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Hersteller raten

Neuen Fernseher im Winter bloß nicht sofort anschließen!

Frau schließt Fernseher an
Wer im Winter einen Fernseher kauft, sollte vor dem Anschluss etwas wartenFoto: Getty Images

Kauft man sich im Winter einen neuen Fernseher, dann muss man vorsichtig sein: Der Temperaturunterschied zwischen Drinnen und Draußen könnte das Gerät beschädigen – das besagt zumindest der Mythos. TECHBOOK hat bei den Fernseher-Herstellern nachgefragt, was an dem Gerücht dran ist.

Wer einen neuen Fernseher kauft, der möchte ihn am liebsten sofort im eigenen Wohnzimmer aufstellen und ausführlich ausprobieren. Doch dann die Überraschung: Der Lieferant weist darauf hin, dass man mit den Anschließen an das Stromnetz noch ein bisschen warten soll, bis sich das Gerät auf Zimmertemperatur erwärmt hat. Anderenfalls könne es Schäden an den Pixeln geben. Aber stimmt das wirklich? Sollte man bei einem neuen Fernseher im Winter tatsächlich warten, bis sich das Gerät auf Zimmertemperatur erwärmt hat? TECHBOOK wollte wissen, was an diesem Mythos dran ist, der auch in Tech-Foren im Internet immer wieder diskutiert wird. Wir haben daher bei den Herstellern nachgefragt.

Die Gefahr besteht nicht für die Pixel…

Tatsächlich ist die Sorge um eine Beschädigung der Pixel unbegründet. „Generell können Sony-Fernseher gleich nach Lieferung und Aufbau in Betrieb genommen werden, da ein kurzzeitiger Temperaturunterschied keine Auswirkungen hat. Der Rat des Lieferanten trifft auf Sony-Fernseher also nicht zu“, erklärt eine Sprecherin von Sony auf Nachfrage von TECHBOOK. Tatsächlich könne man die TVs sogar in Kühlräumen betreiben. Die Kälte könne zwar Schmierstreifen im Bild auslösen, aber das sei kein Versagen der Pixel. Kommt der Fernseher wieder in die Wärme, dann wird auch das Bild wieder normal. 

Samsung bestätigt diese Aussage. Nach Rücksprache mit deren Technik-Team erklärte ein Sprecher, dass eine Gefahr für die Pixel durch zu schnelles Einschalten nicht bestehe.

Das Gerücht, Fernseher könnten in der Kälte des Winters Schaden nehmen, könnte durch die LCD-Displays entstanden sein. LCD steht für Liquid-Crystal-Display und in solchen Bildschirmen sorgen Flüssigkristalle für das Bild auf dem Fernseher. Vielleicht hat die Vorstellung, diese Flüssigkristalle können einfrieren wie Wasser, dieses Gerücht in die Welt gesetzt.

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… sondern für das ganze Gerät!

Allerdings lauert die Gefahr im Winter auch nicht speziell bei Fernsehern, sondern generell sind die kalten Temperaturen eine Herausforderung für technische Geräte. Sowohl die Sprecher von LG als auch von Philips gaben zu Bedenken, dass der Pixel-Mythos zwar an sich falsch sei, der Hinweis im Winter vorsichtig mit durchgekühlter Technik wie Fernseher oder Smartphones zu sein, aber durchaus seine Berechtigung hat. Die Gefahr lauert nämlich im Kondenswasser.

„Auf kalten Gegenständen kondensiert bei plötzlich erhöhter Umgebungstemperatur die Luft, was zu Wassertröpfchen oder einem Feuchtefilm führt. Dieser Vorgang findet auch an den Außenseiten und im Inneren von elektronischen Geräten statt“, erläutert eine Sprecher von Philips. „Auf den Platinen oder an den Kontakten der Schnittstellen kann die Feuchtigkeit dann zu Kriechströmen und Kurzschlüssen führen, was Bauteile beschädigen könnte.“

Vorsicht auch bei Laptops und Smartphones

Verbrachte ein Fernseher im Winter also eine Nacht in einer kalten Lagerhalle und wird ins Warme gebracht, kann sich Feuchtigkeit auf den Platinen bilden. Und das gilt nicht nur für Fernseher, wie ein Sprecher von LG erklärt: „Grundsätzlich ist der Tipp für alle Elektrogeräte nicht verkehrt, weil zum Beispiel Kondensationsfeuchte ja immer ein Thema sein kann. Daher sollte man zum Beispiel auch sein Notebook oder das Smartphone – unabhängig von der Diebstahlsgefahr – nicht über Nacht im Auto lassen und dann morgens in einem warmen Zimmer direkt einschalten. Denn wenn man das Gerät ins Warme bringt, entsteht Kondensationsfeuchte, die dem Gerät schaden kann.“

Daher der Tipp: Technik, die eine Nacht im kalten Auto, auf der Ladefläche eines LKW oder einer Lagerhalle verbracht hat, kann bei einem zu großen Temperaturunterschied durch Kondenswasser leiden. Bei neuen Geräten empfiehlt es sich daher tatsächlich, sie zunächst vor Feuchtigkeit geschützt in der Verpackung aufwärmen zu lassen, bevor man sie auspackt und an den Strom anschließt.

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