Stimmt’s oder stimmt’s nicht?

Darum scannen die meisten Anbieter Ihre E-Mails

Laptop im Dunkeln mit Händen, die tippen
Abhängig vom Mail-Anbieter werden Ihre Mails von verschiedenen Stellen gescannt. Eine Verschlüsselung kann helfen.
Foto: Getty Images

Lesen die großen Mailanbieter wie Gmail, GMX oder Web.de eigentlich unsere Mails mit? Ja, sagen zumindest Experten. Allerdings nicht, um Sie überwachen.

Der Laptop steht aufgeklappt auf dem Schreibtisch. Während man sich im Zimmer umzieht, wird man vielleicht über die Webcam von einem Hacker beobachtet. Ein Horrorszenario – und für viele Nutzer ein Grund, die Webcam am Laptop vorsorglich abzukleben. Doch wird man auch im Inneren des Computers überwacht – etwa vom Mail-Anbieter? TECHBOOK klärt auf.

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Liest der Mail-Anbieter meine Nachrichten?

Bei unverschlüsselten Nachrichten ist das theoretisch immer möglich. Praktisch geht es aber nicht um gezieltes Lesen, sondern um großflächiges Scannen der Mails auf Viren oder zu Werbezwecken. Laut der Stiftung Warentest machen das alle großen Mailanbieter gleichermaßen.

, sagt Fabian Scherschel vom Fachmagazin c’t. Das passiert automatisiert wie anonymisiert – und nicht, um Nutzer zu überwachen. Google hat aber angekündigt, das Scannen für Werbezwecke im Laufe des Jahres einzustellen. Zur Erkennung von Spam und Viren schnüffelt das System weiter.

„In der Praxis ist entscheidender, ob andere Dritte Zugriff auf E-Mails haben können, zum Beispiel bei der Nutzung des WLANs im Café“, erläutert Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI). Das BSI empfiehlt deshalb, seine Mails zu verschlüsseln. Dies gelte besonders für sensible Inhalte. Bei kurzen Nachrichten rät Scherschel aus Komfortgründen eher zu Messenger-Diensten mit integrierter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

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Scan für Werbung kann man bei Gmail deaktivieren

Jeder Nutzer eines Google-Kontos kann die personalisierte Werbung in den Einstellungen seines Kontos deaktivieren. Einfach über myaccount.google.com unter dem Menüpunkt „Einstellungen für Werbung“ ausschalten.

Hoher Datenschutz bei deutschen Anbietern

Die Stiftung Warentest weist zusätzlich darauf hin, dass für US-amerikanische Anbieter auch das dortige Recht gilt – unabhängig vom Standort der Server. Das bedeutet, dass laut „Patriot Act“ alle Anbieter zur Herausgabe von Daten an Behörden verpflichtet sind, einschließlich der Geheimdienste.