Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für digitalen Lifestyle und Entertainment
News Videospiele Alle Themen
Lange erwartetes Game

Sims 5 gestrichen: Was plant EA jetzt mit der Kultreihe?

Spielszene aus „Die Sims“
Spielszene aus „Die Sims“ Foto: picture-alliance / gms | Electronic_Arts
Artikel teilen
Janina Ottma

13. August 2025, 16:55 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

EA hat bestätigt, dass es kein „Die Sims 5“ geben wird. TECHBOOK erklärt, welche offiziellen Gründe der Publisher nennt, warum die Entscheidung nicht nur Spieler betrifft – und was wirklich dahinterstecken könnte.

Seit mehr als einem Jahrzehnt bildet „Die Sims 4“ das Herzstück einer der bekanntesten Spielereihen der Welt. Millionen Menschen gestalten in dem Lebenssimulationsspiel Häuser, Figuren und Mods – und investieren Zeit wie Geld in die stetig wachsende Content-Sammlung. Nun steht fest: Einen klassischen Nachfolger in Form eines „Die Sims 5“ wird es nicht geben. Stattdessen will EA eine umfassende Plattform-Strategie umsetzen, die das Spiel und seine Ableger eng miteinander vernetzen soll. Ein Schritt, der in der „Sims“-Community für Diskussionen sorgt.

Warum EA auf „Die Sims 5“ verzichtet

Bisher bedeutete ein neues „Sims“-Spiel immer auch einen Neuanfang. Wer zum Beispiel von „Die Sims 2“ zu „Die Sims 3“ wechselte, musste bei null anfangen: Alle gekauften Erweiterungen, selbst erstellten Inhalte und gespeicherten Spielstände blieben zurück. Diesen Schnitt will EA diesmal vermeiden.

„Was ich nicht möchte, ist, dass ihr bei Tag null anfangen und von vorne beginnen müsst und all die Dinge aufgebt, die ihr erschaffen habt, all den Content, den ihr über die Jahre gekauft habt“, erklärte EA-Entertainment-Präsidentin Laura Miele gegenüber „Variety“.

Seit dem Release 2014 ist für „Die Sims 4“ eine umfangreiche Content-Bibliothek erschienen, die bislang 19 Erweiterungspacks, zwölf Gameplay-Packs, 20 Accessoires-Packs und 44 Sets im Gesamtwert von mehr als 1.000 Euro (Stand: August 2025) umfasst. Ein kompletter Neustart würde bedeuten, dass Spieler, die auf „Die Sims 5“ umsteigen, auf diese Inhalte verzichten müssten. Da EA mit dem Verzicht auf ein neues Vollpreis-Spiel hohe Entwicklungskosten spart, will der Konzern stattdessen die bestehende Basis technisch und inhaltlich ausbauen beziehungsweise die Anzahl von Bugfixes erhöhen.

Das „Sims Universe“: Vier Spiele, eine Plattform

Kern der neuen Strategie ist das „Sims Universe“, eine gemeinsame Plattform, auf der mehrere Sims-Titel, die sich technische Grundlagen und Community-Features teilen, parallel betrieben und miteinander vernetzt werden.

Konkret sollen vier Titel miteinander verbunden werden:

  • „Die Sims 4“ als Haupttitel mit neuen DLCs und technischen Updates
  • „Project Rene“, ein Multiplayer-Ableger von „Die Sims 4“ mit Free-to-Play-Modell und plattformübergreifendem Spielen
  • „MySims“, ein „Die Sims“-Spin-off
  • „Project Stories“, ein Mobile-Spiel mit Story-Schwerpunkt

Alle Spiele sollen dieselben Creator-Tools, eine gemeinsame User-Content-Galerie sowie ein gemeinsames Marketplace- und Social-Network-System nutzen. Dies soll es Spielern ermöglichen, Bauwerke, Sims oder Mods übergreifend zu teilen – unabhängig davon, in welchem der Spiele sie erstellt wurden. Miele bezeichnet diese Vernetzung als „eine der größten Wachstumschancen für EA“.

