Vorsicht vor Telefon-Abzocke

Darum sollten Sie unbekannte Nummern nicht einfach zurückrufen

Frau guckt entsetzt auf ihr Handy.
Wer hat da angerufen? Wenn Sie die Telefonnummer nicht kennen, sollten Sie die Nummer besser nicht zurückrufen.
Foto: Getty Images

Wenn eine unbekannte Nummer auf dem Telefon anruft, rufen viele Menschen gleich zurück. Dieser Anruf kann aber ganz schön teuer werden. TECHBOOK weiß, wie Sie darauf reagieren sollten, um nicht in die Falle von Betrügern zu tappen.

Ein Anruf in Abwesenheit, eine Nummer auf dem Display und dennoch sollten Sie jetzt nicht einfach zurückrufen. Schon gar nicht, wenn Ihnen die Nummer komisch vorkommt. Vor allem ein Erkennungsmerkmal ist hierbei auffällig: die Vorwahl. Denn diese verrät, von wo aus der Anrufer die eigene Telefonnummer gewählt hat.

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Speziell in den vergangenen Monaten erreichte die Bundesnetzagentur zahlreiche Beschwerden, bei denen Menschen aus dem Ausland oder von Rufnummern für globale mobile Satellitensysteme, wie etwa die Nummer „0088“  oder „+88“, angerufen worden sind, wie TECHBOOK auf Nachfrage erfahren hat. Es handele sich dabei häufig um sogenannte Ping-Anrufe. „Durch entsprechende Anrufe soll ein kostenpflichtiger Rückruf provoziert werden. Ein Rückruf dieser Nummern ist aber oft mit sehr hohen Kosten verbunden, teilweise in Höhe von mehreren Euro pro Minute“, erklärt Michael Reifenberg von der Bundesnetzagentur gegenüber TECHBOOK.

Und so funktioniert der Lock-Anruf: Deshalb sollten Sie auf keinen Fall solche Lock-Nummern zurückrufen!

Das können Sie tun

Aufgrund dieser Masche hat die Bundesnetzagentur Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote gegenüber Auslandsrufnummern sowie Anrufen vom globalen mobilen Satellitentelefon erlassen. Eine sehr gute Nachricht für alle, denn das Verbot bedeutet, dass die Kosten, die Betroffenen solcher Anrufe für die Verbindung mit dem Telefon entstanden sind, künftig nicht länger in Rechnung gestellt werden dürfen. Haben Betroffene bereits eine Rechnung erhalten, gilt in diesem Fall das Inkassierungsverbot. Demnach dürfen die noch offenen finanziellen Forderungen nicht weiter verlangt werden. Die Bundesnetzagentur sei gerade dabei, weitere Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote vorzubereiten.

Einen Haken gibt es aber dennoch: Haben betroffene Verbraucher die Kosten der dubiosen Rechnung bereits gezahlt, hilft das Verbot der Bundesnetzagentur vermutlich nur noch bedingt. Aber auch dann sollten Betroffene versuchen, ihr Geld zurückzuholen. Die Bundesnetzagentur kann in diesen Fällen den Verbrauchern bei der Durchsetzung ihrer zivilrechtlichen Ansprüche nicht helfen. Aber gemeinsam mit der Verbraucherzentrale haben Bürger die Möglichkeit, das gezahlte Geld zurückzufordern.

„Vor diesem Hintergrund rät die Bundesnetzagentur generell zur Vorsicht bei Anrufen, wenn diese Anrufe nicht erwartet werden. Verbraucher sollten zudem äußerst sensibel mit ihren persönlichen Daten (Telefonnummern und sonstigen Kontaktdaten, aber insbesondere auch Kontoverbindungsdaten) umgehen“, sagt Reifenberg.

Wer hat angerufen?

Sollten Sie sich unsicher sein, können Sie online herausfinden, wer Sie angerufen hat. Auf der Internetseite der Bundesnetzagentur finden Sie eine Liste sämtlicher Nummern, die diese seit 2004 aus unterschiedlichen Gründen gesperrt oder Maßnahmen gegen diese eingeleitet hat. Wie das geht, erfahren Sie hier. Werden Sie häufig von dieser Nummer angerufen, können Sie diese ganz einfach blockieren.

Werden Sie ebenfalls von einer Ihnen unbekannten Nummer angerufen, können Sie diese der Bundesnetzagentur melden. Ihre Beschwerde können Sie per Mail an rufnummernmissbrauch@bnetza.de. Um gegen die Betrüger vorgehen zu können, benötigt die Bundesnetzagentur diese Beschwerden.