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Kaufberatung

Die besten Prozessoren von AMD und Intel im Vergleich

AMD vs Intel Prozessorvergleich
Intel und AMD gehen 2021 in eine neue Runde des CPU-Kampfs. Die Gewinner stellt TECHBOOK in der großen Übersicht vor.Foto: Getty Images

Auch zum Start in das Jahr 2021 bleibt der Markt um Prozessoren hart umkämpft. AMD trumpft weiter auf, die Chips sind jedoch schwer zu bekommen. Eine Chance für Intel trotz vieler Rückschläge zu punkten?

Rocket Lake, Coffee Lake, Coffee Lake Refresh, Cascade Lake-X, Ice Lake, Ryzen, Threadripper: der Markt der Prozessoren wird immer unübersichtlicher. AMD hat mit dem Start der Ryzen-Prozessoren die Tech-Welt ordentlich aufgewühlt und Intel dazu gezwungen, innerhalb kürzester Zeit neue Modelle auf den Markt zu werfen.

Die Ryzen-Prozessoren, die mit viel Innovation wieder Wettbewerb zwischen Intel und AMD erzeugt haben, wurden von Intel mit den Coffee Lake-Prozessoren beantwortet, die sich durch ihre exzellente Gaming-Leistung profilieren. Mittlerweile hat AMD mit der 5. Generation Ryzen nachgelegt. Doch welcher Prozessor ist der richtige für mich, und wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen AMD und Intel? Der große TECHBOOK-Ratgeber klärt auf.

AMD oder Intel?

In der Vergangenheit haben sich Intel und AMD in unserer Liste der besten Prozessoren ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. AMDs Prozessoren hatten im direkten Vergleich mehr Rechenkerne und damit auch eine höhere Leistung bei Aufgaben, die für mehr Kerne optimiert sind, etwa Videobearbeitung. Intels Prozessoren haben dafür höhere Taktfrequenzen, was sich positiv auf die Leistung in PC-Spielen auswirkt. Ende 2020 hat AMD jedoch mit Intel gleichgezogen und ist leistungstechnisch nun auf dem gleichen Niveau.

Mit den Prozessoren der 5000-Serie ist AMD dieser Sprung gelungen. Trotzdem haben es die CPUs nicht an die Spitze unserer Liste geschafft, da sie momentan sehr teuer gehandelt werden. Trotz gleicher oder sogar höherer Leistung als ihre Intel-Gegenstücke kann TECHBOOK sie deswegen nicht guten Gewissens an KäuferInnen empfehlen. Sobald sich die Marktpreise wieder entspannen, passen wir die Liste dementsprechend an.

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Welcher Prozessor ist für mich der richtige?

Zum Einstieg hier eine kurze Zusammenfassung, welche CPU von welchem Hersteller in welchem Preissegment die optimale Wahl ist:

Die besten Prozessoren 2021    
Preis für ein KomplettsystemAMDIntel
> 4000 EuroRyzen Threadripper 3960X1440 EuroCore i9-10980XE980 Euro
> 2000 EuroRyzen 7 5800X460 EuroCore i9-10900K470 Euro
1500 EuroRyzen 5 5600X350 EuroCore i7-10700K333 Euro
1000 EuroRyzen 5 3600X220 EuroCore i5-10600K229 Euro
700 EuroRyzen 5 3400G140 EuroCore i5-10400F150 Euro
500 EuroRyzen 3 3200G90 EuroCore i3-1010090 Euro
Preisangaben vom 15.01.2021

Für die, die sich noch unsicher sind, welche CPU tatsächlich am besten ist, haben wir nach den drei besten Prozessoren in den Kategorien „Gaming“, „Preis-Leistung“ und „Budget“ gesucht. Dafür haben wir die Leistung der jeweils in Frage kommenden AMD- und Intel-Angebote in Leistung und Preis verglichen.

Beste Hochleistungs-CPU: AMD Ryzen Threadripper 3960X

Beste All-Round-CPU: Intel Core i9-10900K

Beste Gaming-CPU: Intel Core i7-10700K

CPU mit dem bestem Preis-Leistungs-Verhältnis: Intel Core i5-10600K

Beste Einsteiger-CPU: Intel Core i5-10400F

Beste Budget-CPU: Intel Core i3-10100

AMD Ryzen Threadripper 3960X

 Wer braucht sowas? Filmstudios, Spieleentwickler, YouTuber und Architekturbüros, die viel Leistung benötigen, um Videos zu bearbeiten und konvertieren sowie 3D-Grafiken zu schaffen, können mit solch starken Prozessoren ihre Arbeit viel schneller erledigen. Zwar hat AMD auch andere Threadripper-Prozessoren im Angebot, die bis zu 64 Kerne haben, allerdings auch erheblich teurer sind. Der 3960X ist seit Erscheinen Anfang Dezember 2019 bereits 100 Euro im Preis gefallen und bietet damit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Hochleistungsprozessoren. Wer die absolut höchste Leistung braucht, ist mit dem Threadripper 3990X bedient, der es mit seinen 64 Kernen jedoch auf stolze 3900 Euro bringt.

