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Digitaler Mythos

Sollte ich den Rechner immer herunterfahren?

Der Neustart eines älteren Computers mit langsamer Festplatte kann gefühlt eine Ewigkeit dauern. Der Ruhemodus erspart dieses ProzedereFoto: Getty Images

Eine Frage, so alt wie Computer selbst: Sollte man den PC jedes Mal herunterfahren, oder immer nur in den Ruhemodus versetzen? TECHBOOK klärt den Mythos auf.

Sowohl bei Mac-Rechnern mit dem Mac-OS-Betriebssystem als auch bei Computern mit Windows von Microsoft gibt es die Möglichkeit des Herunterfahrens, also komplett auszuschalten, oder aber in den Ruhezustand zu versetzen.

Ruhemodus statt Herunterfahren

Der große Vorteil beim Ruhezustand: Meistens genügt ein Knopfdruck oder beim Notebook das Aufklappen des Displays, um sofort weiterarbeiten zu können. Der Neustart eines Computers kann dagegen bei älteren Geräten locker eine Minute dauern. Neueste Geräte mit schnellen SSD-Festplatten schaffen diesen Vorgang aber schon in 10 bis 20 Sekunden.

Dennoch: Es ist einfach praktisch, wenn man nur den Ruhemodus nutzt, ohne das lästige Hoch- und Herunterfahren. Zudem sind wir es von unseren Smartphones und Tablets gewohnt, dass sie jederzeit einsatzbereit sind, ohne sie ständig ganz ausschalten zu müssen.

Man muss ja nicht gleich ins Bett, um mal kurz abzuschalten. Auch den Computer muss man nicht gleich komplett runtergefahren, um ihm Ruhe zu gönnen
Foto: Getty ImagesFoto: Getty Images

Ruhemodus ist nicht gleich Ruhemodus

Der Ruhemodus funktioniert abhängig vom Computer, dem Betriebssystem und den Einstellungen des Users oft unterschiedlich. Bei Windows-Rechnern bedeutet der Ruhemodus meist, dass der Inhalt aus dem schnellen Arbeitsspeicher (RAM) auf die Festplatte geladen wird und somit kein Strom im Ruhemodus benötigt wird.

Bei Mac-Computern wird im Ruhemodus der RAM zunächst nicht „geleert“, sondern mit ein wenig Strom weiterversorgt. Diese Lösung hat den Vorteil, dass beim Aktivieren des Rechners verzögerungsfrei dort weitergearbeitet werden kann, wo man zuletzt aufgehört hat. Bei der Windows-Lösung müssen die Daten noch in den RAM geladen werden. Je größer die Daten, desto länger kann das dauern. Dafür benötigt die Windows-Lösung kaum Strom.

Apples MacBooks mit schneller SSD-Festplatte gehen im Ruhemodus nach ein bis drei Stunden in den sogenannten Tiefschlafmodus über. Das spart Energie und dient der Datensicherheit.
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MacBooks schaffen bis zu 30 Tage im Tiefschlafmodus

Was bei Apple unter Ruhemodus läuft, heißt bei Windows Stand-by-Modus. Hier werden die letzten Arbeitsdaten im Gegensatz zum Herunterfahren auch im RAM erhalten, wodurch ein schnelleres Reaktivieren möglich ist.

Apple wiederum hat bei Mac-Computern mit SSD-Festplatte einen automatischen Tiefschlafmodus eingeführt. Dieser wird nach etwa ein bis drei Stunden im regulären Ruhezustand aktiv. Auch hier wird der Inhalt des Arbeitsspeichers auf die Festplatte geschrieben. Das schützt vor Datenverlust und spart Energie. So können MacBooks, die seit 2013 produziert werden, bis zu 30 Tage lang im Ruhezustand verbleiben, bevor der Akku schlappmacht. Allerdings erfolgt dann das Aufwachen etwas träge, bis der Inhalt von der Festplatte in den RAM geladen wird. Dennoch ist diese Lösung immer noch wesentlich schneller als ein komplettes Herunterfahren und wieder Starten des Rechners.

Ein häufiger Ruhezustand schadet zwar dem Rechner nicht, dennoch sollte man ihn ab und zu neu starten, damit Updates aktiv werden
Ein häufiger Ruhezustand schadet zwar dem Rechner nicht, dennoch sollte man ihn ab und zu neu starten, damit beispielsweise Updates aktiv werden
Foto: Techbook

Ab und zu sind herunterfahren und ein Neustart ist sinnvoll

Nun aber zum Mythos: Ist der Ruhezustand schlecht für den Rechner bzw. sollte man ihn lieber herunterfahren? Da sowohl im Ruhemodus als auch im Stand-by-Modus alle Komponenten deaktiviert sind, muss man keine Schäden befürchten, falls man mehrere Tage lang seinen Rechner nicht ganz ausschaltet.

Dennoch ist ein Neustart ab und zu sinnvoll, vor allem wenn Programm-Updates im Hintergrund ablaufen und erst dann wirksam werden, wenn der Computer neu gestartet wurde. Schließlich wird man auch bei der Installation von neuen Programmen oder Updates dazu aufgefordert, den Rechner neu zu starten.

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Am Ende gilt aber immer noch der alte Grundsatz: Spätestens wenn der Computer zu träge läuft und schlimmstenfalls Programme einfrieren, sollte man ihn neu starten.

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