Ohne Rauschen oder Knistern

Die 5 besten Podcast-Mikrofone

Frau nimmt Podcast auf
Wer Podcasts aufnehmen möchte, braucht ein gutes Mikrofon
Foto: Getty Image

Podcast sind beliebt – nicht nur bei Hörern, sondern auch bei deren Produzenten. Immer mehr Menschen wagen sich daran, eigene Podcasts zu erstellen. Damit das auch in guter Qualität gelingt, ist ein passendes Mikrofon sehr wichtig. TECHBOOK stellt die besten Podcast-Mikrofone vor.

Die US-Technikpioniere Tristan Louis und Dave Winer gelten als Erfinder des Podcast. Ihr Konzept aus dem Jahr 2000 wurde aber erst massentauglich, als die Firma Apple Podcasts 2005 erstmals in iTunes integrierte. Laut Branchenportal „Horizont“ wird der globale Werbeumsatz mit Podcasts von aktuell rund 885 Millionen Dollar auf etwa 1,6 Milliarden Dollar im Jahr 2022 steigen. Im April 2019 zählte die Website „Vulture“ bereits rund 660.000 Podcast-Shows weltweit.

Da das Erstellen von Podcasts dank Software wie Audacity oder Anchor immer leichter wird, versuchen sich immer mehr Menschen daran. Ein ausgezeichnetes Mikro gehört dabei im wahrsten Sinne des Wortes zum guten Ton: Hörer wollen sich auf das gesprochene Wort konzentrieren, denn in Podcasts wird Wissen vermittelt und vertieft. Da soll es bitte nicht rauschen und knistern oder gar wie aus dem Keller klingen. Denn die schönsten Inhalte nutzen nichts, wenn man den Sprecher nicht versteht. Techbook stellt die aktuell 5 besten Mikrofone für Audio-Blogger vor.

Blue Microphones Yeti Pro (ca. 250 Euro)

Blue Microphones Yeti Pro

Blue Microphones Yeti Pro
Foto: Blue Microphones

Der Allrounder unter den Podcast-Mikros kann auch fürs Game-Streaming oder YouTube-Broadcasting eingesetzt werden und deckt den Übertragungsbereich von 20 Hz bis 20 kHz komplett ab. Das Mikro bietet USB-Anschluss, Kopfhörerbuchse (3,5-mm-Klinke), XLR-Anschluss (wird hauptsächlich in der Studio-Technik eingesetzt) und ist sowohl für PC als auch macOS geeignet – dank einfachem Plug&Play. Bedient werden vier Richtcharakteristiken: Niere, Kugel, Acht und Stereo. Die Klang-Auflösung ist viermal höher als bei CDs. Möglich macht das der integrierte A-D-Wandler. Besonders wichtig: Das Yeti Pro verarbeitet Audio-Signale extrem schnell zu digitalen Signalen. Es ist in zwei Ausführungen (Silber/Schwarz) erhältlich.

Vorteile: auch für Gesangsaufnahmen geeignet, vielseitiger USB-Anschluss, sehr gute Sampling- und Abtastrate, Tischstativ inklusive, Anschluss an Audiomischpulte und HighEnd-Vorverstärker möglich

Nachteile: portable Tasche für unterwegs nicht im Lieferumfang enthalten, kein Windschutz

Røde NT-USB (ca. 160 Euro)

Røde NT-USB

Røde NT-USB
Foto: Røde

Die australische Firma Røde Microphones startete bereits 1967 und gehört damit zu den Pionieren im Bereich professioneller Mikrofone. Sie ging aus dem renommierten Anbieter und Audiotechnik-Pionier Freedman Electronics hervor und liefert seit Jahren innovative Modelle aus. Ein Popschutz und eine Tragetasche (aus Kunstleder) sind im Paket enthalten, der beim Yeti Pro vorhandene XLR-Anschluss ist allerdings hier nicht an Bord. Das Rode NT-USB verfügt über einen vielseitigen USB-Anschluss und einen sehr niedrigen Schalldruckpegel. Mit 6,2 x 5 x 18,4 cm ist das Mikro sehr kompakt und damit auch portabel (Gewicht 520 Gramm). Ein Kopfhöreranschluss ist ebenfalls vorhanden. Die Ausgabe des Abhörsignals erfolgt verzögerungsfrei. Sogar der Betrieb an einer Konsole wie der PS4 ist möglich.

