Genialer Hack

Patrone leer? So tricksen Sie Ihren Drucker aus!

Canon-Drucker mit Tintenpatronen
Der Verkauf von Tinte ist für die die Druckerhersteller die größte Einnahmequelle
Foto: Getty Images

Drucker machen immer Probleme. Entweder staut sich das Papier oder die Farbpatronen geben keine Tinte mehr her, obwohl gerade einmal zehn Seiten bunt gedruckt wurden. TECHBOOK hat zwei Tipps für Sie, wie auch die letzten Tropfen Tinte aus der Patrone herauskommen.

Das Wegwerfen von Tintenpatronen ist extrem umweltschädlich. Hochrechnungen zufolge landen jährlich 350 Millionen Patronen auf Müllhalden, obwohl sie zwischen 425 und 1000 Jahre brauchen, bis sie abgebaut sind. Mit unsere Tipps halten Tintenpatronen länger durch und können sogar immer wieder aufgefüllt werden.

Auch interessant: 5 Technik-Schnäppchen, die sich diese Woche richtig lohnen!

1. Farbpatronen bis auf den letzen Tropfen ausnutzen

Die meisten modernen Tintenpatronen haben einen intelligenten Microchip, der dem Drucker automatisch den geschätzten Tintenfüllstand übermittelt. Unabhängig davon, ob die Patrone tatsächlich leer oder fast leer ist, gibt der Drucker eine Warnmeldung aus, die bei manchen Geräten einfach ignoriert werden kann. Viele Modelle sind aber so programmiert, dass sie nicht mit den vermeintlich leeren Patronen weiterdrucken. Dadurch soll es erschwert werden, sie einfach wieder aufzufüllen und weiter zu benutzen.

Da der Tintenfüllstand bei vielen Modellen mit Chip nur geschätzt und nicht tatsächlich gemessen wird, verbleibt oft noch ein erheblicher Rest Tinte in der Patrone, der jedoch nicht genutzt werden kann. Bei einigen Patronenarten können die Chips zurückgesetzt werden. Manchmal reicht dafür eine Stecknadel aus, oft werden jedoch spezielle „Reset-Tools“ benötigt, die an die Chip-Kontakte gehalten werden und nach wenigen Sekunden die Patrone wieder als voll erscheinen lassen. Einige Microchips sind sogar mit Verfallsdatum versehen, wodurch das Drucken auch verhindert werden kann. Auch bei nachgefüllter Patrone meldet der Chip dem Drucker, dass die Patrone leer sei.

Dass Tintenpatronen als leer angezeigt werden, bevor sie tatsächlich keine Tinte mehr haben, ist nicht nur ärgerlich, sondern auch umweltschädlich. Denn so können die Patronen weder voll ausgenutzt noch wieder aufgefüllt werden.

Das können Sie tun, wenn der Drucker leere Patronen anzeigt

  1. Zuerst sollte die betroffene Patrone aus dem Drucker genommen und gut durchgeschüttelt werden, um Tintenreste in Innern zu lösen.
  2. In einigen Fällen kann es helfen, die Patrone in ein warmes Wasserbad zu legen, um eingetrocknete Tinte zu verflüssigen. Achten Sie darauf, dass keine offenliegenden Kontakte mit dem Wasser in Verbindung kommen. Vorsicht vor allem bei Lexmark-Patronen, bei denen der Chip unter dem Aufkleber versteckt ist.
  3. Funktioniert keine der ersten beiden Methoden, muss der Chip, der den Tintenfüllstand schätzt, zurückgesetzt werden.

Laserdrucker hinterlassen geheime Spuren auf jedem Papier

So setzen Sie den Mikrochip zurück

Die Methode, den Chip zurückzusetzen, ist bei jedem Hersteller unterschiedlich.

Epson: Epson-Patronen können normalerweise mit einer Stecknadel oder einer Büroklammer wieder zurückgesetzt werden. Über dem Microchip befindet sich ein kleines Loch, in das die Nadel oder Klammer gesteckt werden muss. Manche Patronen-Modelle haben jedoch zwei Chips und hier funktioniert das Zurücksetzen nur mit einem speziellen „Reset-Tool“, das kostenfrei zum Download verfügbar ist.

Mit dem Tool können nicht nur die Microchips der Patronen über den Computer zurückgesetzt werden, sondern zum Beispiel auch die Farbpatronen und die schwarze Patrone unabhängig voneinander gereinigt werden. Laden Sie das Tool von dieser Seite herunter:

http://www.refillinstructions.com/Epson/EpsonServiceUtility.htm

und klicken Sie nach dem Öffnen des Programms auf den Resetter-Tab. Wählen Sie Reset Cartridges aus und schalten Sie den Drucker danach einmal aus und wieder an. Der Tintenfüllstand sollte jetzt wieder aus voll angezeigt werden.

Hewlett-Packard: Bei HP gestaltet sich das Zurücksetzen des Chips deutlich komplizierter. HP-Patronen haben auf der Rückseite mehrere Reihen offenliegender Kontakte, die in einer bestimmten Reihenfolge abgedeckt werden müssen. Bei der hier abgebildeten Patrone müssen die Kontakte 1-4 nacheinander abgeklebt und in den Drucker eingesetzt werden. Nach Abkleben jedes einzelnen Kontakts muss eine Testseite gedruckt werden. Erst nachdem der letzte Kontakt abgeklebt und eine Testseite gedruckt wurde, kann das Klebeband wieder entfernt und die Patrone wieder eingesetzt werden. Der Drucker sollte sie nun als neue Patrone erkennen.

