Kaufberatung

Die 6 besten Grafikkarten von AMD und Nvidia

Grafikkarten
Bei den vielen verschiedenen Grafikkarten-Modellen auf dem Markt verliert man schnell den Überblick
Foto: Getty Images

Nvidia hat auf der Gamescom die neuen RTX-Grafikkarten angekündigt, die bald auf den Markt kommen werden. TECHBOOK zeigt Ihnen im großen Vergleich, welche Desktop-Grafikkarten gerade am besten für Gaming sind.

Nach jahrelanger Dominanz Nvidias auf dem Grafikkartenmarkt ist AMD nun endlich wieder konkurrenzfähig. Vor allem im mittleren Preissegment lässt Team Rot Nvidia alt aussehen, mit günstigen Modellen, die sehr effizient arbeiten und preiswert sind. Nvidia versucht, mit stärkeren Versionen der bewährten Grafikkarten zu werben. Dadurch ist der Markt jedoch so verwirrender als je zuvor geworden. Zusätzlich zu den „GTX“, „RTX“, „Tis“, „RX“ und „XTs“ in der Bezeichnungen der Grafikkarten ist nun auch noch ein „Super“ dazu gekommen. TECHBOOK bringt Ordnung in das Wirrwarr und zeigt die besten Modelle auf dem Markt.

Die besten Grafikkarten in sechs Kategorien

Beide Hersteller haben in den verschiedenen Kategorien brauchbare Angebote, auch wenn sie nicht immer direkt vergleichbar sind. Wir haben dennoch versucht, Alternativen zu finden.

Bestes Preisleistungsverhältnis

In dieser Kategorie gibt es einen relativ klaren Gewinner, obwohl AMD als auch Nvidia exzellente Kandidaten an der Start bringen. Schon auf dem Papier ist die RX 5700 mit ihren 2304 Rechenkernen und 8 GB Videospeicher der GTX 1060 mit 1536 Rechenkernen und 6 GB Speicher überlegen. Was die theoretische Rechenleistung angeht, ist die RX 5700 auch tatsächlich fast eineinhalb mal schneller. Das überträgt sich auch auf die Leistung in Spielen. Denn die GTX 1660 Ti kann ihre zahlenmäßige Unterlegenheit auch durch ihre höhere Taktfrequenzen nicht wieder wett machen. Der 1500 MHz Basistakt ist 35 MHz höher und die Boost-Frequenz mit 1770 MHz 45 MHz über den 1725 MHz der RX 5700. Ein oft unbeachteter Vorteil der GTX 1660 Ti ist zudem die geringere Leistungsaufnahme, die mit 120 Watt TDP knapp ein Drittel unter den 185 Watt der RX 5700 liegt.

AMD Radeon RX 5700

AMD Radeon RX 5700 | Foto: AMD

Als Faustregel gilt weiterhin, dass die AMD-Grafikkarte ihre Nvidia-Konkurrentin weiterhin vor allem in DirectX-12-Spielen stets überflügelt. Nur in wenigen Titeln wie Counter-Strike: Global Offensive hat die Nvidia-GPU die Nase vorn. Unabhängig davon sind die Karten am besten für Gaming in 1080p-Auflösung mit Ultra-Einstellungen und mindestens 60 Bildern-pro-Sekunde (FPS) geeignet. Auch höhere Auflösungen sind möglich, wobei dann jedoch die Detaileinstellungen oft runtergeschraubt werden müssen. Von uns bekommen beide Karten eine Kaufempfehlung und letztlich muss jeder selbst entscheiden, welche Karte besser ist: Die RX 5700, weil sie höhere Leistung bietet oder die GTX 1660 Ti, weil sie günstiger ist. Ein weitere Alternative in dieser Preisklammer ist zudem die Nvidia Geforce RTX 2060, die vergleichbare Leistung wie die GTX 1660 Ti bietet, zusätzlich aber noch Raytracing unterstützt – eine Funktion, die auch der RX 5700 fehlt.

Die GTX 1660 Ti ist aktuell ab 276 Euro zu haben, während die RX 580 8GB mit 326 Euro zu Buche schlägt. Die RTX sitzt genau in der Mitte, mit einem Preisschild von etwa 300 Euro.

