Kaufberatung

AMD oder Intel? Der große Vergleich der Prozessoren

Die Unterseite eines Prozessors mit Verbindungs-Pins
Die Unterseite eines Prozessors mit Verbindungs-Pins
Foto: Getty Images

Das Prozessor-Angebot war selten so unübersichtlich wie im Jahr 2018. Wir haben die aktuellen Modelle von AMD und Intel verglichen und die drei besten CPUs für jeden Zweck ausgesucht.

Kaby Lake, Coffee Lake, Coffee Lake-S, Ryzen, Threadripper: der Markt der Prozessoren wird immer unübersichtlicher. AMD hat mit dem Start der Ryzen-Prozessoren die Tech-Welt ordentlich aufgewühlt und Intel dazu gezwungen, innerhalb kürzester Zeit neue Modelle auf den Markt zu werfen.

Die Ryzen-Prozessoren, die mit vielen Rechenkernen und bezahlbaren Preisen endlich wieder Wettbewerb zwischen Intel und AMD erzeugt haben, wurden von Intel mit den Coffee Lake-Prozessoren beantwortet, die sich durch ihre exzellente Gaming-Leistung profilieren. Doch welcher Prozessor ist der richtige für mich, und wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen AMD und Intel? Der große TECHBOOK-Ratgeber klärt auf.

AMD oder Intel?

Es gibt ein paar fundamentale Unterschiede zwischen den Prozessoren von AMD und Intel, die Sie beim Kauf beachten sollten:

  • AMDs Prozessoren haben im direkten Vergleich mehr Rechenkerne und damit auch eine höhere Leistung bei Aufgaben, die für mehr Kerne optimiert sind, etwa Videobearbeitung. Intels Prozessoren haben dafür höhere Taktfrequenzen, was sich positiv auf die Leistung in PC-Spielen auswirkt.
  • Intel-Prozessoren unterstützen einige Technologien wie Apples Schnittstelle Thunderbolt 3, für die AMD bislang keine Lizenzen hat.
  • Alle Ryzen-Prozessoren von AMD haben entsperrte Multiplikatoren und können somit einfach übertaktet werden. Übertakten heißt: Der Prozessor wird mit einer höheren Taktfrequenz betrieben, als vom Hersteller vorgegeben, um so eine höhere Leistung zu erzielen. Laien sollten hier allerdings vorsichtig sein: Der Prozessor kann schnell heiß werden! Wer keine entsprechende Kühlung am Rechner hat, sollte die Finger vom Übertakten lassen. Bei Intel-Prozessoren muss man beim Übertakten darauf achten, ein Modell mit dem Zusatz „K“ zu kaufen, da nur diese entsperrte Multiplikatoren haben.

Auch interessant: 5 Computermythen unter der Lupe

Welcher Prozessor ist für mich der richtige?

Zum Einstieg hier eine kurze Zusammenfassung, welche CPU von welchem Hersteller in welchem Preissegment die optimale Wahl ist:

AMD vs Intel Vergleich

Für die, die sich noch unsicher sind, welche CPU tatsächlich am besten ist, haben wir nach den drei besten Prozessoren in den Kategorien „Gaming“, „Preis-Leistung“ und „Budget“ gesucht. Dafür haben wir die Empfehlungen der Tech-Portale AnandTech, Tom’s Hardware und Techradar sowie der Tech-YouTuber Gamers Nexus und Hardware Unboxed verglichen und sind zu diesem Ergebnis gekommen:

Beste Hochleistungs-CPU: Threadripper 1950X

Beste Gaming-CPU: Intel Core i7-8700K

CPU mit dem bestem Preis-Leistungs-Verhältnis: AMD Ryzen 5 2600X

Beste Einsteiger-CPU: Core i3-8100

Beste Budget-CPU: AMD Athlon 200GE

Threadripper 1950X

 Wer braucht sowas? Filmstudios, Spieleentwickler, YouTuber und Architekturbüros, die viel Leistung benötigen, um Videos zu bearbeiten und konvertieren sowie 3D-Grafiken zu schaffen, können mit solch starken Prozessoren ihre Arbeit viel schneller erledigen. Zwar hat AMD bereits Threadripper-Prozessoren der 2. Generation im Angebot, die sogar bis zu 32 Kerne haben, allerdings auch erheblich teurer sind. Der 1950X ist seit Juni 2018 ganze 180 Euro im Preis gefallen und bietet damit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Hochleistungsprozessoren. Wer die absolut höchste Leistung braucht, ist mit dem Threadripper 2990WX bedient, der es mit seinen 32 Kernen jedoch auf stolze 1776 Euro bringt.

Auch interessant: Welche Hardware Sie für VR brauchen!

