Bis zu 3 Prozent Rückvergütung

Gratis für Prime-Kunden! Lohnt sich die Amazon-Kreditkarte wirklich?

Amazon Prime Visa Kreditkarte
Für Prime-Kunden kostenlos: die Kreditkarte von Amazon
Foto: Landesbank Berlin

Amazon bietet seinen Prime-Kunden in Kooperation mit der Landesbank Berlin eine kostenlose Visa-Kreditkarte an – mit 70 Euro Startguthaben und Rückvergütung in Form von Amazon-Guthaben. Das hört sich attraktiv an. Aber gibt es einen Haken? TECHBOOK hat sich das Kleingedruckte angeschaut und einen Experten befragt.

Was bietet die Prime-Kreditkarte dem Kunden?

Lediglich eine Zusatzkarte kostet 9,99 Euro pro Jahr, sofern der Zusatzkarteninhaber kein Prime-Mitglied ist.

Positiv für Kunden sind die kostenlose Ersatz- und Notfallkarte. „Viele andere Anbieter haben überhaupt keine Notfallkarte im Programm oder stellen erhebliche Kosten dafür in Rechnung. Auch eine Ersatzkarte ist nicht immer kostenlos in Deutschland“, erklärt Finanzexperte Gregor Janecke auf TECHBOOK-Nachfrage.

Außerdem erhalten Kunden, die auf Amazon mit der Prime-Kreditkarte Käufe getätigt haben, eine Rückvergütung in Höhe von 3 Prozent. Diese Rückvergütung erfolgt jedoch nur als Amazon-Guthaben und ist nicht auszahlbar. Wenn Sie mit der Karte woanders als bei Amazon bezahlen, beispielsweise bei anderen Internet-Shops, im Supermarkt oder an der Tankstelle, beträgt die Rückvergütung jedoch nur 0,5 Prozent.

Ab wann lohnt sich ein Amazon-Prime-Abo?

Wer Lotto spielt, der sollte auch das Kleingedruckte lesen

Die Landesbank Berlin als Herausgeber der Karte verlangt für Kasino-, Lotto- und Wettumsätze saftige Gebühren! Mindestens 7,50 Euro Gebühren kostet also die Bezahlung eines Lottoscheins am Kiosk. Die gleichen Gebühren fallen auch für Bargeldabhebungen an deutschen Geldautomaten an, sofern sie über kein Guthaben auf der Kreditkarte verfügen. Wer viel reist, wird mit der Karte ebenfalls nicht glücklich sein: 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr erhebt die ausgebende Bank auf alle Umsätze im Ausland.

Kann ich das Startguthaben nutzen und die Kreditkarte wieder kündigen?

Ja, theoretisch geht das, aber ratsam ist das nicht. „Wenn man mehrere Kreditkarten beantragt und regelmäßig wieder kündigt, wirkt sich das nicht positiv auf die Kreditwürdigkeit aus“, erklärt Janecke. „Bis zu drei Kreditkarten gleichzeitig sind in der Regel jedoch kein Problem – man sollte seinen Kartenstamm jedoch Schritt für Schritt aufbauen.“

200 Euro Verfügungsrahmen garantiert – mehr per Einzahlung möglich

Bereits nach Bewilligung der Amazon-Prime-Kreditkarte erhält der Kunde einen vorläufigen Verfügungsrahmen in Höhe von 200 Euro. Nach erfolgreicher Identifikation des Kunden und Prüfung der Bonität durch die Bank (dauert ca. 14 Tage) erhalten Kunden automatisch einen individuellen Verfügungsrahmen. Damit ist die Karte laut Janecke auch für Personen mit nicht so guter Bonität geeignet. „Wer die Amazon-Visa darüber hinaus nutzen möchte, kann seinen Verfügungsrahmen per Guthaben aufladen“, so der Finanzexperte. Dazu überweisen Sie das Guthaben einfach an die Landesbank Berlin (Zahlungsempfänger: Amazon.de KartenService, IBAN DE83 1005 0000 6603 1979 00). Als Verwendungszweck geben Sie alle 16 Ziffern der Visa-Karte an.

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Welchen Vorteil hat Amazon von der Prime-Kreditkarte?

„Ich halte das aus Marketing-Sicht für einen sehr cleveren Schachzug von Amazon, da sie mit der Kreditkarte die Kunden noch stärker an ihr Loyalitätsprogramm ‚Prime‘ binden“, erklärt Prof. Dr. Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU gegenüber TECHBOOK. „Kunden, die noch kein Prime haben, lockt Amazon durch die gebührenfreie Karte ebenfalls in die kostenpflichtige Mitgliedschaft.“ Der Wirtschaftsexperte sieht für Amazon auch durch klassische Produktverkäufe eine Einnahmesteigerung, denn „durch den höheren Satz an Bonuspunkten entscheiden sich Kunden, die dann eh eine Prime-Mitgliedschaft besitzen, eher für einen Kauf bei Amazon als bei der Konkurrenz.“

Weltweit hat Amazon nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Prime-Kunden. Alleine dadurch kommen Einnahmen für den Versandriesen in Höhe von mehreren Milliarden Euro zusammen. „Indirekt zahlen die Visa-Inhaber also 69 Euro jährlich für diesen und weitere Services“, erklärt Fassnacht.

TECHBOOK meint


„Wer viel bei Amazon einkauft, bekommt mit 3 Prozent Rückvergütung tatsächlich ein spannendes Zahlungsmittel an die Hand. Doch dafür extra eine Kreditkarte anschaffen, die sich unter Umständen auf die eigene Kreditwürdigkeit auswirkt? Das wäre nix für mich! Auch sollte man die versteckten Kosten beachten – als Zahlungsmittel im Alltag ist die Prime-Karte nur bedingt zu empfehlen.“ – Philippe Fischer, Redakteur

Keine Grundgebühr für Prime-Mitglieder, Rückvergütung auf Amazon Geringe Bonifikation für andere Umsätze, hohe Kosten im Ausland

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