Abzocke!

Betrüger warten nur darauf, dass Sie DIESES Wort am Telefon sagen

Mann telefoniert wütend am Smartphones
Ärger mit erpresserischen Telefon-Abzockern? TECHBOOK verrät, was Sie nun tun sollten.
Foto: Getty Images

Bei Anruf Abzocke: In den USA macht schon länger eine fiese Betrugsmasche am Telefon die Runde, die jetzt auch nach Europa kommt. Worauf Sie unbedingt achten sollte, verrät Ihnen TECHBOOK.

Wenn das nächste Mal Ihr Telefon klingelt und eine unbekannte Nummer anruft, passen Sie auf: Derzeit schwappt eine Betrugswelle aus den USA nach Deutschland rüber, wie die Verbraucherzentrale NRW berichtet. Der perfide Trick: Mit Fragen wie „Können Sie mich hören?“ oder „Sind Sie der Hauseigentümer?“ versucht der Anrufer, aus Ihnen das Wort „Ja“ herauszubekommen. Diese und andere Teile des Gespräches werden dann später so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, der Angerufene habe am Telefon eine teure Bestellung aufgegeben.

Hier für den TECHBOOK-Newsletter anmelden

Die böse Überraschung folge dann ein paar Tage später im Briefkasten: Eine teure Rechnung. Wer sich weigert zu zahlen, bekomme schnell Druck von den Betrügern – die auf den falschen Telefonmitschnitt mit dem deutlichen „Ja“ zu einem angeblichen Kaufvertrag beharren und sogar mit einem negativen Schufa-Eintrag oder dem Inkassobüro drohen. Ein Leser des Online-Portals „Heise“ bekam sogar umgehend einen Rückruf, nachdem er partout nicht mit „Ja“ antworten wollte und auflegte. Dort drohte man ihm eine Strafe von 125 Euro an, weil er das Telefonat unterbrochen hatte.

Top-Artikel zum Thema
inkognito-modus

 

Wie soll ich mich jetzt am Telefon verhalten?

Seien Sie auf jeden Fall skeptisch bei unbekannten Anrufern und vermeiden Sie es, mit „Ja“ zu antworten, auch auf vermeintlich harmlose Fragen. Kommt Ihnen das Gespräch komisch vor, können Sie auch einfach auflegen. Sollten Sie trotzdem Opfer einer solchen Betrugsmasche geworden sein: Keine Panik!

Rechtsanwalt Christian Solmecke rät: „Zwar können Verträge normalerweise auch übers Telefon abgeschlossen werden. Hierbei muss jedoch der angebliche Verkäufer beweisen, dass der Vertrag zustande gekommen ist. Hierzu muss er Ihnen am Telefon ein konkretes Angebot unterbreitet haben. An diesem fehlt es hier jedoch. In diesem Zusammenhang sollten Sie sich auch nicht durch einen vorgespielten Telefonmitschnitt irritieren lassen.“

Generell sei laut Solmecke ein solcher Mitschnitt nur verwertbar, wenn der Angerufene diesem zuvor auch zugestimmt hat. Lassen Sie sich also nicht unter Druck setzten und zahlen Sie auf gar keinen Fall die in der Rechnung genannte Summe. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale, an einen Rechtsanwalt oder die Polizei – denn auch eine Strafanzeige käme in diesem Fall für den Betrüger infrage.

Themen