Jeder gegen Jeden

Das verbirgt sich hinter dem Battle-Royale-Hype

Fortnite
Auch Spiele wie “Fortnite“ setzen auf den schwer angesagten Battle-Royale-Modus.
Foto: Epic Games

Die Faszination hinter Battle-Royale-Spielen wie „Fortnite“ liegt in unserem Überlebensinstinkt begründet: 100 Spieler kämpfen gegeneinander und nur einer kann gewinnen. Das ist jedes Mal aufs Neue spannend und unvorhersehbar.

Battle Royale erobert die Gaming-Landschaft zurzeit im Sturm. Der Spielmodus ist extrem erfolgreich, Millionen Spieler zocken ihn, und nahezu jeder Entwickler will ihn jetzt in sein Spiel einbauen, mittlerweile sogar Größen wie „Call of Duty“ und „Battlefield“. Aber wie funktioniert der Modus eigentlich? Und viel wichtiger: Warum ist er so angesagt? .

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Erbitterter Überlebenskampf

Der Name geht auf den japanischen Film Battle Royale aus dem Jahr 2000 zurück. Hier kurz die Handlung erklärt: Aufgrund von hoher Arbeitslosigkeit und Kriminalität sieht sich die Gesellschaft dazu gezwungen, die jugendliche Bevölkerung regelmäßig auszudünnen. Das tut sie, indem sie ausgewählte Gruppen auf einer Insel aussetzt, um sie in einem Überlebenskampf gegeneinander antreten zu lassen.

Zusätzlich wird das erbarmungslose Massaker, bei dem nur einer überleben kann, als beliebtes Medienspektakel inszeniert. Diese Idee, die später auch in dem bekannteren Epos Tribute von Panem verarbeitet wurde, bildet den Hintergrund für den beliebten Spielmodus. Nachdem Entwickler und Spieler ihn zunächst als kleine Erweiterungen für andere Spiele programmiert haben, unter anderem „Minecraft“, war „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ der erste Titel, der sich den Modus zum Hauptkonzept setzte.

Das Spiel funktioniert folgendermaßen: Die Teilnehmer springen zunächst gemeinsam mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug heraus und können sich anschließend aussuchen, wo sie landen. Auf der 64 Quadratkilometer großen Karte gibt es viele Wiesen, Wälder und Ruinen zum Verstecken. Am Boden angekommen, geht es sofort los. Die Spieler bekämpfen sich auf der Suche nach Waffen und Vorräten. Um dem Ganzen etwas mehr Geschwindigkeit zu verschaffen, schrumpft das Spielgebiet mit der Zeit immer weiter, bis sich die letzten Überlebenden in der Mitte für einen entscheidenden Kampf treffen. Der Gewinner bleibt als einzelner übrig.

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Entscheidung zwischen Spaß und Wissenschaft

Battle Royale ist spannend, schnell, einfach zu erlernen und immer anders. Zudem schließt der Modus keine Spielergruppe aus. Er eignet sich sowohl für diejenigen, die nur Spaß haben wollen, als auch jene, die eine Herausforderung suchen. Entweder können sie alles dem Zufall überlassen und schauen, wo sie damit hinkommen – oder sie überlegen sich Taktiken, analysieren ihren Spielstil und schauen sich Ratgeber auf YouTube an.

Die Kunst, das Battle Royale als letzter Überlebender zu gewinnen, hat sich mit der Zeit zu einer richtigen Wissenschaft entwickelt. Wann sollte man am besten aus dem Flugzeug abspringen? Wo befinden sich gute Landeplätze? Wie schafft man den Spagat zwischen sich bedeckt halten und aktiv nach Vorräten suchen? Welche Waffen sind zu empfehlen? Wie sollte man seine Spielweise je nach Spielfeldgröße anpassen? Was ist beim Finale zu beachten? Fragen über Fragen, hunderte Meinungen, geheime Tricks und jeder strebt danach, dieses hartumkämpfte und seltene Siegesgefühl zu erreichen.

Aber Battle Royale kann auch ein Teamspiel sein. Wer sich dem Kampf nämlich nicht alleine stellen will, kann auch zu zweit oder mit bis zu drei Freunden eine Mannschaft bilden und sich gemeinsam ins Getümmel stürzen. Dann liefert man sich spannende Matches mit einem Clan nach dem anderen, bis der eigene draufgeht oder tatsächlich gewinnt. So oder so, jedes Match ist anders und bietet für jeden Spieler interessante Situationen. Da die meisten Runden immer nur zehn Minuten dauern, brauchen die Spieler auf einer Niederlage nicht sitzen zu bleiben, sondern können sich gleich der nächsten Runde anschließen.

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Selbst spielen oder spielen lassen

Battle Royale ist nicht nur ein Modus, er ist ein Phänomen wie der Film selbst, ohne dass man sich schlecht für seine Faszination fühlen muss, da niemand wirklich stirbt. Um mitzufiebern, müssen Sie noch nicht einmal selbst mitspielen. Viele Streamer präsentieren ihre Überlebenskünste auf YouTube oder Twitch und erkämpfen den Sieg für ihre Fans. Und dabei muss ein um Haaresbreite erzielter Sieg noch nicht einmal das Unterhaltsamste sein. Oft stellen Spieler auch einfach nur unglaublich lustige und verstörende Momente online, die sich aus Zufall ergeben haben. Hier fassen wir einige gute für Sie zusammen:

Während sich „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ aktuell die Battle Royale-Spitze mit „Fortnite“ und „The Darwin Project“ teilt, wollen bald die ersten großen Titel nachziehen, unter anderem „Tom Clancy’s The Division 2“, „Battlefield 5“, „Red Dead Redemption 2“ und „Call of Duty – Black Ops 4“. Da jeder Entwickler seine eigene Battle Royale-Version erstellt, erwarten die Spieler immer andere Schwerpunkte. „Battlegrounds“ setzt beispielsweise auf ein düsteres Setting und einen harten Überlebenskampf, „Fortnite“ dagegen konzentriert sich mit seinem Comic-Look eher auf Humor und Lockerheit. In „The Darwin Project“ steht vor allem das Überleben in der Wildnis im Kampf gegen Hunger und Kälte im Zentrum.

Der Modus bleibt aktuell und lebendig, weil 1) die Frage, wer beim nächsten Mal überlebt, an unseren Überlebensinstinkt appelliert und deshalb immer wieder vom Neuem reizt, 2) durch Spieler, Magazine und Streamer andauernd Gesprächsthema bleibt und 3) die Entwickler den Modus immer wieder überarbeiten und mit neuen Funktionen ausstatten, vor allem um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Ab wann der Faszination die Luft ausgehen wird, ist noch nicht abzusehen.