HP-Tintenpatrone Kontaktlayout

Das sind Kontakte auf einer HP-Tintenpatrone, die verdeckt werden müssen, um den eingebauten Chip zurückzusetzen
Foto: TECHBOOK

Lexmark: Für Lexmark-Drucker gibt es keine speziellen Reset-Tools, da der Chip unter einem Aufkleber versteckt ist. Nutzer können jedoch versuchen, den Tintenfüllstand zurückzusetzen, indem Sie die Patronen aus dem Drucker entnehmen, den Drucker ausschalten und mindestens 60 Sekunden lang warten, bevor sie das Gerät wieder einschalten. Der Drucker wird nach kurzer Zeit das Fehlen von Tintenpatronen melden. Nachdem dem Wiedereinsetzen sollte der Füllstand zurückgesetzt worden sein.

Canon: Die Drucker-Software für den PC erlaubt es, trotz entleerter Tintenpatronen weiter zu drucken. Beim Drucken wird immer wieder die Warnmeldung erscheinen, dass eine (oder mehrere Patronen) leer seien. Die Meldungen können immer mit JA bestätigt werden, bis eine Meldung erscheint, die Sie dazu auffordert, auf dem Drucker selbst den Fortsetzen/Resume-Button für 5 Sekunden zu drücken. Hat der Drucker keinen Fortsetzten-Button, drücken Sie stattdessen für 6-7 Sekunden den Abbrechen/Cancel-Button, bis die Warn-LED aufhört zu blinken. Alternativ zu dieser Lösung gibt es für Canon-Tintenpatronen je nach Modell auch Reset-Tools.

Brother-Drucker haben zwar ebenfalls kleine Speicherchips, allerdings funktioniert die Erkennung des Tintenfüllstands anders. Die Anleitung dafür finden Sie weiter unten.

Große Abzocke? Warum Druckerpatronen so viel kosten

2. Schwarz-Weiß drucken ohne Farbpatrone

Bei den meisten Druckern reicht es aus, wenn der Microchip in den Tintenpatronen immer wieder zurückgesetzt wird, um dem Drucker vorzugaukeln, es sei noch Tinte im Tank. Damit wird die Patronen zwar bis auf den letzten Tropfen geleert, allerdings geht auch mit diesem Trick der Vorrat irgendwann zu Neige. Während die Farbpatronen aber schon leer sind, bleibt in der schwarzen Patrone oft noch etwas mehr übrig.

Fast alle Druckermodelle verweigern jedoch, in Graustufen zu drucken, wenn die Farbpatronen leer sind. Bei den meisten Modellen reicht ein Zurücksetzen des Chips oder ein Wegdrücken der Warnmeldung, es gibt jedoch aus Ausnahmen wie die Drucker von Hersteller Brother. Brother-Tintenpatronen haben ein kleines Sichtfenster, das von einem optischen Sensor im Drucker durchleuchtet wird. Ist Tinte im Tank, reflektiert diese durch das Fenster und der Sensor gibt den Füllstand an den Drucker weiter. Somit wird akkurat gemessen, ob noch Tinte übrig ist, oder tatsächlich alles aufgebraucht wurde und auch das Zurücksetzen des Chips hilft nicht mehr. Speziell für Brother-Geräte gibt es daher einen Trick, der dem Drucker eine volle Patrone vorgaukelt.

Brother-Patrone als voll erkennen lassen

Der Trick ist so einfach wie wirksam. Es reicht aus, einen dünnen Streifen schwarzes elektrisches Isolierband oder im Falle unseres Beispiels Aluminiumklebeband über das offenliegende Sichtfenster zu kleben. Nehmen Sie dafür die Patrone aus der Halterung und bringen Sie einen ca. 1 Zentimeter breiten und 2 Zentimeter langen Streifen Klebeband so an, dass er beide Seiten des Fensters verdeckt. Stecken Sie danach die Patrone wieder in den Drucker, schließen die Abdeckung und bestätigen auf dem Bildschirm das Einsetzen einer neuen Patrone. Der Drucker sollte die präparierte Farbpatrone nun als voll erkennen und den Druck in Graustufen wieder ermöglichen.

Auch interessant: Drucken mit Drittanbieter-Tinte

Keine Probleme mit Patronen von Drittanbietern

Druckertinte ist sündhaft teuer, da will man auch von jedem Tropfen in dem kleinen Tank etwas haben. Die Hersteller sehen das anders, für sie ist der Verkauf von billigen Druckern und teuren Patronen ein Geschäftsmodell. Drittanbietern ist es jedoch immer gelungen, die Patronen nachzukonstruieren und eigene Patronen deutlich günstiger anzubieten.

Die meisten Drittanbieterpatronen haben nachgebaute Chips, die immer wieder zurückgesetzt werden können, um die Wiederbefüllung zu ermöglichen. Die nachgebauten Patronen sind üblicherweise um die 50 Prozent und in einigen Fällen bis zu 95 Prozent günstiger als originale Patronen.

Themen