Großer Ratgeber

Was Sie vor dem ersten Handel bei Ebay Kleinanzeigen wissen sollten

Frau am Laptop mit Paketen
Für viele ist Ebay Kleinanzeigen eine lukrative Nebeneinnahme
Foto: Getty Images

Telefonischer Kontakt, keine Vorkasse und eine persönliche Übergabe: Wer diese drei Regeln beherzigt, kann recht sicher über Kleinanzeigenmärkte kaufen oder verkaufen. Doch viele Käufer lassen sich mit günstigen Preisen und vermeintlichen Schnäppchen zu unsicherem Kaufverhalten verleiten, warnen das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Kleinanzeigenportale haben viel gemein mit dem Wilden Westen, sagen Verbraucherschützer. Jeder kann dort weitgehend ohne Kontrolle kaufen oder verkaufen – und leider auch betrügen. Wer nicht selbst zum Opfer werden will, sollte die Maschen der Kriminellen also kennen.

Inhaltsverzeichnis

Richtiger Umgang mit Ebay Kleinanzeigen

Sowohl als Käufer als auch als Verkäufer sollten Sie sich an bestimmte Regeln bei der Nutzung von Kleinanzeigenportalen wie eben auch der Ebay-Variante halten. Es ist zum Beispiel ein weit verbreiteter Irrglaube, private Verkäufer auf Kleinanzeigen müssten keine Gewährleistung übernehmen. Unterschlägt der Verkäufer beim Verkauf Produktmängel, kann der Käufer Nachbesserung fordern. Voraussetzung dafür ist, dass er beweisen kann, dass die Mängel nirgends angegeben wurden. Am besten ist es, die Artikel vor dem Kauf zu testen. Machen Sie außerdem in jedem Fall Screenshots der Anzeige.

Kreative Abzockmaschen

Vor allem bei teurer Elektronik, Tickets sowie Gebrauchtwagen tummelen sich viele Betrüger, die nur per E-Mail oder Messenger kommunizieren, Vorkasse verlangen – etwa in Form von Überweisungen, Bargeldtransferdiensten oder Guthabenkarten – und nach der Zahlung nie wieder erreichbar sind. Deshalb raten Polizei und Verbraucherschützer dazu, immer auch telefonisch Kontakt aufzunehmen, bevorzugt nach Angeboten von Verkäufern in der Nähe zu schauen, nie vorab zu zahlen und den Handel mit Übergabe der Ware und Bezahlung am besten persönlich abzuschließen. Wie die Masche mit den Fake-Tickets, die auf Ebay Kleinanzeigen angeboten werden, funktioniert, erfahren Sie in diesem Artikel:

Vorsicht vor diesem Betrug bei Ebay Kleinanzeigen!

Vorsicht bei Versand

Wer sich auf einen Versand der Ware einlässt, etwa weil er das Geld über einen Bezahldienst mit Käuferschutz schickt, sollte vom Verkäufer einen versicherten Versand verlangen – und vorher prüfen, ob der Bezahldienst beim Käuferschutz Ausnahmen vorsieht, die ihm zum Verhängnis werden könnten. Wird bei höherwertigen Gütern ein Kaufvertrag aufgesetzt, sollten Sie außerdem sicherstellen, dass der Zahlungsempfänger auch die Person ist, mit der der Vertrag geschlossen wird.

Auch Verkäufer werden immer häufiger Betrugsopfer

Aber auch Verkäufer auf Kleinanzeigenportalen müssen damit rechnen, dass sie auf Kriminelle treffen – etwa auf solche, die folgendermaßen über drei Ecken betrügen: Verkäufer A erhält sein Geld und verschickt die Ware gutgläubig an den Betrüger. Doch das Geld stammt von einem Käufer B, der selbst betrogen worden ist, keine Ware erhält und sein Geld daraufhin von A zurückfordert.

Eine andere Masche von Betrügern, die Verkäufer im Visier haben, sind gefälschte Bestätigungsmails von Bezahldiensten. Damit soll der Verkäufer dazu gebracht werden, die Ware gleich loszuschicken. Der Betrug kann aber auch anders funktionieren: Teils ist in der gefälschten Bestätigung ein wesentlich höherer Betrag als der Kaufpreis aufgeführt. Die Täter bitten dann ihre Opfer, die Differenz zwischen angeblich Überwiesenem und Kaufbetrag für den angeblich gewünschten, teuren Versand ins Ausland einzusetzen – etwa über Bargeldtransferdienste. Das Geld geht dann aber nicht an einen Transportdienst oder eine Spedition, sondern landet nicht rückholbar direkt beim Betrüger. Auf dem Konto des geprellten Verkäufers geht natürlich in beiden Fällen nie auch nur ein Cent ein. Einen ausführlichen Bericht über die Transport-Betrugsmasche bekommen sie hier:

Vorsicht vor diesem neuen Abzock-Trick bei Ebay Kleinanzeigen!

Betrug erkennen und melden

Die Verbraucherzentrale vergleicht Kleinanzeigenmärkte unterm Strich mit dem Wilden Westen: Weil dort jedermann weitgehend ohne Kontrolle kaufen oder verkaufen könne und Marktplatz-Betreiber nach derzeitiger Rechtslage für Schäden allenfalls haften, wenn sie von einem betrügerischen Angebot vorab Kenntnis hatten, seien Verbraucher dort am Ende auf sich allein gestellt. In jedem Fall aber sollten sie den Portalbetreiber über verdächtige Angebote informieren und Betrugsfälle bei der Polizei anzeigen. Wie Sie sicher auf Kleinanzeigen unterwegs sein können und Betrüger entlarven können, zeigen wir Ihnen im TECHBOOK-Ratgeber:

So entlarven Sie Betrüger bei Ebay Kleinanzeigen

Sachen, die man nicht verkaufen darf

Es gibt nicht nur eine Reihe von rechtlichen Regelungen, die beim Verkaufen und Kaufen auf Ebay Kleinanzeigen beachtet werden müssen. Das Portal selbst untersagt den Verkauf von bestimmten Artikeln wie zum Beispiel Alkohol, Waffen und Horrorfilmen. Daneben sind natürlich auch Fälschungen, verfassungswidrige Symbole und pornografische Inhalte vom Verkauf ausgeschlossen. Aber auch Dinge wie Castings und medizinische Geräte dürfen nicht angeboten werden. Was genau alles auf Ebay Kleinanzeigen verboten ist, erfahren Sie hier:

Was Sie auf Ebay Kleinanzeigen nicht verkaufen dürfen

Kleinanzeigen-Irrsinn

Nicht nur bei Betrugsmaschen verleitet Ebay Kleinanzeigen zu Kreativität. Der oft nutzlose Krempel, der tagtäglich zum Kauf angeboten wird, ist oft mit lustigen Beschreibungen untermalt, bei denen wir uns ein Lächeln nicht verkneifen können. Aber auch bei manchen Verkaufsgesprächen, die über das Portal stattfinden, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Machen Sie sich selbst ein Bild von dem (teilweise sehr amüsanten) Wahnsinn, der täglich bei Kleinanzeigen stattfindet!

Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Dann wenden Sie sich gerne an info@techbook.de.