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Entwickler kontrollieren nur noch

„Fortnite“-Macher lassen künftig Spiele von KI programmieren

Epic Games setzt künftig auf KI in der Programmierung. Eine kontroverse Entscheidung.
Epic Games setzt künftig auf KI in der Programmierung – eine kontroverse Entscheidung Foto: Getty Images

14. Oktober 2026, 11:57 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Künstliche Intelligenz verändert inzwischen auch die Entwicklung großer Videospiele. Epic Games beispielsweise will KI deutlich stärker in seine Arbeitsabläufe integrieren. Beim Entwickler von „Fortnite“ sollen Tools wie Claude von Anthropic künftig unter anderem Programmcode und Grafiken erzeugen.

Menschen verschwinden deswegen nicht aus dem Entwicklungsprozess. Ihre Rolle verändert sich aber. Anstatt Code selbst zu schreiben, sollen sie der KI Aufgaben stellen, Ergebnisse kontrollieren und bei Bedarf Änderungen veranlassen. Epic Games betont, dass kreative Entscheidungen und die Kontrolle weiterhin bei den Entwicklern liegen sollen. Den Code selbst schreiben sollen sie aber nicht mehr.

Mitarbeiter haben Zweifel am KI-Kurs

Wie das Magazin „Bloomberg“ berichtet, stößt der neue „AI first“-Ansatz innerhalb des Unternehmens offenbar nicht nur auf Begeisterung. Die Entwickler bezweifeln demnach, ob sich große Spiele tatsächlich auf diese Weise fertigstellen lassen.

Ein praktisches Problem sind Bugs. Erzeugt Claude beispielsweise fehlerhaften Code, müssen Entwickler diesen erkennen und korrigieren können. Dafür müssen sie die Logik hinter dem Skript jedoch erst im Nachhinein durchdringen. Das kann zusätzlich Zeit und Ressourcen kosten. Ganz ohne menschliche Expertise funktioniert das System damit nicht.

Auch interessant: Fortnite kehrt in den US-App-Store zurück

Disney-Projekt verspätet sich

Der Kurswechsel kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Disney investierte 2024 rund 1,5 Milliarden US-Dollar in Epic Games. Geplant sind neue Spielerlebnisse rund um bekannte Marken wie Marvel und Star Wars. Das erste große Projekt ist bereits in Arbeit, kommt jedoch langsamer voran als erwartet. Ein ursprünglich für März 2027 geplanter Startschuss wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Gleichzeitig hat Epic Games erst kürzlich massiv Stellen abgebaut. Rund 1000 Mitarbeiter mussten gehen, weil „Fortnite“ in puncto Umsatz schwächelt. CEO Tim Sweeney sieht in KI dennoch einen Produktivitätsschub und erwartet eine wesentlich höhere Effizienz der Teams. Ob KI große Spiele tatsächlich schneller zur Marktreife bringen kann, dürfte das Disney-Projekt nun zu einem besonders interessanten Testfall machen.

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