Nvidia Geforce GTX 1660 Ti

Nvidia Geforce GTX 1660 Ti | Foto: Nvidia

Beste Leistung

Eigentlich müsste an dieser Stelle die RTX 2080 mit dem Ti-Zusatz stehen. Aber diese wird immer noch für über 1000 Euro gehandelt, also deutlich zu teuer, um eine Empfehlung von uns zu bekommen. Stattdessen haben wir die RTX 2080 Super auserkoren. Die Grafikkarte der RTX-Generation, die Raytracing-Technologie in Echtzeit berechnen kann, ist leistungstechnisch mit der älteren GTX 1080 Ti vergleichbar. Das Super im Namen bedeutet, dass es sich um eine aufgepeppte RTX 2080 handelt, mit mehr Recheneinheiten und höherer Leistung.

Die RTX 2080 verfügt über besondere „Tensor-Cores“, die neben den traditionellen Recheneinheiten allein dafür zuständig sind, Ray-Tracing in Echtzeit zu berechnen. Dadurch bekommen Videospiele realistisch dargestellte Lichteffekte, was bislang schlichtweg unmöglich war. Die Grafikkarte kann selbst neueste Spiele in 4K-Auflösung mit Ultra-Einstellungen jenseits der 60 Bilder-pro-Sekunde-Marke (FPS) darstellen und ist optimal für Virtual-Reality-Spiele (VR) geeignet. Wenn Ray-Tracing eingeschaltet wird, leidet jedoch auch die Leistung nicht unerheblich und es kann bei 4K-Auflösung schon mal passieren, dass die FPS-Rate unter 60 sinkt.

Was genau Ray-Tracing ist, erfahren Sie hier: Warum dieser Grafikchip die Gaming-Welt für immer verändern wird.

Im Inneren der RTX 2080 arbeiten 3072 Rechenkerne an der Grafikdarstellung, und zusätzlich 48 Tensor-Cores nur für die Raytracing-Technologie. Die Karte hat einen 1650 MHz Basistakt und eine 1815 MHz Boost-Frequenz. Auf der Platine sind 8 GB des GDDR6-Speichertyps verbaut, die auch in den nächsten Jahren noch ausreichen werden. Die GTX 2080 Super ist ab etwa 720 Euro zu haben.

Nvidia Geforce RTX 2080 Super

Nvidia Geforce RTX 2080 Super | Foto: Nvidia

Bei Team Rot gibt sucht man leider vergebens nach einem vergleichbaren Angebot. Die aktuelle Top-GPU von AMD – die RX 5700 XT – liegt selbst in der 50th-Anniversary-Edition in den meisten Spielen deutlich hinter der RTX 2080 Super. Auch AMDs semiprofessionelle Radeon VII kann nicht mithalten, liefert aber vor allem in Spielen, die für DirectX 12 optimiert sind, gute Leistung. Dennoch ist die Vega VII vor allem aufgrund der 3084 Rechenkerne und des schnellen 16 GB HBM2 sehr gut für Allzweck-Computing geeignet. Auch mit VR-Spielen hat die Grafikkarte keine Probleme. Einen Vorteil hat die Radeon VII zudem: Sie ist mit knapp 580 Euro erheblich günstiger als die GTX 2080 Super.

Auch interessant: So verdienen Sie PC-Spiele mit der eigenen Grafikkarte

Beste Budget-Grafikkarte mit Raytracing

In dieser Kategorie kann es nur einen geben, denn andere Grafikkarten können zwar theoretisch auch Raytracing berechnen, brauchen dafür aber viel mehr Rechenpower als Nvidias RTX-GPUs. Nur diese haben Tensor Cores, die speziell dafür gebaut sind, Raytracing in Echtzeit zu berechnen. Wer also die fortschrittliche Grafiktechnologie in Spielen erleben will, braucht zwingend ein RTX-Modell. Als Einstieg in die Raytracing-Welt eignet sich die RTX 2060 aufgrund des niedrigen Startpreises am besten.

Nvidia Geforce RTX 2060

Nvidia Geforce RTX 2060 | Foto: Nvidia

Zwar hat die Karte „nur“ 30 Tensor Cores und kann Raytracing dadurch nicht so flüssig darstellen wie stärkere Modelle. Für den Anfang reicht aber dennoch aus. Auch ist die Karte hervorragend für klassisches Gaming in 1440p-Auflösung mit hohen Details geeignet. Die stärkere Nachfolgerin RTX 2060 Super bietet zwar sowohl in normalen Games als auch bei Raytracing mehr Leistung, kostet aber auch ganze 100 Euro mehr. Nach dem jüngsten Preisverfall von 350 auf 300 Euro bekommt die RTX 2060 deshalb von uns eine absolute Kaufempfehlung.

