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Wie wird man eSportlerin oder eSportler?

Online um Preisgelder, Ruhm und Ehre kämpfen

Wie wird man eSportlerin oder eSportler?

Vor allem junge Leute träumen davon, eSportler zu werden.
Vor allem junge Leute träumen davon, eSportler zu werden.Foto: Getty Images

Den ganzen Tag an der Spielekonsole, am PC oder am Handy zocken? Für manche junge Leute wäre das der absolute Traum. Für eSportlerinnen und eSportler ist dieser Traum Realität geworden. Doch wie wird man zum Profi im Bereich eSport?

eSport hat sich in den vergangenen Jahren aus der Trendphase verabschiedet und gilt inzwischen als ernstzunehmende Sportart. Wobei der Begriff „Sport“ etwas irreführend ist. Duelliert wird sich nämlich auch in ganz normalen Spielen, nicht nur in Sportsimulationen, wie beispielsweise im beliebten Fußballspiel FIFA von EA Sports. Genaue Zahlen, wie viele professionelle eSportler es derzeit weltweit aktiv sind, gibt es nicht. In Europa liegt die geschätzte Zahl bei mehr als 20 Millionen. In Deutschland sind es nach Angaben des eSport-Bund Deutschland e.V. (ESBD) etwa drei Millionen professionelle eSportlerinnen und eSportler. Tendenz: steigend.

Und noch eine Zahl: Im Jahr 2021 haben knapp 500 Millionen Menschen bei eSport-Events über Twitch zugeschaut, der bekanntesten Streaming-Plattform für den eSport-Bereich. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl auf etwa 650 Millionen anwachsen. Es steckt viel Potenzial im Bereich eSport.

Welche Spiele zählen zum eSport?

Neben den beliebten Sportsimulationen wie FIFA-Fußball, Madden NFL/American Football oder NBA 2K-Basketball und diversen Rennspielen wie Gran Turismo oder Assetto Corsa Competizione, gibt es noch mehr eSport-Genres.

  • Echtzeit-Strategiespiele: Dota, League of Legends, StarCraft, Warcraft III, Smite, World of Tanks.
  • Shooter: Counter Strike, Halo, Quake, Overwatch, Paladins, Fortnite, PlayerUnknown’s Battleground, Rainbow Six Siege, Battlefield, Call of Duty, Unreal Tournament.
  • Kartenspiele: Hearthstone: Heroes of Warcraft
  • Sonstiges: Landwirtschaftssimulator, Auto-Battler, Pokémon, Tetris.

Jedes einzelne Genre erfordert ganz bestimmte Fähigkeiten. Bei einem Echtzeit-Strategiespiel müssen die Spieler und Teams auf unvorhergesehene Situationen taktisch klug, vorausschauend und schnell reagieren. In den oft chaotischen Spielsituationen hilft ein kühler Kopf.

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Bei den klassischen Shooter-Spielen braucht es eine gute Strategie, eine Menge Ausdauer und Geduld sowie eine gewisse Treffsicherheit, auch auf weite Distanzen. Die meisten Spiele sind als Ego-Shooter konzipiert, also im Einzelspielermodus. Bei Shooter-Spielen gibt es noch die Unterkategorie Multiplayer Online Battle Arena (MOBA). Dabei kämpfen Teams um den Sieg und müssen entsprechend taktisch geschickt vorgehen, um die gegnerische Mannschaft zu besiegen.

Das zeichnet professionelle eSportler aus

Die meisten erfolgreichen Profis im Bereich eSport haben sich bereits in sehr jungen Jahren auf ein ganz bestimmtes Spiel konzentriert. Es folgen erste Erfolge und Ruhm bei unzähligen Online-Matches. Bei den Live-Events tummeln sich auch immer wieder Talentsucher oder andere Profispielerinnen und -spieler. Wer sich dann in den Ranglisten weit nach oben spielt, kann auf eine Einladung zu einem Probetraining hoffen.

Eine offizielle Ausbildung zur eSportlerin oder zum eSportler gibt es nicht. Einzige Grundvoraussetzung: In dem Lieblingsspiel nicht nur gut, sondern exzellent zu sein. Dazu gehört dann beispielsweise, die gesamte Steuerung mit allen Tricks und Kniffen nahezu blind zu beherrschen. Schließlich geht es später bei Turnieren oder in den Liga-Wettbewerben gegen die Besten der Besten.

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Um in seinem Bereich zu den Top-Spielerinnen und -Spielern zu gehören, braucht es vor allem eine Menge Ausdauer und Trainingsdisziplin. Es mag Spaß machen, mal ab und an ein paar Stunden am Tag an der Spielekonsole zu zocken. eSport-Profis trainieren jedoch 8 bis 12 Stunden am Tag. Einige Profi-Teams mieten inzwischen sogar eigene Wohnungen an, damit die eigenen Spielerinnen und Spieler sich ganz gezielt und ungestört auf anstehende Wettbewerbe vorbereiten können.

Lesen Sie auch: Counter-Strike-Star „Magisk“: »Andere Sportarten füllen keine Stadien«

Spiel, Sport und Preisgelder

Viele Fußball-Bundesligisten in Deutschland sind inzwischen auch im eSport-Sektor mit eigenen Teams vertreten. Die Virtual Bundesliga existiert seit dem Jahr 2012 und ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem FIFA-Entwickler EA Sports. Hier kämpfen die virtuellen Mannschaften unter anderem von Hertha BSC Berlin, vom Hamburger SV, Schalke 04, VfL Bochum, 1. FC Kaiserslautern oder VfB Stuttgart um die Deutsche eSport-Meisterschaft.

eSport-Tourniere füllen nicht selten ganze Stadien.
eSport-Tourniere füllen nicht selten ganze Stadien.Foto: Getty Images

Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche eSport-Events in den verschiedenen Genres. Die Preisgelder bei eSport-Turnieren sind mit der wachsenden Popularität in den vergangenen Jahren immens gestiegen. Bei vielen Veranstaltungen kämpfen die Teilnehmenden inzwischen um Preisgelder im Millionen-Euro-Bereich. Beim Wettkampf „The International“, der offiziellen Dota-2-Weltmeisterschaft, befinden sich im Preispool satte 46 Millionen Euro.

Anlaufstellen für angehende eSport-Profis

Bock auf Zocken? Wer nun Lust hat, sich als eSportler auszuprobieren, der schaut am besten einmal hier vorbei:

  • Gamertransfer: Dort treffen sich Gamer, um sich für gemeinsame Trainingsspiele zu verabreden.
  • ESL Play: Auf der Seite der Electronic Sports League lassen sich Kontakte zu verschiedenen Teams herstellen. Die Kategorien reichen vom Anfänger bis zum Profi.
  • eSport-Bund Deutschland e.V.: Der offizielle e-Sport-Verband für alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland.

Wenn es zum Profiruhm im Bereich eSport nicht reichen sollte, gibt es immer noch die Möglichkeit, selbst spannende und knifflige Games zu entwickeln. Wer selbst Spiele programmieren möchte, liest am besten die Geschichte von App-Programmiererin Kirsten Tischer.

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