Mehr zum Thema

Mehr Infos zu „Project Rene“

Gingen Fans von „Die Sims 4“ anfangs davon aus, dass es sich bei dem bereits häufiger von EA in Blogposts und Streams erwähnten „Project Rene“ um den Nachfolger von „Die Sims 4“ handelt, steht mittlerweile fest: „Project Rene“ ist Teil des neuen Plattform-Ansatzes.

Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Spielen: Freunde sollen sich in Echtzeit in einer neuen Welt treffen, zusammen bauen und interagieren können – sowohl am PC als auch mobil. Der Wechsel zwischen Plattformen soll nahtlos funktionieren. Bekannt ist auch, dass „Project Rene“ Free-to-Play erscheinen wird – ein Novum in der Hauptreihe. Monetarisiert wird vermutlich über optionale Inhalte, ähnlich wie bei den zahlreichen DLCs in „Die Sims 4“.

Auch das beliebte „Create-A-Style“-Tool aus „Die Sims 3“ soll zurückkehren, um Objekte frei einfärben und mustern zu können. Die Entwicklung läuft seit mehreren Jahren, erste Invite-only-Playtests fanden bereits 2024 statt. Diese Tests gaben ausgewählten Spielern einen Einblick in das Multiplayer-Erlebnis. Einen offiziellen Release-Termin gibt es bislang noch nicht. Ein Release ist jedoch frühestens 2026 wahrscheinlich.

Weitere Projekte: Film, Spin-offs und neue Spielideen

Das „Sims Universe“ umfasst auch medienübergreifende Vorhaben. EA und Entwicklerstudio Maxis arbeiten parallel an mehreren Projekten, die das Franchise in neue Richtungen erweitern. Ein Beispiel: Der bereits offiziell von EA angekündigte „Die Sims“-Film, der von Amazon MGM Studios in Zusammenarbeit mit Margot Robbies Produktionsfirma LuckyChap produziert wird. Zum Kinostart will EA spezielle Ingame-Inhalte veröffentlichen.

Zudem feierte „MySims“ im April 2025 mit dem „MySims: Cozy Bundle“ (inklusive „MySims“ und „MySims Kingdom“) ein PC-Comeback. Parallel testet EA neue Cozy-Game-Konzepte, auch in Zusammenarbeit mit Nintendo für den asiatischen Markt.

Für „Die Sims 4“ setzt EA im Rahmen von „Creator Sets“ verstärkt auf Kooperationen mit bekannten Content Creators und Custom Content Designern wie lilsimsie, Myshunosun und Trillyke. So erschienen unter anderem zum 25-jährigen Sims-Jubiläum gemeinsame Sets, weitere sollen folgen.

Bild konnte nicht geladen werden
Janina Ottma

PR-freundliche Halbwahrheit

„Laura Mieles Argument, die ‚Sims 4‘-Community und ihre Investitionen in Erweiterungen und Sets schützen zu wollen, wirkt auf mich wie eine PR-freundliche Halbwahrheit. Schließlich ist EA ein milliardenschwerer Konzern, der auch Spiele wie ‚Apex Legends‘ und ‚Battlefield‘ im Portfolio hat. Wahrscheinlicher ist, dass das Budget nicht für alles reicht – und neuer Content für ‚Die Sims 4‘ nun mal günstiger ist als ein kompletter Neustart.

Und genau da sehe ich das größte Risiko: ‚Die Sims 4‘ basiert auf einer über zehn Jahre alten Engine. Selbst wenn sie modernisiert wird, wird sie früher oder später wieder an ihre Grenzen stoßen, zum Beispiel mit Blick auf Physik oder Animationen. Die Entscheidung könnte also langfristig Innovation ausbremsen. Ob EA es schaffen wird, ein ‚Sims Universe‘ aufzubauen, das sich frisch anfühlt und nicht nur die alte Technik aufpoliert, bleibt abzuwarten.“

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.