Media Markt, Otto & Co. im Check

Elektrogeräte mieten – lohnt sich das wirklich?

Frau inmitten von Technik
Technik ist in unserem Leben einfach nicht mehr wegzudenken. Nun muss man die tollen Geräte aber nicht mehr unbedingt alle kaufen, sondern kann sie mieten.
Foto: Getty Images

Ob TV, Smartphone oder Waschmaschine – Technik ist teuer und leider schnell wieder veraltet. Wer nur kurzzeitig Bedarf hat oder etwas ausprobieren will, kann Haushaltsgeräte mieten. TECHBOOK zeigt, wie und wo das geht.

Eine Waschmaschine für nur 9,99 Euro oder ein Fernseher für nur 19,99 Euro – kann das sein? Miet-Portale im Internet machen es möglich, zumindest für einen gewissen Zeitraum. Immer mehr Anbieter wachsen wie Pilze aus dem Boden, das Geschäft scheint eine echte Marktlücke zu sein.

Warum man statt kaufen lieber öfter Haushaltsgeräte mieten sollte? Der neuste Tech-Trend kann so kostengünstig ausprobiert werden, bevor der Kunde für das Lieblingsteil tief in die Tasche greifen muss. Aber auch zur Überbrückung eignet sich das Miet-Angebot: Die Waschmaschine ist kaputt, aber das Geld reicht gerade nicht für ein neues Gerät? Ein paar Monate lassen sich so ohne den lästigen Gang zum Waschsalon überwinden. Oder Kunden nutzen die Elektrogeräte einfach dauerhaft, bis sie sich ein neues Modell anschaffen wollen.

Aber bei welchem Anbieter kann ich was mieten – und was kostet mich das? TECHBOOK macht den Check und hat vier Miet-Portale auf Mindestmietdauer, Mietpreise und Auswahl geprüft.

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Otto Now

Der Versandhandel Otto bietet mit Otto Now seit Dezember Elektrogeräte aus den Bereichen Technik, Haushalt und Sport zur Miete an. Die Auswahl ist bisher noch überschaubar, die Produktpalette reicht von Soundsystemen über Drohnen bis hin zu Trocknern. Die Preise sind fair, richten sich aber stark nach der Mietdauer. Je länger der Nutzer das Gerät mietet, desto günstiger wird der monatliche Abschlag. So kostet etwa das Smartphone Samsung Galaxy S7 für einen Monat rund 30 Euro, wer gleich 24 Monate mietet bezahlt nur 13 Euro im Monat. Der Haken hier: Ein Gerät für einen Monat ausprobieren klappt nicht, denn die Mindestmietdauer variiert zwischen drei und sechs Monaten.

Insgesamt drei Waschmaschinen aus den verschiedenen Preiskategorien befinden sich ebenfalls bei Otto Now im Angebot. Die günstigste Waschmaschine von Hanseatic gibt es schon ab 9,99 € pro Monate, bei einer Mietdauer von 24 Monaten ist das Gerät sogar schon für 4,99 € mietbar. Die Mindestmietdauer bei Waschmaschinen beträgt sechs Monate. Eine qualitativ hochwertige Miele-Maschine gibt es für 39,99 €, bei 24 Monaten Miete bereits ab 19,99 €.

Die Ware ist nicht immer neu, Otto gibt sie aber als neuwertig an. Ist das Mietobjekt defekt, wird die Reparatur bezahlt oder das Gerät ausgetauscht, falls der Nutzer den Schaden nicht selbst verursacht hat. Ungefähr weitere zwei Monate wird das Prinzip des Vermietens von Otto getestet, bevor entschieden wird, wie es mit dem Geschäftsmodell weitergeht. „Wir sind mit dem bisherigen Stand bei Otto Now sehr zufrieden“, sagt Nick Marten von Otto. In der Top 3 im Miet-Ranking sind: auf Platz 1 Fernseher, Platz 2 Laufbänder und auf dem dritten Platz Kaffeevollautomaten.

