Formate, Display, Akku

Worauf es bei E-Book-Readern wirklich ankommt

Worauf es bei E-Book-Readern wirklich ankommt
E-Books sind praktisch – Beim Kauf von E-Book-Readern gibt es allerdings eine Menge zu beachten.
Foto: Getty Images

E-Book-Reader sind ungemein praktisch – beim Kauf gibt es allerdings einiges zu beachten, damit mit dem neuen Gerät kein Frust aufkommt. TECHBOOK verrät, was zu beachten ist.

Ein ganzes Bücherregal immer und überall in der Hosentasche dabei haben? Das funktioniert mit E-Book-Readern: Die kleinen, knapp 150 Gramm schweren Geräte speichern Tausende virtueller Schmöker, auch E-Books genannt. So haben Sie Ihre Lieblingslektüre auch ohne tonnenschweres Gepäck in der Bahn oder im Urlaub immer dabei. Inzwischen gibt es zahlreiche Modelle – die genauso zahlreiche Unterschiede haben. TECHBOOK erklärt die wichtigsten Punkte vor dem Kauf.

Das Formate-Wirrwarr

Die entscheidende Frage bei E-Book-Readern ist die nach den Formaten, sprich: Welche E-Book-Dateien spielen die Geräte überhaupt ab? Die Tolino-Geräte (herausgegeben von der Tolino-Allianz, einem Verbund deutscher Buchhändler wie Thalia, Bertelsmann oder Hugendubel sowie der Telekom) wie auch die meisten anderen von Anbietern wie Kobo oder Trekstor sind recht flexibel, sie schlucken Dateien im beliebten und weit verbreiteten ePub-Format, außerdem PDF-und TXT-Dateien.

Versandhändler Amazon macht bei den hauseigenen Kindle-Geräten sein eigenes Ding und liefert E-Books in eigenen Formaten aus – so werden Besitzer ein stückweit gezwungen, ihre digitalen Bücher auch bei Amazon zu kaufen. Bis 2015 setzte der Onlineriese auf ein Format namens AZW, seitdem vermehrt auf sogenannte KFX-Dateien. PDF- und TXT- Dateien schluckt der Kindle auch, nicht aber ePub-Dateien. Das heißt im Klartext: ePub-E-Books, die etwa online bei Thalia & Co. gekauft wurden, zeigt der Kindle nicht an. Umgekehrt vertragen Tolino, Kobo & Co. keine bei Amazon gekauften E-Books.

Einen Trick gibt es trotzdem: Die kostenlose Software Calibre verwandelt AZW-Dateien ohne Kopierschutz etwa in ein ePub-Format um, umgekehrt können ePub- oder PDF-Dateien in eine AZW-Datei konvertiert werden. Amazons neue KFX-Dateien hingegen können mit Calibre noch nicht umgewandelt werden. Ganz schön kompliziert, was?

Zusammengefasst heißt das aber eigentlich nur, falls Sie sich für einen Kindle entscheiden sollten: Amazon versucht, Sie so gut es geht in seinem Ökosystem zu halten. Wer ohnehin vor hat, seine E-Books nur bei Amazon zu kaufen oder auf PDF-Dateien setzt, kann problemlos zum Kindle greifen. Wer mehr Freiheit bei Formaten ohne nerviges Konvertieren haben will, sollte sich nach Alternativen umschauen.

Unterschiede bei Displays

Anders als Tablets und Smartphones haben E-Book-Reader sogenannte E-Ink-Displays, die das Aussehen von Tinte auf Papier möglichst echt nachbilden sollen. Die größten Vorteile: Die Texte lassen sich aus fast jedem Winkel gut und ohne Spiegelungen lesen, außerdem verbrauchen sie wenig Strom, was die hohe Akkulaufzeit von E-Book-Readern erklärt.

Display ist trotzdem nicht gleich Display: Achten Sie beim Kauf unbedingt auf Feinheiten wie Auflösung oder Hintergrundbeleuchtung. Günstigsten Modelle wie Amazons Kindle und der Tolino Page für jeweils 70 Euro kommen gerade einmal auf eine Auflösung von 800 x 600 Pixel, was für Schrift okay ist, bei Bildern aber arg pixelig wirkt. Auch eine Hintergrundbeleuchtung gibt es nicht. Wer abends im Bett liest, braucht eine Lampe.

Deutlich mehr Schärfe und eine eingebaute Beleuchtung bieten etwa der Tolino Shine 2 HD oder Amazons Kindle Paperwhite für jeweils knapp 120 Euro. Die Oberklasse-Geräte Kindle Voyage (190 Euro) und Tolino Vision 4 HD (180 Euro) erkennen sogar das Umgebungslicht im Raum und regeln die Displayhelligkeit automatisch.

Wie viel Speicherplatz brauche ich?

Standard sind bei den meisten E-Book-Readern 4 Gigabyte Speicher – das reicht für knapp 3.000 E-Books. Teurere Modelle wie der Tolino Vision HD kommen sogar auf 8 Gigabyte Speicher (etwa 6.000 E-Books). Wem das zu wenig ist: Manche Geräte, etwa von Trekstor, PocketBook oder auch der Tolino Vision 4 HD, lassen sich per SD-Karte auf maximal 32 Gigabyte Speicher erweitern.

Käufer eines Tolino-Gerätes bekommen zudem kostenlos 25 Gigabyte Cloud-Speicher (Tolino-Cloud) dazu. Prime-Kunden bei Amazon bekommen generell 5 Gigabyte Cloud-Speicher, die auch für E-Books genutzt werden können.

Wer hat den besten Akku?

Auch auf die Akkulaufzeit sollten Sie achten – wobei diese bei allen Geräten weitaus höher als etwa bei einem Smartphone ist. Die Fachzeitschrift Computer Bild fand im Test heraus: Bei der Akku-Laufzeit haben die Tolino-Geräte häufig die Nase vorn, der Shine 2 HD etwa kommt auf satte 193 Stunden, der Vision 3 HD immerhin auf 97 Stunden. Die Kindle-Geräte liegen meist bei rund 80 Stunden, die Ausnahme macht der Kindle Oasis: Der eBook-Reader hat in der mitgelieferten Lederhülle einen Zusatzakku verbaut, mit dem sich die Laufzeit auf 145 Stunden erhöht. Das hat seinen Preis: Mit derzeit rund 290 Euro ist er das teuerste Modell auf dem Markt.

Amazons Kindle Oasis hat einen Zusatzakku in der Hülle. Ohne diesen kommt der Luxus-E-Book-Reader laut Computer Bild nur auf 20 Stunden.

Amazons Kindle Oasis hat einen Zusatzakku in der Hülle. Ohne diesen kommt der Luxus-E-Book-Reader laut Computer Bild nur auf 20 Stunden.
Foto: Amazon