Kaufberatung

AMD oder Intel? Der große Vergleich der Prozessoren

Die Unterseite einer AMD-CPU mit Siliziumplatten im Hintergrund
Foto: Getty Images

Das Prozessor-Angebot war selten so unübersichtlich wie im Jahr 2017. Wir haben die aktuellen Modelle von AMD und Intel verglichen und die drei besten CPUs für jeden Zweck ausgesucht.

Kaby Lake, Kaby Lake-X, Skylake-X, Coffee Lake, Ryzen, Threadripper: 2017 war ein sehr unübersichtliches Jahr, was Prozessoren angeht. AMD hat mit dem Start der Ryzen-Prozessoren die Tech-Welt ordentlich aufgewühlt und Intel dazu gezwungen, innerhalb kürzester Zeit neue Modelle auf den Markt zu werfen.

Die Ryzen-Prozessoren, die mit vielen Rechenkernen und bezahlbaren Preisen endlich wieder Wettbewerb zwischen Intel und AMD erzeugt haben, wurden von Intel mit den Coffee Lake-Prozessoren beantwortet, die sich durch ihre exzellente Gaming-Leistung profilieren. Doch welcher Prozessor ist der richtige für mich, und wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen AMD und Intel? Der große TECHBOOK-Ratgeber klärt auf.

AMD oder Intel?

Es gibt ein paar fundamentale Unterschiede zwischen den Prozessoren von AMD und Intel, die Sie beim Kauf beachten sollten:

  • AMDs Prozessoren haben im direkten Vergleich mehr Rechenkerne und damit auch eine höhere Leistung bei Aufgaben, die für mehr Kerne optimiert sind, etwa Videobearbeitung. Intels Prozessoren haben dafür höhere Taktfrequenzen, was sich positiv auf die Leistung in PC-Spielen auswirkt.
  • Intel-Prozessoren unterstützen einige Technologien wie Apples Schnittstelle Thunderbolt 3, für die AMD bislang keine Lizenzen hat.
  • Alle Ryzen-Prozessoren von AMD haben entsperrte Multiplikatoren und können somit einfach übertaktet werden. Übertakten heißt: Der Prozessor wird mit einer höheren Taktfrequenz betrieben, als vom Hersteller vorgegeben, um so eine höhere Leistung zu erzielen. Laien sollten hier allerdings vorsichtig sein: Der Prozessor kann schnell heiß werden! Wer keine entsprechende Kühlung am Rechner hat, sollte die Finger vom Übertakten lassen. Bei Intel-Prozessoren muss man beim Übertakten darauf achten, ein Modell mit dem Zusatz „K“ zu kaufen, da nur diese entsperrte Multiplikatoren haben.

Auch interessant: 5 Computermythen unter der Lupe

Welcher Prozessor ist für mich der richtige?

Zum Einstieg hier eine kurze Zusammenfassung von AnandTech, welche CPU von welchem Hersteller in welchem Preissegment die optimale Wahl ist:

Für die, die sich noch unsicher sind, welche CPU tatsächlich am besten ist, haben wir nach den drei besten Prozessoren in den Kategorien „Gaming“, „Preis-Leistung“ und „Budget“ gesucht. Dafür haben wir die Empfehlungen der Tech-Portale AnandTech, Tom’s Hardware und Techradar sowie der Tech-YouTuber Gamers Nexus und Hardware Unboxed verglichen und sind zu diesem Ergebnis gekommen:

Beste Gaming-CPU: Intel Core i7-8700K

CPU mit dem bestem Preis-Leistungs-Verhältnis: AMD Ryzen 5 1600

Beste Budget-CPU: Intel Pentium G4560

Intel Core i7-8700K

Die CPU ist unumgänglich für jeden, der Spielen absolut flüssig spielen will und mit Übertakten auch noch das letzte bisschen Leistung aus seinem PC kitzeln will.  Aber auch der i7-8700 (ohne „K“) ist keine schlechte Alternative. Er bietet zwar nicht das Übertaktungspotenzial seines großen Bruders, ist aber dafür 50€ günstiger und bietet immer noch butterweiche Performance in allen erdenklichen PC-Games.

Was die Gaming-Leistung angeht, hat AMD zwar kein vergleichbares Produkt im Angebot, kommt mit dem Ryzen 7 1700 Intel aber gefährlich nah. Vor allem wenn es um sich schnell entwickelnde Technologien wie Virtual Reality (VR) geht, ist der Ryzen 7 1700 mit seinen 8 Kernen eine exzellente Zukunftsabsicherung.

Top-Artikel zum Thema
Windows Festplatte saeubern

AMD Ryzen 5 1600

Der Ryzen 5 1600 kann aber noch viel mehr: Mit 6 Kernen stellt er eine solide Grundlage für den Einstieg in die Welt des professionellen Arbeitens dar. Wer keine Lust auf Übertakten hat, kann auch zum etwas teureren Ryzen 5 1600X greifen, der ebenfalls ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

Mit dem i5-8400 hat Intel eine gute Alternative im Angebot, die in etwa gleich viel kostet. Mit 50% mehr Kernen als der Vorgänger i5-7400 liefert er hervorragende Gaming-Leistung, kommt aber nicht an die Arbeitsleistung des Ryzen 5 1600 heran.

Intel Pentium G4560

Der Prozessor kann sich mit seinen 2 Kernen mit deutlich teureren Modellen wie dem Intel Core i3-7100 messen. Gamers Nexus hat zudem herausgefunden, dass der Prozessor erst ab Grafikkarten wie der NVIDIA GTX 1070 anfängt, die Leistung auszubremsen. Theoretisch kann der Prozessor also mit einer GTX 1060 oder einer AMD RX 570 gekoppelt werden, obwohl angesichts des Budgets eine GTX 1050(Ti) wahrscheinlich die beste Wahl ist.

Auch interessant: Im Prozessoren-Dschungel: Den Durchblick mit Intel und AMD

In dem Preissegment unter 80€ hat AMD momentan kein vergleichbares Produkt. Erst ab 110€ gibt es den Ryzen 3 1200 zu haben, der mit 4 CPU-Kernen zwar mehr Leistung als der G4560 hat, aber nicht an dessen Preis-Leistungs-Verhältnis herankommt.