Beste Grafikkarte für VR

Wenn es um VR geht, muss es bei der Nvidia Geforce RTX 2070 nicht die Super-Version sein. Vor allem der Preis spricht für die ursprüngliche Version des Grafikchips, aber auch die Leistung ist weiterhin im oberen Segment angesiedelt. Die GPU verfügt über 2304 Recheneinheiten und hat einen Basistakt von 1410 MHz. Mit ihren 36 Tensor Cores ist sie zudem auch für Raytracing geeignet, wenn auch nicht so gut wie die RTX 2080 Super. Mit der Karte lassen sich selbst aktuelle Triple-A-Games mit hohen Einstellungen in 1440p- und sogar 4K-Auflösung spielen. Aber vor allem für Virtual-Reality-Gaming, das 2020 mit neuen Blockbustern wie Half-Life: Alyx, Lone Echo 2 und The Walking Dead: Saints and Sinners aufwartet, bietet die RTX 2070 genau die richtige Leistung. Einstellungen auf Maximum und drauf los spielen – so muss VR funktionieren.

Nvidia Geforce RTX 2070

Nvidia Geforce RTX 2070 | Foto: Nvidia

Als AMD-Alternative bietet sich die Radeon RX 5700 XT für VR-Gaming an. Natürlich nicht nur VR-Gaming, sondern auch klassische PC-Spiele, denn auch die RX 5700 versteht sich auf 1440p und 4K mit hohen bis maximalen Details. Ihr fehlen allerdings die Tensor Cores, wer also Raytracing haben möchte, ist hier falsch. Die RTX 2070 bekommt von uns die Kaufempfehlung, weil sie mittlerweile für unter 380 Euro zu haben ist und damit sogar günstiger als die schwächere RX 5700 XT gehandelt wird. Diese bringt es auf etwa 384 Euro.

Beste Budget-Grafikkarte

Die AMD Radeon RX 570 8 GB ist zwar nun schon bald drei Jahre alt, macht aber als Budget-Option immer noch eine sehr gute Figur. Die Karte bietet 2048 Recheneinheiten und hat eine Basistaktfrequenz von 1168 MHz mit einem Boost von bis zu 1244 MHz. Auch Nvidia bietet eine gute, wenn auch etwa schwächere Alternative in dem Budget-Segment an. Die Nvidia Geforce GTX 1650 ist in den meisten Games langsamer, zeichnet sich jedoch durch ihre modernere 12-Nanometer-Architektur und den dadurch geringeren Energieverbrauch von nur 75 Watt aus.

AMD Radeon RX 570

AMD Radeon RX 570 | Foto: AMD

Egal ob RX 570 8GB oder GTX 1650, beide Grafikkarten liefern genug Leistung für das Spielen in 1080p-Auflösung, sehr hohe Detaileinstellungen und konstant über 30 FPS. Die RX 570 8 GB ist ab etwa 139 Euro zu haben, während die GTX 1650 mittlerweile sogar für unter 130 Euro zu finden ist.

Nvidia Geforce GTX 1650

Nvidia Geforce GTX 1650 | Foto: Nvidia

Beste Grafikkarte für eSports

eSports-Titel sind eine besondere Art von Spielen, weil es hier nicht darum geht, dass die Spielgrafik besondern schön und lebensecht aussieht, sondern dass möglichst viele Bilder pro Sekunde aus der Grafikkarte herausgequetscht werden. Denn ein flüssiges Bild ist bei Wettkämpfen um teilweise Millionengelder besonders wichtig, um schnell reagieren zu können, Ruckler sind ein absolutes Tabu. Hier kommt Nvidias Geforce GTX 1650 Super mit 4 GB Videospeicher ins Spiel. Die Karte kostet bei weitem nicht so viel wie der Preisleistungssieger RX 5700, liefert aber trotzdem hervorragende Leistung in eSports-Spielen. In Spielen wie „Fortnite“ und „Overwatch“ produziert die Karte bei 1080p-Auflösung und mittleren bis hohen Einstellungen oft über 100 FPS. Aber auch in grafisch aufwendigen Triple-A-Titeln wie zum Beispiel „Tom Clancy’s The Division 2“ erreicht sie bei sehr hohen Einstellungen im Schnitt fast 60 FPS.