Die Intel-Konkurrenz hinkt, was die Anzahl der Rechenkerne angeht, deutlich hinter AMD her. Der Core i9-9980XE mit 18 Kernen kostet unglaubliche 2150 Euro und ist nur für professionelle Nutzer eine Option. Wer hingegen auf der Suche nach einem starken Gaming-Prozessor ist, der auch für Produktivitätsanwendungen genug Leistung in petto hat, könnte an dem Core i9-9900K interessiert sein. Mit 8 Kerne liegt er zwar deutlich hinter dem Threadripper 1950X, dafür ist die Leistung pro Kern viel höher – in Spielen ist der i9-9900K deshalb unschlagbar. Für professionelle Nutzer, die nebenbei auch mal spielen, ist der Threadripper 1950X trotzdem die optimale Wahl und nur wer wirklich die absolut höchstmögliche Gaming-Leistung haben will, sollte zum Intel-Modell greifen.

Intel Core i7-8700K

Die CPU ist unumgänglich für jeden, der Games absolut flüssig spielen will und mit Übertakten auch noch das letzte bisschen Leistung aus seinem PC kitzeln will.  Aber auch der i7-8700 (ohne „K“) ist keine schlechte Alternative. Er hat zwar nicht das Übertaktungspotenzial seines großen Bruders, ist aber dafür 80 Euro günstiger und bietet immer noch butterweiche Performance in allen erdenklichen PC-Games.

Was die Gaming-Leistung angeht, hat AMD zwar kein vergleichbares Produkt im Angebot, kommt mit dem Ryzen 7 2700X Intel aber gefährlich nah. Vor allem wenn es um sich schnell entwickelnde Technologien wie Virtual Reality (VR) geht, ist der Ryzen 7 2700X mit seinen 8 Kernen eine exzellente Zukunftsabsicherung. Außerdem ist der AMD-Prozessor im letzten halben Jahr preislich stabil geblieben, während der i7-8700K über 80 Euro im Preis gestiegen ist.

Die besten Grafikkarten im großen Vergleich

AMD Ryzen 5 2600X

Der Ryzen 5 2600X kann aber noch viel mehr: Mit 6 Kernen stellt er eine solide Grundlage für den Einstieg in die Welt des professionellen Arbeitens dar. Wer etwas weniger ausgeben will, kann auch zum Ryzen 5 2600 oder zum weiterhin soliden Vorgänger Ryzen 5 1600X greifen, die ebenfalls ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Mit dem i5-8600 hat Intel eine gute Alternative im Angebot, die aber mittlerweile wieder deutlich teurer ist. Noch Mitte des Jahres 2018 war der Intel-Prozessor sogar ein paar Euro günstiger als das AMD-Angebot. Mit 50 Prozent mehr Kernen als der Vorgänger i5-7400 liefert er hervorragende Gaming-Leistung, kommt aber nicht an die Arbeitsleistung des Ryzen 5 2600X heran.

Intel Core i3-8100

Da aber jetzt selbst die Core i3-Reihe mit 4 Rechenkernen ausgestattet ist, profitieren auch Einsteiger von der höheren Leistung in Spielen und bei der Produktivität. Durch die Verbesserungen der 8. Generation Intel Core kann es der i3-8100 sogar mit dem älteren i5-7500 aufnehmen, der selbst heute noch für deutlich mehr Geld über die Ladentheke geht.

Auch AMD hat ansprechende Angebote in der Preisklammer um die 100 Euro. Am ehesten kommt der Ryzen 3 2200G in Frage, der den älteren Ryzen 3 1200 ablöst und durch höhere Taktfrequenzen erheblich mehr Leistung liefert. Der Prozessor verfügt ebenfalls über 4 Rechenkerne und ist über 20 Prozent günstiger, kann es aber nicht ganz mit dem i3-8100 aufnehmen.

AMD Athlon 200GE

Der Prozessor hat zwar nur 2 Kerne, die Leistung reicht aber dennoch für einen Einsteiger-PC mit Gaming-Ambitionen. Selbst eine GTX 1060 oder sogar GTX 1070 werden nicht von dem Prozessor ausgebremst, obwohl angesichts des Budgets eine GTX 1050(Ti) wahrscheinlich die beste Wahl ist.

Auch interessant: Im Prozessoren-Dschungel: Den Durchblick mit Intel und AMD

Der Athlon 200GE hat das Preissegment um die 50-Euro-Marke gehörig aufgewirbelt. Noch Mitte 2018 herrschte der Pentium G4560 von Intel allein auf dieser Position. Mittlerweile ist der Pentium im Preis gestiegen und der Athlon hat im den Rang abgelaufen. Wer dennoch den ca. 11 Prozent stärkeren Pentium G4560 haben möchte, muss nun 63 Euro auf den Tisch legen.