Das unsichtbare Internet

Wie genau funktioniert eigentlich das Darknet?

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Wie gefährlich ist das Darknet wirklich? TECHBOOK erklärt, was es mit dem „unsichtbaren Internet“ auf sich hat.
Foto: Getty Images

Um das Darknet ranken sich viele Mythen, nur wenige Menschen haben es tatsächlich besucht. TECHBOOK erklärt, was Sie über den dunklen Teil des Internets wissen müssen und wie gefährlich die Nutzung sein kann.

Immer wieder ist in den Nachrichten vom Darknet die Rede, besonders häufig im Zusammenhang mit Drogen- oder Waffenhandel und Kinderpornografie. Doch ist das „unsichtbare Internet“ wirklich nur ein Umschlagplatz für Verbrecher, kommt jeder einfach so rein und ist das Darknet eigentlich legal? TECHBOOK erklärt, was Sie über die dunkle Seite des Internets wissen müssen.

Das unsichtbare Internet

Viele wissen nicht, dass Google nur einen Bruchteil der im Internet verfügbaren Seiten durchsucht. Man vermutet, dass rund 500 Mal mehr Inhalt existiert, als mit der Suchmaschine gefunden werden kann.

Die frei zugänglichen Seiten werden auch als „Surface Web“ (oberflächliches Internet) bezeichnet. Das, was nicht gefunden werden kann, nennt man „Deep Web“ oder auch „unsichtbares Internet“. Das Darknet ist ein Teil davon.

Doch warum werden diese Inhalte nicht von Google gefunden? Konventionelle Suchmaschinen stufen sie entweder als irrelevant für den Nutzer ein oder können erst gar nicht von den sogenannten Webcrawlern, die das Internet etwa für Google durchsuchen, entdeckt werden. Diese vor den Suchmaschinen versteckten Inhalte müssen nicht immer kriminell sein: Es können private Cloud-Dateien sein, Social-Media-Profile, bestimmte Urteile des Bundesgerichtshofs oder Google Scholar für wissenschaftliche Journale.

Das Deep Web kann zwar nicht komplett durchsucht werden, jedoch gibt es spezielle Suchmaschinen, die auf bestimmte Teile davon zugreifen können.

Hier finden Sie heraus, was Google über Sie weiß

Der Unterschied zwischen Deep Web und Darknet

Oft wird das Deep Web mit dem Darknet verwechselt, aber wie oben bereits erwähnt: Es handelt es sich nur um einen Teil des Deep Web – einem ziemlich kleinen. Der Begriff des Darknet wird oft verwendet, wenn es um kriminelle Aktivitäten geht, jedoch ist das Darknet zunächst nur um ein privates Peer-to-Peer-Netzwerk, auf das man nur mit bestimmten Programmen Zugriff erhält.

Der Darknet-Teil des Deep Web wird absichtlich vor jeglichen Suchmaschinen versteckt gehalten, er wird häufig für Verkaufsplattformen für Drogen und Waffen, die Verbreitung von Kinderpornografie, die Anheuerung von Auftragsmördern oder sogar Menschenhandel missbraucht. Aber auch andere Bereiche wie anonyme Chatrooms, Foren und Blogs sind versteckt. Die Gefahr, die vom Darknet ausgeht, ist also tatsächlich real.

Wer will, kann vollkommene Anonymität vor der Staatsüberwachung und datenhungrigen Unternehmen erreichen. Deswegen wird es oft von Whistleblowern verwendet, um geheime Informationen preiszugeben. Auch Edward Snowden hat das Darknet für seine NSA-Enthüllungen genutzt.

Das Tor-Netzwerk

Das Tor-Netzwerk ist das bekannteste und am weitesten verbreitete Darknet. Tor ist eine Abkürzung für „The Onion Router“, die bereits beschreibt, wie das Netzwerk funktioniert: Verschlüsselte Daten in diesem sogenannten „Zwiebelnetzwerk“ werden über mehr als 7000 Übermittlungspunkten weitergeleitet und dabei Schritt für Schritt entschlüsselt (also wie eine Zwiebelschicht abgeschält), bis die Daten beim Nutzer angekommen sind. Diese Technik macht es extrem schwierig, Verbindungen nachzuverfolgen und den Sender der Daten zu identifizieren.

Zugriff auf das Tor-Netzwerk bekommt man über einen sogenannten Tor-Browser. Mit ihm können Seiten mit der .onion-Adresse aufgerufen werden, die normalerweise versteckt bleiben.

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Ist das Darknet legal oder illegal?

Die Nutzung des Darknets ist zumindest in Deutschland nicht illegal, wenn sie nur zur Wahrung der Anonymität und Beschaffung von Informationen erfolgt.

Kann jemand sehen, wer im Darknet unterwegs ist?

Internetanbieter und staatliche Nachrichtendienste können zwar nicht Bewegungen im Tor-Netzwerk verfolgen, können aber sehen, dass Sie darauf zugreifen. In den USA etwa kann allein das kann schon ein Grund sein, den Computer zu durchsuchen und beschlagnahmen. Erst Ende 2017 hat der US Supreme Court, der oberste Gerichtshof der USA, beschlossen, dass die Nutzung von Tor ausreicht, um eine Überwachung durch das FBI zu rechtfertigen – egal, wo auf dieser Welt Sie sich befinden.

TECHBOOK rät Ihnen dringend von der Nutzung des Tor-Browsers und des Darknet ab. Wenn Sie anonym im Internet unterwegs sein möchten, nutzen Sie lieber einen VPN-Dienst. Wie sich dieser etwa auf dem Smartphone aktivieren lässt, lesen Sie hier.

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