Nvidia Geforce GTX 1650 Super

Nvidia Geforce GTX 1650 Super | Foto: Idealo.de

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In der eSports-Kategorie tritt bei der AMD-Konkurrenz ein alter Bekannter auf den Plan. Die Radeon RX 580 8 GB ist weiterhin eine starke Alternative zur GTX 1650 Super und hat einen entscheidenden Vorteil: Sie hat doppelt so viel Videospeicher wie Nvidias Karte. Trotzdem kommt sie nicht an die Leistung der „Super“-GPU von Nvidia heran und ist zudem teurer – da macht sich der Altersunterschied bemerkbar. Ende 2019 hat AMD jedoch eine eSports-Alternative vorgestellt, die deutlich günstiger sein und ähnliche Leistung wie die GTX 1650 Super bieten wird. Aktuell bekommt man die GTX 1650 Super für um die 159 Euro und die RX 580 8 GB für 164 Euro. Die RX 5500 wird sich preislich darunter einordnen.

Darauf muss man beim Kauf achten

AMDs Grafikkarten haben generell beim gleichen Preispunkt mehr Rechenkerne und damit auch eine höhere theoretische Leistung. Nvidia stattet seine Grafikkarten dafür mit höheren Taktfrequenzen aus, was vor allem in Spielen für mehr Leistung sorgt. AMD hat Nvidia mittlerweile beim Fertigungsprozess überholt und stellt seine Grafikchips mit der 7-Nanometer-Technologie her. Je kleiner der Prozess, desto energieeffizienter die Grafikkarte. AMD kann seine Chips daher schon ab Werk mit Boost-Taktfrequenzen von nahezu 2 GHz ausliefern. Nvidia hinkt mit seiner 12-Nanometer-Technologie hinterher.

Rechenkerne: AMD-Grafikkarten haben generell mehr Rechenkerne, auch Stream-Prozessoren genannt, die neben 3D-Grafiken auch für andere Arten von Berechnungen wie zum Beispiel wirtschaftlichen Simulationen verwendet werden können. Nvidias Rechenkerne sind besser für Gaming optimiert, weshalb die Chips des Herstellers oft mit weniger Kernen als vergleichbare Modelle von AMD kommen. Wenn aber Spiele-Entwickler in Kooperation mit AMD ihre Spiele für AMD-Rechenkerne optimieren, haben die Chips dank ihrer höheren Kernanzahl einen deutlich Leistungsvorteil. Das macht sich vor allem bei Spielen bemerkbar, die für DirectX 12 optimiert sind, da DirectX 12 AMDs Rechenkerne besonders gut ausnutzen kann. Nvidia hat hingegen oft in DirectX 11-Spielen einen Vorsprung.

Taktfrequenz: Grafikkarten haben immer einen sogenannten Basistakt, der angibt, mit welcher Frequenz die Karte minimal arbeitet. Daneben geben die Hersteller auch immer einen Turbo- oder Boost-Takt an, den die Grafikkarten oft nur kurzzeitig erreichen können, wenn sie gut gekühlt sind. Sobald der Chip zu heiß läuft, wird die Taktfrequenz auf ein niedrigeres Niveau gesenkt, geht aber nie unter den Basistakt. Als Faustregel gilt: je höher die Taktfrequenz, desto besser die Leistung in Spielen.

Speicher: Die meisten Grafikkarten benutzen mittlerweile den GDDR6-Speichertyp, der für die meisten Anwendungen gute Leistung bietet. AMD verbaut in seinen High-End-Modellen den sogenannten High-Bandwidth-Memory der 2. Generation (HBM2), der eine besonders hohe Bandbreite hat und damit deutlich schneller ist als GDDR6. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sollte eine Grafikkarte mindestens 6 Gigabyte (GB) Videospeicher haben. 4 GB sind höchstens bei Budget-Modellen noch akzeptabel, längerfristig aber nicht gangbar. Bei einigen Mittelklasse-Karten und bei High-End-Modellen sind 8 GB mittlerweile normal. Die teuersten Karten kommen sogar mit 16 GB.

Super: Die Bezeichnung ist Nvidias Versuch, stärkere Versionen seiner GTX- und RTX-Modelle gegen die Konkurrenz von AMD zu platzieren. Eine RTX 2080 Super hat beispielsweise mehr Recheneinheiten und eine höhere Taktfrequenz als die originale RTX 2080. Eigentlich haben die Super-Versionen die gleiche UVP, auf dem Markt werden sie dennoch meist teurer gehandelt als die ursprünglichen Modelle.

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