24. September 2025, 16:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Amazon bietet mit TV-Sticks und Tablets der Fire-Serie günstige Produkte, die in der Regel mit eingebauter Werbung kommen, um den Verkaufspreis zu drücken. Damit Nutzer nicht einfach die Werbung deaktivieren und weitere Änderungen vornehmen können, ist das Betriebssystem stark abgeriegelt. Da das System aber auf Android basiert, finden gewiefte Software-Experten immer wieder Schlupflöcher, um Amazons Sperren zu umgehen.
Begrenzter Zugriff auf das System
In der Android-Welt gilt der Root-Zugriff als Goldstandard, da man das Betriebssystem damit praktisch uneingeschränkt verändern kann. War es früher noch relativ einfach möglich, Fire-Geräte zu „rooten“, blockiert Amazon diesen Zugriff mittlerweile auf Hardware-Ebene. Coder suchen daher ständig nach neuen Wegen, Systemrechte zu erhalten. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Software-Tüftler finden eine Methode, Amazon blockiert sie – und das Ganze von vorn. Aktuell ist es wieder jemandem gelungen, ein Schlupfloch in Amazons Fire OS zu finden.
Dieses ermöglicht es, auf Fire-TV-Geräten und Fire-Tablets weitreichendere Systemrechte zu erlangen. Das sind zwar keine Root-Rechte, trotzdem ist damit der Zugriff auf vieles möglich, was bisher nicht oder nur eingeschränkt verfügbar war. Beispiele sind das Deaktivieren von System-Apps oder das Ersetzen des Amazon-Launchers durch eine eigene Oberfläche.
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Beliebige Apps auf Fire-Geräten installieren
Das Verfahren funktioniert laut Angaben im XDA-Forum auf Geräten mit Fire OS 7 und Fire OS 8. Der Entwickler der bekannten App „Launcher Manager“ hat dafür bereits eine spezielle „System User Edition“ veröffentlicht. Damit die App Zugriff auf Systemrechte erhält, ist nicht einmal zwingend die Eingabe von ADB-Befehlen (Android Debug Bridge – dient eigentlich zur Fehlerbehebung von außen) über einen PC oder Mac notwendig. Stattdessen reicht auch ein anderes Android-Gerät mit einer speziellen App, die frei im XDA-Forum verfügbar ist.
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Nach der Installation können Nutzer über Launcher Manager den Amazon-Launcher ausschalten und dauerhaft einen alternativen Launcher nutzen. Ebenso lässt sich verhindern, dass sich Software-Updates automatisch installieren. Das ist wichtig, da Amazon damit nicht nur Änderungen zurücksetzen, sondern auch den Zugriff komplett sperren kann.
Amazon führt eine schwarze Liste mit Apps, die Nutzer normalerweise nicht auf Fire-Geräten installieren können. Mit Systemrechten ausgestattet, können sie diese Liste einfach ausschalten und eigene Apps in APK-Form installieren. Die Systemrechte selbst bleiben nur bis zum nächsten Neustart bestehen. Die vorgenommenen Änderungen werden jedoch dauerhaft übernommen – solange sie nicht durch ein Update überschrieben werden.
Risiko für das Gerät
Egal, ob Root- oder Systemrechte – das Hantieren mit ABD-Befehlen stellt immer ein Risiko dar. Wer nicht genau nach Anleitung vorgeht, riskiert, das Gerät unbrauchbar zu machen. Im aktuellen Fall kann nur ein fehlender Befehl dazu führen, dass das Gerät in einer Boot-Schleife landet und nicht mehr startet.
Außerdem bringen solche Methoden auch immer ein Sicherheitsrisiko mit. Denn auch entfernte Angreifer können so Zugriff auf das System erhalten, den sie normalerweise nicht hätten. Es ist daher zu erwarten, dass Amazon das Schlupfloch mit einem künftigen Fire-OS-Update schließt.

