Kaufberatung

E-Book-Reader im Vergleich: Amazon Kindle vs. Tolino

Amazon Kindle
Von Amazon und der Tolino-Allianz gibt es inzwischen zahlreiche E-Book-Modelle. Welches kann was? Die TECHBOOK-Kaufberatung klärt auf.
Foto: Getty Images

Wer kein kiloschweres Büchergepäck mit auf Reisen nehmen möchte, greift zum E-Book-Reader. Doch bei Funktionsumfang und Preis unterschieden sich die Modelle Amazon oder der Tolino-Allianz teils stark. Welches Gerät ist das richtige für welchen Zweck? Die große Kaufberatung von Techbook klärt auf.

Eine Reihe dicke Schmöker im Regal sehen zwar gut im Wohnzimmer aus, viel praktischer ist es aber, wenn Hunderte Bücher auf ein Gerät und somit auch in jede Tasche passen. E-Book-Reader machen genau das möglich. Doch welches Modell sollte ich mir holen? Muss es wirklich der neue Kindle Oasis für 260 Euro sein – oder reicht auch der Tolino Page für 70 Euro? TECHBOOK zeigt, welche aktuellen Modelle es gibt und welches das richtige für Sie ist.

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Amazon Kindle

Amazons Kindle ist für viele schon fast zum Synonym für den E-Book-Reader geworden – und das, obwohl die Geräte auch immer eine große Einschränkung mitbringen: Amazon setzt bei E-Books auf ein eigenes Format. Nutzer sind also gezwungen, einen Kindle zu kaufen, wenn sie digitale Bücher bei Amazon kaufen und auf einem Reader lesen wollen. E-Books im offeneren ePub-Format, wie sie etwa die Tolino-Allianz anbietet, schluckt der Kindle nicht – ärgerlich! Mehr Infos zum Formate-Wirrwarr bei E-Books finden Sie in diesem Artikel.

Kindle eReader: Amazons Basis-Modell kostet derzeit knapp 80 Euro (70 Euro mit Werbeeinblendungen), hat ein 6 Zoll großes E-Paper-Display (eine Technologie, die ein Buch mit Tinte und Papier möglichst genau imitieren soll) und 4 Gigabyte Speicher – das reicht für etwa 3.000 digitale Bücher. Mehr Extras gibt es nicht – der normale Kindle hat keine Hintergrundbeleuchtung, auch mobiles Internet gibt es nicht (nur WLAN).

Einschätzung: Das Gerät richtet sich in erster Linie an Einsteiger oder als Zweitgerät für weitere Familienmitglieder.

Kindle Paperwhite: Der Kindle Paperwhite ist eine aufgebohrte Version des normalen eReaders: Das E-Paper-Display misst nach wie vor 6 Zoll, hat aber eine höhere Auflösung. Das Besondere am Paperwhite ist die Hintergrundbeleuchtung, mit der Sie Ihre Bücher auch im Dunkeln lesen können. Außerdem gibt es den Paperwhite auch als 3G-Version, sie können mit ihm also auch unterwegs Bücher herunterladen. Eine Gebühr oder ein vertrag fällt bei Amazon dafür nicht an. Die WLAN-Version kostet knapp 140 Euro (120 Euro mit Werbeeinblendungen), die 3G-Version liegt bei 200 Euro (180 mit Werbeeinblendungen).

Einschätzung: Unser Redaktions-Tipp unter den Amazon-Geräten! Der Paperwhite ist dank Hintergrundbeleuchtung immer und überall nutzbar, auch die höhere Displayauflösung macht sich beim Lesen bemerkbar. Der Preis ist angemessen.

 

Amazon Kindle Paperwhite

Der Kindle Paperwhite ist günstig und bietet genug Speicher und eine Hintergrundbeleuchtung.
Foto: Amazon

Kindle Voyage: Der Kindle Voyage hat im Gegensatz zum Paperwhite eine intelligente Beleuchtung: Das Gerät weiß, ob Sie sich in einem gut oder schlecht beleuchteten Raum aufhalten und passt die Hintergrundbeleuchtung automatisch an. Außerdem verbaut Amazon hier seine sogenannte „Pagepress“-Funktion, mit der Sie die Buchseiten mit leichtem Druck auf das Gehäuse umblättern können. So brauchen Sie nicht den Finger über den Touchscreen streifen. Kosten: 190 Euro für die WLAN-Version, 250 Euro für die 3G-Version.

Einschätzung: Guter E-Book-Reader, der zudem Testsieger beim Fachmagazin „Computer Bild“ wurde. Fraglich, ob der hohe Aufpreis die intelligente Beleuchtung wirklich rechtfertig.

