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Quartalsbericht veröffentlicht

Weitere Preissteigerungen bei Netflix in Sicht

Netflix könnte in Zukunft noch teurer werden
Die Netflix-App auf einem iPadFoto: Getty Images

Die Abopreise des US-amerikanischen Streaming-Anbieters Netflix wurden erst kürzlich auch in Deutschland angehoben. Mit einem Ausbau des Angebots hofft Netflix, auch in Zukunft noch mehr Geld von Abonnierenden verlangen zu können.

Anbieter Netflix hat am 20. April den aktuellen Quartalsbericht veröffentlicht. Die Zuwächse fallen dabei geringer aus als prognostiziert. Dennoch sind die Zahlen für Netflix ein Zeichen, in Zukunft die Preise weiter erhöhen zu können.

Abo-Zahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück

Die Größe der Nutzerschafts des Streaming-Dienstes ist in Q1 2021 auf 208 Millionen angewachsen. Das sind zwar 13,6 Prozent mehr als im Vorjahr, jedoch konnte die eigene Prognose von 210 Millionen zahlenden Abonnierenden nicht erreicht werden.

Netflix hatte für Q1 2021 einen Zuwachs von 6 Millionen neuen Abos erwartet. Tatsächlich wurden jedoch nur 4 Millionen abgeschlossen. In Q1 2020 übertrafen die Neuzuwächse mit 15,8 Millionen Abos die Prognose von 7 Millionen deutlich. Das ist allerdings hauptsächlich als eine Folge des Ausbruchs der Corona-Pandemie zu sehen. Doch im Vergleich dazu wirkt der Zuwachs von 4 Millionen Abos natürlich gering. Auch das einschränkte Angebot, bedingt durch die Dreh-Stopps vieler Serien und Filme, könnte laut Netflix ein Faktor für das langsamere Wachstum sein.

Aufgrund des geringer als erwarteten Wachstums hat Netflix die Prognose für Q2 2021 auf 1 Millionen runtergeschraubt. Das ist gerade einmal ein Zehntel des Zuwachses von 10 Millionen neuen Nutzenden in Q2 2020. Netflix erwartet aber eine starke zweite Jahreshälfte mit neuen Staffeln beliebter Serien und neuen Filmen. Darunter Fortsetzungen von „Money Heist“ und „The Witcher“ und neue Titel wie „Don’t Look Up“.

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Wird Netflix in Zukunft noch teurer?

Netflix konnte seinen Umsatz in Q1 2021 um 24,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf etwa 7,2 Milliarden US-Dollar (USD) erhöhen. Damit hat das Unternehmen einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden USD eingefahren – deutlich mehr als noch 2020.

Das Unternehmen ist nicht nur an Abo-Zuwächsen interessiert, sondern auch daran, bereits zahlende Mitglieder zu halten. Laut eigenen Angaben liegt die Abwanderungsrate in Q1 2021 unter dem Vorjahresniveau. Für Netflix ist das ein Zeichen, dass „wenn wir den Service verbessern, können wir auch ein bisschen mehr verlangen.“ Soll heißen: In Zukunft sollten Streamende mit noch teureren Netflix-Abos rechnen.

Zuletzt hatte Netflix die Preise in Deutschland sowohl neue als auch bereits abgeschlossene Abos erhöht. Seitdem kostet das HD-Abo statt 11,99 Euro nun 12,99 Euro und das Ultra-HD-Abo statt 15,99 Euro 17,99 Euro. Das SD-Abo bleibt derweil bei 7,99 Euro.

Netflix unter Druck

Der Streaming-Markt wird immer umkämpfter. Nicht nur Disney Plus hält viele Exklusivrechte hochwertiger Kinoproduktionen und zog seine IPs wie Marvel und Pixar von Netflix ab. Auch weitere Dienste wie Apple TV+, Amazon IMBd TV und HBO Max versuchen, sich auf dem Markt zu etablieren.

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