Anbieter im Vergleich

Lohnt es sich, Fernseher und Beamer für die WM zu mieten?

Mann und Frau mit Beamer und Tablet

Foto: Caiaimage/Tom Merton/Getty Images

Die Fußball-WM 2018 steht vor der Tür, Millionen Deutsche werden sich vor den TV-Geräten versammeln und mit „der Mannschaft“ mitfiebern. Elektronikmärkte und Versandhändler bieten zu diesem Anlass Fernseher und Beamer für den Zeitraum des vierwöchigen Turniers zur Miete an. TECHBOOK hat die Angebote unter die Lupe genommen und verrät, ob sich ein Mietgerät wirklich lohnt.

Der Elektronikriese Media Markt wirbt derzeit mit einem Fan-Spezial seiner dauerhaften „Miet Mich!“-Aktion. Beworben werden Fernseher und Beamer, die man sich für den Zeitraum der WM – also 4 Wochen lang – ausleihen kann. Kürzere Mietzeiten, etwa zwei Wochen, sind nicht möglich, längere hingegen schon. Media Markt organisiert den Service nicht selber, sondern kooperiert mit dem auf Mietgeräte spezialisierten Anbieter Grover.

Ähnlich macht es das Portal Otto Now, das ebenfalls zur WM mit besonderen Aktionen wirbt, die Gerätemieten allerdings selbst abwickelt. Welcher der beiden Anbieter lohnt sich mehr – und lohnt sich die Miete von Großgeräten überhaupt?

Zwar bieten auch Saturn und Conrad Geräte zur monatlichen Miete an, hier gibt es aber derzeit kein WM-Angebot und beide Anbieter haben ein deutlich kleineres Angebot. So hat Saturn aktuell nur einen kleinen Fernseher im Angebot, Conrad gar keinen. Daher schließt TECHBOOK diese Anbieter vom Vergleich aus.

Welche Produkte gibt es?

Media Markt bietet bei Fernsehern 55-, 65- und 75-Zoll-Modelle an. Dort wählen Sie nur die Größe, nicht aber Marke oder das Modell. Eine Anfrage bei Media Markt für 65-Zoll-Geräte ergab die Auswahl zwischen den 4K-Einstiegsmodellen LG UJ6309 und Samsung UE65MU6179. Bei Beamern haben Sie die Auswahl zwischen einem Gerät mit Full-HD-Auflösung und einem mit vierfacher Full-HD-Auflösung.

Bei Otto Now sind bei Fernsehern grundsätzlich auch kleinere Größen verfügbar. Viele müssen jedoch mindestens drei Monate gemietet werden. Auf der Homepage sehen Sie direkt, welches Modell sie geliefert bekommen. Bei Beamern haben Sie auch hier die Auswahl zwischen Full-HD- und 4K-Geräten. Außerdem gibt es zu jedem Fernseher eine Bierzapfanlage von Philips für den gleichen Zeitraum dazu.

Das kostet Sie die Fußball-WM in 4K Ultra HD

Wie viel kostet die Miete?

Die Preise unterscheiden sich je nach Größe sehr stark. Media Markt wirbt mit 55-Zoll-Geräten ab 139,90 Euro, 65-Zöller fangen bei 319,90 Euro an, 75-Zoll-Modelle bei 449,90 Euro. Full-HD-Beamer fangen bei 74,90 Euro an, 4K-Beamer bei 199,90 Euro. Die von uns angefragten 65-Zoll-Modelle von LG und Samsung sind jeweils für 319,90 bzw. 349,90 Euro pro Monat erhältlich. Der Neupreis der Geräte liegt bei knapp über 1000 Euro. Für die Lieferung und Abholung berechnet Media Markt 69 Euro. Alternativ können Sie das Gerät auch im Markt abholen.

Bei Otto Now gibt es ebenfalls das Samsung-Modell MU6179 zur Miete. Die 55 Zoll-Variante kostet 289,99 Euro für ein Monat. Das 65-Zoll-Modell schlägt mit 339,90 Euro zu Buche und die 75-Zoll-Variante gibt es für 349,90 Euro. Bei Beamern bekommen Sie noch eine Leinwand dazu, das günstigste Full-HD-Modell fängt bei 77,99 Euro im Monat an, das teuerste 4K-Modell liegt bei 130,99 Euro. Lieferung und Abholung sind kostenlos.

Test: Gute Beamer gibt es ab 400 Euro

Was passiert, wenn das Produkt kaputt geht?

Im Schadensfall kann es schnell teuer für Sie werden. Die Geräte von Media Markt sind beispielsweise nur zu 50 Prozent versichert. Geht etwas kaputt, tragen Sie also die Hälfte des Gerätepreises. Otto Now bietet für Garantiefälle kostenlose Reparatur oder Austausch an. Bei von Ihnen verschuldete Schäden sind die Geräte nicht über Otto Now versichert. Das Unternehmen verweist hier auf die private Haftpflichtversicherung der Kunden. Klären Sie am besten vorher mit Ihrer Versicherungsgesellschaft ab, ob Schäden an gemieteten Gegenständen mitversichert sind.

Worauf muss ich bei Mietprodukten noch achten?

Vorsicht ist vor allem geboten, wenn Sie sich auf längere Mietverhältnisse einlassen. „Solche Mietangebote eignen sich nicht, um das gesamte technische Equipment auf Mieten auszurichten“, so Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gegenüber TECHBOOK. Gerade für junge Leute könnten Mietangebote bei zusätzlichen Ratenkrediten zur Schuldenfalle werden. Der Verbraucherschützer rät deswegen: „Treffen Sie Ihre Geldentscheidungen bewusst.“

TECHBOOK-Fazit

Das Preisduell gewinnt im TECHBOOK-Vergleich Otto Now, das Angebot ist unterm Strich günstiger als das von Media Markt, der Versand ist kostenlos und eine Zapfanlage gibt es bei Fernsehern auch noch dazu. Generell lässt sich aber urteilen, dass besonders TV-Geräte mit Mietpreisen bis zu 30 Prozent des Anschaffungspreises viel zu teuer sind. Hier muss man schon regelmäßig mit vielen Freunden schauen und sich das Geld teilen, damit sich die Anschaffung tatsächlich lohnt – besonders bei einer vierwöchigen Miete. Umso länger der Zeitraum nämlich für die Miete ist, desto günstiger wird es. Für eine einzige Party lohnen sich die Angebote aber kaum.

Die gute Alternative sind hier die Beamer, die ebenfalls ein gutes Bild ins Wohnzimmer bringen und weitaus günstiger sind. Hier kann man auch mal zuschlagen, wenn man zwei bis drei WM-Partys plant und ihn dann nach vier Wochen zurückgibt.