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Die Intel-Konkurrenz hinkt, was die Anzahl der Rechenkerne angeht, deutlich hinter AMD her. Stärkstes Modell ist der Core i9-10980XE mit 18 Kernen und 36 Threads, der mit 980 Euro zwar günstiger als der 3960X ist, aber nicht annähernd an dessen Leistung herankommt. Immerhin bietet Intel seine High-End-Prozessoren mittlerweile für deutlich weniger Geld an. Der Vorgänger i9-9980XE ist noch mit einer UVP von knapp 2000 Euro auf den Markt gekommen.

Intel Core i9-10900K

Eigentlich müsste an dieser Stelle der AMD Ryzen 9 5900X stehen. Die neueste Generation der Ryzen-Prozessoren ist ein perfektes Beispiel dafür, wie AMD Intel mittlerweile den Rang abgelaufen hat. Bei der Single-Core-Leistung hat AMD mittlerweile eingeholt, was der Vergleich zum Intel Core i9-10900K zeigt. Das wirk sich vor allem auf die Gaming-Leistung positiv aus. Außerdem bietet der Ryzen 9 5900X eine deutlich höhere Multi-Core-Leistung mehr als wett macht. Das ist kein Wunder schließlich hat der Intel-Prozessor „nur“ 10 Kerne, während es AMDs Aufgebot auf 12 Kerne bringt.

Damit stellt der Ryzen 9 5900X die ideale Schnittstelle zwischen Produktivität und Gaming-Leistung dar. Nicht nur für Streamer, sondern auch für professionelle Anwender, die in ihrer freien Zeit gerne zocken, ist er unserem Urteil nach die momentan beste All-Round-CPU – wäre da nicht der Preis. Denn der Prozessor wird derzeit völlig überteuert gehandelt. Statt 549 Euro UVP verlangen Händler zum Teil mehr als 800 Euro. Aus diesem Grund können wir die CPU nicht momentan nicht empfehlen. KäuferInnen sollten stattdessen zum deutlich günstigeren Intel-Pendant i9-10900K greifen.

Intel Core i7-10700K

Die CPU ist eine gute Wahl für jeden, der Games absolut flüssig spielen will und mit Übertakten auch noch das letzte bisschen Leistung aus seinem PC kitzeln will. Und das zu einem angemessenen Preis von 333 Euro. Aber auch der i7-10700F (ohne „K“) ist keine schlechte Alternative. Er hat zwar nicht das Übertaktungspotenzial und keine integrierte Grafikeinheit, ist aber dafür 50 Euro günstiger und bietet immer noch butterweiche Performance in allen erdenklichen PC-Games.

Was die Gaming-Leistung angeht, hat AMD ebenbürtige Hardware im Angebot. Eigentlich sollte der Ryzen 7 5800X eine ebenbürtige, wenn nicht sogar stärkere Alternative sein. Das Problem ist jedoch auch hier, dass der Ryzen-Prozessor nur weit über UVP erhältlich ist. Wer also eine Alternative von Team Rot zum gleichen Preis sucht, muss zum Ryzen 5 5600X greifen. Dieser hat jedoch nur 6 CPU-Kerne – 2 weniger als der i7-10700K.

Intel Core i5-10600K

Der i5-10600K kann aber noch viel mehr: Mit 6 Kernen und 12 Threads stellt er eine solide Grundlage für den Einstieg in die Welt des professionellen Arbeitens dar. Wer etwas weniger ausgeben will, kann auch zum i5-10600KF für 20 Euro weniger oder i5-10600 für 30 Euro weniger greifen. Beide haben ebenfalls ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mit dem Ryzen 5 3600X hat AMD nur eine ältere Alternative im Angebot. Mit seinen 6 Kernen liefert er eine etwas geringere Gaming-Leistung, kommt aber an die Arbeitsleistung des i5-10600K heran.

Intel Core i5-10400F

Da aber jetzt selbst die Core i5-Reihe mit 6 Rechenkernen und 12 Threads ausgestattet ist, profitieren auch Einsteiger von der höheren Leistung in Spielen und bei der Produktivität. Eine Grafikeinheit fehlt bei dem F-Modell, dafür ist es deutlich günstiger als der Standard-i5-10400.

Auch Team Rot hat in dieser Preisklammer etwas im Angebot. Am ehesten kommt der Ryzen 5 3400G in Frage, der zwar schon älter ist, aber noch keinen Nachfolger hat. Der Prozessor verfügt nur über 4 Rechenkerne, kann es also nicht mit dem i5-10400F aufnehmen.

Intel Core i3-10100

Der Prozessor hat 4 Kerne, die Leistung reicht für einen Einsteiger-PC mit Gaming-Ambitionen. Selbst eine Nvidia Geforce GTX 1660 Ti oder sogar RTX 2060 werden nicht von dem Prozessor ausgebremst, obwohl angesichts des Budgets eine GTX 1650 die beste Wahl ist.

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AMD hat ein vergleichbares Produkt im Portfolio, das aber noch älter als der i3 ist. Nur der Ryzen 3 3200G befindet sich mit knapp 90 Euro im gleichen Preissegment. Dieser hat zwar auch 4 Rechenkerne, ist aber deutlich langsamer als das Intel-Angebot.

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