Fernseher Samsung LED-TV

Diesen Samsung-Fernseher mit 40 Zoll gibt es für 19,99 Euro im Monat.
Foto: ottonow.de

Mietpreisentwicklung

Wie bei allen anderen Geräten gilt auch hier: Je länger der Kunde das Gerät behält, desto günstiger wird die monatliche Miete.
Foto: ottonow.de

Media Markt

Unter dem Motto „Miet mich!“ sind bei Media Markt im Januar 2017 in Zusammenarbeit mit dem Start-up Grover die Mietwochen gestartet. Im Onlineshop kann nun nicht mehr nur gekauft, sondern Geräte auch gemietet werden.

Verglichen mit Otto Now ist die Produktauswahl mit mehr als 500 Elektrogeräten größer – das gilt aber leider auch für den Preis: Zehn Prozent des Kaufpreises kostet eine Monatsmiete. Produkte können dafür aber auch nur einen Monat lang gemietet werden, Lieferung und Rückversand sind im Preis inklusive und die Geräte sind neu. Insgesamt ist die Miet-Option von Media Markt ideal für Menschen, die gerne die neuste Technik ausprobieren wollen, ohne sie direkt zu kaufen. Die Mietwochen sind noch eine Testphase. Ob Media Markt auch langfristig auf das Mietkonzept setzen wird, zeigt die Zukunft.

Am meisten wurden von den Kunden bisher Smartphones, Wearables, VR-Brillen und XXL-TV-Geräte gemietet, wie Media Markt auf Nachfrage von TECHBOOK mitteilte.

Konsole Playstation 4

Bei Media Markt beträgt die monatliche Miete meist 10 Prozent des Kaufpreises, wie die Playstation 4 Slim inklusive des Spiels „FIFA 17“ zeigt: Der Kaufpreis beträgt 349 Euro, die Monatsmiete 34,90 Euro.
Foto: mediamarkt.de

Leihdirwas

Haste mal ‘ne Waschmaschine? Wer Technik nur für einen kurzen Zeitraum benutzen möchte, kann einen Blick auf das Portal Leihdirwas werfen: Hier suchen Sie nach Geräten, die Menschen in der näheren Umgebung zum Ausleihen anbieten. Falls das ideale Produkt dabei ist, kann der Anbieter kontaktiert werden, er selbst bestimmt die Leihgebühr und die Leihdauer. Andersrum kann jeder mit seinen eigenen Geräten beim Verleihen Geld verdienen. Die Auswahl reicht von Kameras über Blu-rays und Spiele hin zu E-Bikes und Gartengeräte. Die Auswahl variieren je nach Anzahl der Anbieter und Region – gerade in Großstädten wie Berlin und Hamburg lassen sich aber einige Angebote entdecken, die günstiger als bei Media Markt oder Otto sind.

Geräte zur Miete

Die verschiedensten Produkte können pro Tag oder Woche ausgeliehen oder verliehen werden. Ab fünf Euro am Tag gibt es bereits einen Staubsaugerroboter.
Foto: leihdirwas.de

Obi

Eine besondere Sparte deckt Obi ab. Der Baumarkt bietet seinen Kunden sämtliche Produkte für den Handwerker-Bedarf an. Gemietet werden können elektronische Werkzeuge ab 4 Stunden bis hin zum Wochentarif, etwa Vertikutierer (31,50 Euro/Tag), Kettensägen (25 Euro/Tag) oder Rasenmäher (28,50 Euro/Tag). Bei der Abholung wird eine Kaution fällig, die der Nutzer bei Abgabe des Gerätes wiederbekommt.

Bohr- und Stemmhammer

Einen Bohr- und Stemmhammer gibt es pro Tag für 29,50 Euro bei Obi.
Foto: www.obi.de/mietgeraete

Verbraucherschützer warnen vor Schuldenfalle

„Solche Mietangebote eignen sich nicht, um das gesamte technische Equipment auf mieten auszurichten“, so Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu TECHBOOK. Wer Geräte bei Miet-Portalen leiht, sollte einiges beachten. Der Nutzer müsse genau prüfen, wie die Bedingungen des jeweiligen Anbieters sind. „Für den Dauergebrauch sind die Haushaltsgeräte zu teuer“, sagt Tryba. Gerade für junge Leute könnten Mietangebote bei zusätzlichen Ratenkrediten zur Schuldenfalle werden. Der Verbraucherschützer rät deswegen: „Treffen Sie Ihre Geldentscheidungen bewusst.“