Ankündigung für mehr Unabhängigkeit vom iPhone

Apple will Video-Streamingangebot und mehr Abo-Dienste

Apple will ins Abo-Geschäft einsteigen und einen Video-Streamingdienst anbieten. Die Produktionen sollen dabei hochkarätig besetzt sein.
Foto: Getty Images

Apple-Chef Tim Cook will ein neues Kapitel aufschlagen: Während die Zeiten des großen Wachstums beim iPhone vorbei sind, sollen Video-Streaming und neue Abo-Dienste frische Erlösquellen bringen.

Bereits ab Herbst sollen demnach in dem Angebot „Apple TV Plus“ exklusiv im Auftrag des Konzerns gedrehte Serien und Filme verfügbar sein.

Neues Spiele-Abo und „Apple News Plus“

Und das ist nicht alles: Ebenfalls im Herbst will Apple ein Spiele-Abo starten, mit dem mehr als 100 Games gespielt werden können. Zunächst in den USA und Kanada gibt es außerdem in der App „Apple News Plus“ für 9,99 Dollar (ca. 8,83 Euro) im Monat Zugang zu 300 Magazinen und einigen Zeitungen.

Apple konnte für das neue Streamingportal bekannte Filmemacher sowie Hollywood- und TV-Stars gewinnen. Mit dabei sind unter anderem für einzelne Projekte Steven Spielberg und J. J. Abrams, Oprah Winfrey, Jennifer Aniston und Reese Witherspoon. Einige von ihnen kamen selbst nach Cupertino, um kurz ihre Projekte vorzustellen.

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App soll es in 100 Ländern geben

Ein Preis für „Apple TV Plus“ wurde zunächst nicht genannt. Gleich zum Start soll die App in mehr als 100 Ländern verfügbar sein. Damit konkurriert Apple – wenn auch zunächst in kleinerem Format – mit Diensten wie Netflix oder Amazon Prime Video. Auf dem Aktienmarkt ging zunächst Netflix als Sieger hervor: Die Apple-Aktie ging nach dem Event mit einem Minus von 1,2 Prozent aus dem US-Handel, das Papier von Netflix legte um 1,4 Prozent zu.

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So funktioniert „Apple TV Plus“

Die auf Apple-Geräten bereits vorhandene TV-App wird über den neuen Dienst hinaus ausgebaut. So bekommen Nutzer die Möglichkeit, einzelne Bezahlsender direkt dort zu abonnieren und nutzen. In den USA sind zum Beispiel HBO, Showtime und Hulu mit dabei. International sollen Kanäle aus den jeweiligen Ländern verfügbar sein, hieß es ohne weitere Details. Die App soll zudem personalisierte Vorschläge auf Basis der bisher angesehenen Sendungen machen. Die App wird erstmals nicht nur auf Apple-Geräten, sondern auch auf Fernsehern von Samsung, LG und Sony verfügbar sein, sowie auf Streaming-Boxen von Roku und Amazons Fire TV. Zudem soll die App, die es bisher in zehn Ländern gibt, demnächst weltweit nutzbar werden.

Das Spiele-Abo mit dem Namen „Apple Arcade“ soll Nutzer mit Werbefreiheit und ohne zusätzliche Gebühren überzeugen. Zunächst gab es keine Angaben zum Abo-Preis oder konkreten Spiele-Titeln. Laut Medienberichten sollen die Games exklusiv nur über das „Arcade“-Abo verfügbar sein. Analyst Piers Harding-Rolls von der Marktforschungsfirma IHS Markit verwies zugleich darauf, dass bei Smartphone-Spielen Gratis-Games dominieren.

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Ein Abo im Wert von mehr als 7000 Euro

Bei „Apple News Plus“ würden alle einzelnen Abos zusammengerechnet rund 8000 Dollar (ca. 7069 Euro) im Jahr kosten, erklärte Apple. Familienmitglieder können für die 9,99 Dollar (ca. 8,83 Euro) pro Monat mitlesen. Eine wichtige Funktion der App könnten personalisierte Vorschläge für neue Magazin-Ausgaben und einzelne Artikel sein. Das Layout der Artikel wird speziell an die Bildschirmgröße von iPhone und iPad angepasst. Wie bereits durchsickerte sind die „New York Times“ und die „Washington Post“ nicht dabei, das „Wall Street Journal“ und die „Los Angeles Times“ dagegen schon.

Im Herbst soll die App in Australien und Großbritannien starten. Ob und wann der Dienst nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz kommen wird, ist noch nicht bekannt. Apple hatte als Basis für das Angebot die App „Texture“ gekauft, die Deals mit verschiedenen Magazin-Verlagen in den USA hatte.

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Mehr Geschäft mit Dienstleistungen

Mit den Ankündigungen verstärkt Apple seine Bemühungen, mehr Geschäft mit Dienstleistungen zu machen. Aktuell ist das iPhone das wichtigste Produkt des Konzerns. Im vergangenen Geschäftsjahr brachte es mehr als 60 Prozent der Erlöse ein. Doch zuletzt waren die Verkäufe zurückgegangen – und auf jeden Fall sind die Zeiten des rasanten Wachstums im Smartphone-Geschäft vorbei. Deshalb will Apple die rund 1,4 Milliarden Geräte in den Händen seiner Kunden als Basis nutzen.

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Die Apple-Kreditkarte

In den USA wird es zudem eine Apple-Kreditkarte geben, die der Konzern gemeinsam mit der Bank Goldman Sachs herausgibt. Der Konzern verspricht unter anderem strikten Datenschutz: „Apple weiß nicht, was und wo sie gekauft haben, und was sie dafür bezahlten.“ Zusätzlich zur virtuellen Version der Karte in Apple-Geräten soll es auch eine physische Karte aus Titan geben, auf der neben dem Chip nur der Name des Nutzers draufsteht – keine Nummern oder Unterschrift, damit diese Daten nicht gestohlen werden können. Diese Informationen sind aber über die App auf dem iPhone abrufbar.