Hersteller Lexar hat als erstes Unternehmen eine SD-Karte mit einem Terabyte (1 TB) auf den Markt gebracht.
Kurz nachdem der amerikanische Traditionshersteller vor dem Aus bewahrt wurde, feuert Lexar wieder aus allen Rohren. Noch bevor Konkurrent Sandisk seinen bereits mehrere Jahre alten Prototypen auf den Markt bringen konnte, stellt Lexar im Rahmen der CES 2019 in Las Vegas die erste marktreife 1-Terabyte-SD-Karte vor.
Groß, aber nicht besonders schnell
Die neue SD-Karte ist Teil von Lexars 633x-Serie für den professionellen Gebrauch, zusammen mit herkömmlichen 16- bis 512-GB-Speicherkarten. Um der sehr hohen Kapazität gerecht zu werden, unterstützt die Karte Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 95 Megabyte pro Sekunde (MB/s) Lesen und bis zu 70 MB/s Schreiben. Die bisher schnellsten Modelle der 633x-Serie können lediglich mit 45 MB/s auf den Speicher schreiben.
So sieht die neue 1-TB-Speicherkarte von Lexar aus | Foto: Lexar Foto: Lexar
Leider ist die Karte nur für den U3- beziehungsweise V30-Geschwindigkeitsstandard zertifiziert, das heißt, dass eine kontinuierliche Schreibgeschwindigkeit von mindestens 30 MB/s garantiert wird. Für das Aufnehmen von Videos in 8K-Auflösung mit 60 oder 120 Bildern pro Sekunde (FPS) ist die Karte daher nicht geeignet, hierfür wäre der V60- oder V90-Standard erforderlich. 4K-Videos mit bis zu 120 FPS können jedoch problemlos mit dem riesigen Speicher aufgenommen werden.
Ein Terabyte entspricht in etwa der Kapazität von 1.500 CD-ROMs. Das reicht aus für:
17.000 Stunden Musik
310.000 Bilder
500 Stunden Filme
35 Stunden 4K-Videos
Sandisk hatte die erste 1-TB-Speicherkarte, es handelte sich jedoch nur um einen Prototyp | Foto: Sandisk Foto: dpa
Das kostet das Speicherwunder
Wenig überraschend zahlt man für die Speicherneuheit ein nicht unerhebliches Preispremium gegenüber den bereits etablierten 512-GB-Speicherkarten. Lexar selbst hat den Preis auf 499,99 US-Dollar festgelegt, allerdings gibt es bereits andere Anbieter, die die Karte für 399,99 Dollar listen, umgerechnet knapp 347 Euro. Das ist mehr als doppelt so viel, als zwei 512-GB-Modelle mit vergleichbaren Übertragungsgeschwindigkeiten kosten.
Eine 512-GB-Karte der 633x-Serie desselben Herstellers ist ab 155 Euro zu haben, das 1-TB-Modell kostet somit 37 Euro mehr als zwei einzelne Karten, um auf dieselbe Kapazität zu kommen. Für Videofilmer und Videocutter, die hauptsächlich mit 4K-Aufnahmen arbeiten, könnte der zusätzliche Speicherplatz jedoch den Alltag erleichtern und daher den Aufpreis wert sein.
„Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Hersteller eine 1-TB-Speicherkarte auf den Markt bringt. Sandisk hatte bereits 2016 den Auftakt gemacht, muss sich aber letzten Endes Lexar geschlagen geben. Kein schlechter Start für das wiederbelebte Traditionsunternehmen, das jetzt unter chinesischer Führung steht.“– Adrian Mühlroth, Redakteur
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