Amazon Oasis: Amazons neuestes und luxuriösestes Modell heißt Kindle Oasis und hat ein größeres Display (7 Zoll) und wie der Kindle Voyage eine intelligente Beleuchtung. Neu ist das spritzwassergeschützte Gehäuse und der größere Speicher: Wahlweise gibt es 8 oder 32 Gigabyte. Preis: 230 Euro für die Version mit WLAN und 8 Gigabyte Speicher, 260 Euro für die Version mit WLAN und 32 Gigabyte Speicher und 320 Euro für die Version mit WLAN, 3G und 32 Gigabyte Speicher.

Einschätzung: Technisch Top und mit XL-Akku, allerdings sehr teuer für einen E-Book-Reader. 32 Gigabyte mit E-Books vollzubekommen erscheint fast unmöglich.

Tolino

Hinter der Marke Tolino steckt ein Zusammenschluss verschiedener Bücherhändler wie Thalia, Weltbild oder Hugendubel sowie dem japanischen Unternehmen Rakuten (Kobo). Der große Vorteil: Die Geräte kommen mit verschiedenen Formaten zurecht (nicht aber mit Amazons eigenem E-Book-Format KFX). Außerdem fand ein großer Vergleichstest von „Computer Bild“ heraus, dass Tolino-Geräte häufig längere Akkulaufzeiten haben. 3G-Versionen für mobiles Internet gibt es bei den Readern nicht, man kann allerdings die Telekom-Hotspots in ganz Deutschland kostenlos nutzen.

Tolino Page: Der Tolino Page ist das Gegenstück zum Amazon eReader: Er kommt ebenfalls mit 6 Zoll großem E-Paper-Display und 4 Gigabyte Speicher. Gut: Die Tolino-Allianz spendiert bei jedem Kauf noch weitere 25 Gigabyte Cloud-Speicher. Preis: 70 Euro.

Einschätzung: Wie der Kindle eReader ein Einstiegsmodell für Gelegenheitsleser – durch den zusätzlichen Cloud-Speicher aber etwas attraktiver. Den gibt es bei Amazon nämlich nur für Prime-Kunden.

Tolino Shine 2 HD: Das Wort „HD“ deutet es an: Der Tolino Shine 2 HD kommt mit höherer Displayauflösung und Hintergrundbeleuchtung. Eine 3G-Version wie beim Kindle Paperwhite gibt es nicht. Kosten: 120 Euro.

Einschätzung: Wer nicht auf Amazon als E-Book-Lieferant angewiesen ist, findet mit dem Shine 2 HD vielleicht den besten E-Book-Reader, sofern man auf weiteren Schnickschnack verzichten kann: Mit Beleuchtung, viel Speicher und vielen Formate zum fairen Preis.

Tolino Vision 4 HD: Der Tolino Vision HD punktet in erster Linie mit intelligenter Beleuchtung, wie sie auch der Kindle Voyage hat. Hier wird allerdings nicht die Helligkeit, sondern die Farbtemperatur des Bildes angepasst – etwa wärmeres Licht abends vor dem Einschlafen, damit sich die Augen besser entspannen können. Im Gegensatz zum Kindle Voyage gibt es zudem 8 Gigabyte Speicher. Das Display misst ebenfalls 6 Zoll und ist so scharf wie das des Shine 2 HD. Außerdem ist der Vision 4 HD spritzwassergeschützt. Preis: 170 Euro.

Einschätzung: Auch bei Tolino gilt: Wer die intelligente Beleuchtung wirklich braucht, kann zuschlagen – ansonsten tut es auch der günstigere Shine 2 HD.

Tolino Epos: Der Epos ist das neue Topmodell von Tolino, das mit 7,58 Zoll das größte Display aller hier gezeigten Modelle hat, zudem das mit der höchsten Auflösung. Intelligente Hintergrundbeleuchtung gibt es auch hier, der Speicher fasst 8 Gigabyte. Preis: 250 Euro.

Einschätzung: Das Tolino-Topmodell weist einige parallelen zum Amazon Oasis auf, hat allerdings ein größeres, schärferes Display und weniger Akkulaufzeit. Wer ein Komplettpaket mit allen Extras sucht, kann sich den Epos einmal genauer anschauen.

Tolino Epos

Der Tolino Epos hat eine intelligente Hintergrundbeleuchtung und ist geschützt vor Spritzwasser.
Foto: Tolino

 

Fazit

Amazon und die Tolino Allianz liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit jeweils vier Geräten, die ähnliche Funktionen und Preise bieten. Was also kaufen? Wer ohnehin im Amazon-Universum gefangen ist oder gar die E-Book-Flatrate Kindle Unlimited hat, kommt um ein Amazon-Gerät nicht herum. Wer mehr Freiheit braucht und seine E-Books auch woanders kaufen will, bekommt mit den Tolinos eine gute Alternative mit oft besserer Akkulauftzeit und etwas günstigeren Preisen.

Da sich in Deutschland Amazon und die Tolino-Allianz den Markt der E-Book-Reader nahezu vollständig alleine aufteilen, verzichten wir bei dem Vergleich auf weitere Geräte von Kobo (die inzwischen zur Tolino-Allianz gehören), Pocketbook oder Sony.