Vorteile: preisgünstig, für PC und macOS geeignet, besonders langes USB-Kabel inklusive (6 Meter), über das Apple Camera Connection Kit auch mit iPad nutzbar (Kit nicht im Lieferumfang, muss separat erworben werden/ca. 45 Euro), zum Betrieb werden keine Treiber benötigt

Nachteile: etwas niedrigere Samplingtiefe und Abtastrate als bei der Nr. 1 Yeti Pro (16 Bit/48 kHz)

Shure MV88 (ca. 145 Euro)

Shure MV88

Shure MV88
Foto: Shure

Shure, bereits 1925 in Chicago gegründet, hat sich seit jeher komplett auf die Herstellung von Audiotechnik konzentriert. Das MV88, seit 2016 auf dem Markt, gilt als mobiler Klassiker auf dem Mikrofon-Markt. Während die Kopfhörer von Shure über einen Klinkenstecker funktionieren, ist das MV88 aufgrund des Lightning-Anschusses (USB fehlt) für Besitzer von iPhone und iPad praktisch und liefert im Zusammenspiel mit der kostenlosen App ein erstaunlich klares Klangbild. Der eingebaute Windschutz und die Schwenk- und Drehbarkeit in alle Richtungen machen das robuste Mikrofon zu einem stabilen Begleiter, um indoor und outdoor (fürs Fieldrecording) gute Stereo-Aufnahmen zu generieren. Einen XLR-Anschluss vermisst man zu diesem günstigen Preis allerdings.

Wer auch Videoaufnahmen machen möchte, kann auf das neuere und verbesserte Shure MV88+ zurückgreifen. Hier ist neben dem Mikro auch ein VideoKit inklusive, das neben einem Tripod auch das passende Anschlussgewinde und eine Handyhalterung beinhaltet. Dafür ist das MV8+ VideoKit mit ca. 206 Euro aber auch teurer.

Vorteile: auch für Videoblogging geeignet, als Plus-Modell mit Upgrade-Funktionen verfügbar, Plug&Play für schnellen Aufnahmestart, von Apple zertifiziert (MFi), dazugehörige kostenlose iOS-App, inklusive Windschutz und Kopfhörer-Adapter, Mikro muss nicht aufgeladen werden

Nachteil: nicht mit PC und macOS kompatibel

auna MIC-900B (ca. 80 Euro)

auna MIC-900B

auna MIC-900B
Foto: auna

Die Marke auna gehört zu dem 2005 in Berlin gegründeten Unternehmen Chal-Tec, das insgesamt 13 Eigenmarken vertreibt – darunter auch die beliebte Haushaltsgeräte-Marke Klarstein. Produkte der Marke auna werden seit 2007 vertrieben. Wer sich noch nicht sicher ist, ob er regelmäßig Podcasts einsprechen will, sucht anfangs eher ein Gerät, um sich zum günstigen Preis mit einem dennoch guten Einsteiger-Mikro einmal auszuprobieren. Im Bereich Preis/Leistung ist das auna MIC-900B hier die beste Option, auch wenn es für den dauerhaften professionellen Einsatz eher nicht in Frage kommt. auna setzt auf USB-Kompatibilität. Der Frequenzbereich (30 Hz bis 18 kHz) reicht bei ersten digitalen Schritten locker für Sprache (und Gesang) aus.

Vorteile: Gewindegröße dank beiliegendem Adapter variabel, bei Amazon 4,5-Sterne im Schnitt bei über 1600 Bewertungen, viele unterschiedliche Farb-Optionen (auch Rot, Blau, Gold), Plug&Play für PC und macOS, wiegt nur 295 Gramm (Mikrofon-Spinne zusätzliche 200 Gramm), Newsletter-Anmeldung auf auna.de bringt immerhin 5 Euro Extrarabatt beim Kauf

Nachteile: Stativ wird nicht mitgeliefert, Nylonbespannung kann nicht sämtliche Störgeräusche unterbinden, Eigenrauschen ist stärker ausgeprägt als bei den hochpreisigen Topmodellen, kein Kopfhörerausgang vorhanden

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Samson Meteor Mic (ca. 50 Euro)

Samson Meteor Mic

Samson Meteor Mic
Foto: Samson

Samson ist ein US-Traditionsunternehmen mit Sitz in Hauppage, es wurde schon 1980 gegründet. Unter den verlässlichen Podcast-Mikros auf dem Markt ist das Samson Meteor ein günstiges Modell mit einer großen Kondensatorkapsel. Das Mikro ist bereits seit 2011 auf dem Markt und konstant beliebt, natürlich auch aufgrund des geringen Preises. Studioqualität ist allerdings nicht zu erwarten. Mit 15,2 x 7,6 x 12,7 cm ist es sehr kompakt und portabel. Der Hersteller bietet in seiner deutschen Anleitung Tipps und Tricks, damit die ersten Aufnahmen schnell gelingen.

Vorteile: moderne Optik, Standfuß wird mitgeliefert und ist zum besseren Transport einklappbar, Kopfhöreranschluss (3,5 mm), dank USB-Anschluss flexibel, Tragetasche bei Lieferung enthalten, in Silber oder Schwarz erhältlich, kompatibel mit der vielseitigen Audio-Software Audacity

Nachteile: mit „Niere“ nur eine einzige Richtcharakteristik (teurere Modelle bieten bis zu 4 Richtcharakteristiken), beiliegendes Kabel mit nur 2 Metern Länge etwas kurz