sollte sich daher schnell zurechtfinden. Für Anfänger stellt das komplexe Spielsystem eine Herausforderung dar. Beim Antesten wurde einer unserer Helden samt Armee in nur einem Spielzug komplett zunichtegemacht – und das, obwohl der Kampf eine „normale Herausforderung“ sein sollte. Dafür belohnt das Game mit vielen zu entdeckenden Geheimnissen und Gegenständen, die Stats verbessern oder Geld und XP bringen.
Nähere Details zum Release-Termin des Comeback-Titels hat Entwickler-Studio Unfrozen uns auf der Gamescom nicht gegeben. „Heroes of Might and Magic: Olden Era“ wird aber exklusiv für Windows-PCs erscheinen.
Warhammer 40,000: Dawn of War IV – back to the roots
Es ist eines der besten Jahre für Fans der Grimdark-RTS-Serie: Nicht nur wurde das Original von 2004 erst kürzlich als „Definitive Edition“ frischgemacht. Auf der Gamescom 2025 hat der Publisher Deep Silver gleich nachgelegt und den ersten Trailer für „Warhammer 40,000: Dawn of War IV“ gezeigt. Es ist das erste Spiel der Serie seit „Dawn of War III“ von 2017, das damals mit seinem hybriden Ansatz aus Echtzeitstrategie und Einheiten-Taktik das Franchise in eine neue Richtung bringen sollte. Stattdessen ist lange Zeit nichts passiert – bis jetzt.
Der vierte Teil der Serie bringt Spieler zurück nach Kronus – einen imperialen Planeten, der aus der „Dawn of War – Dark Crusade“-Erweiterung bekannt ist. Kronus ist jedoch ebenfalls eine Grabwelt der unsterblichen Necrons, ein zäher und scheinbar unbesiegbarer Gegner des Imperiums. In „Dawn of War IV“ stellt sich der Blood-Ravens-Orden der Space Marines auf dem Planeten zur letzten Schlacht.
Beim Gameplay haben sich die Entwickler am Original von 2004 orientiert, während vor allem Teil 2, aber auch Teil 3 mehr das taktische Mikro-Management von einzelnen Einheiten in den Fokus stellten. Teil 4 bringt das klassische Base-Building-Prinzip mit Hauptquartier und weiteren Gebäuden für spezialisierte Einheiten zurück. Anforderungspunkte und Energie bilden wieder die Basis-Ressourcen, die für die Rekrutierung notwendig sind. Das heißt: Das Einnehmen von Kommandoposten ist wieder ein zentraler Aspekt. Spieler können aus vier Fraktionen wählen, von denen wir mit drei bereits gut vertraut sind: Space Marines, Orks und Necrons. Gänzlich neu hingegen ist das Adeptus Mechanicus – im Prinzip die Wissenschaftler-Kaste des Imperiums.
Die Gameplay-Demo von „Warhammer 40,000: Dawn of War IV“ auf der Gamescom zeigt die starke Rückbesinnung auf die Anfänge der Serie. Space Marines, Orks und Necrons spielen sich praktisch wie in „Dark Crusade“. Necrons haben die Fähigkeit, Einheiten wiederzubeleben, Orks können strategische Gebäude bauen, um ihre „WAAAGH!“-Leiste zu füllen. Die Blood Ravens können mit ihren Drop Pods schnell in das Kampfgeschehen eingreifen. Klassische Kettenfahrzeuge wie Rhino und Predator sind jedoch neueren Modellen mit Repulsor-Antrieb gewichen. Kein Wunder, denn die Handlung spielt 200 Jahre weiter in der Zukunft, nachdem das Auge des Schreckens das Imperium auseinandergebrochen hat.
„Dawn of War IV“ soll 2026 für Windows-PCs erscheinen.