Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
StartseiteConnectivity

Bundesnetzagentur schaltet knapp 1500 Rufnummern für immer ab

Wegen Belästigung und Spam

Bundesnetzagentur schaltet knapp 1500 Rufnummern für immer ab

Viele Menschen sind bereits Opfer von Spam-Anrufen geworden.
Viele Menschen sind bereits Opfer von Spam-Anrufen geworden. Die BNetzA hat nach Beschwerden nun zahlreiche Rufnummern gesperrt. Foto: Getty Images

Immer wieder landen Beschwerden über ungewollte Anrufe und SMS bei der Bundesnetzagentur. Häufig werden die gemeldeten Nummern von Betrügern genutzt, um an die Daten von Kunden zu kommen. Knapp 1500 dieser Rufnummern wurden mittlerweile abgeschaltet.

TECHBOOK berichtet jeden Monat von den nervigsten Spam-Rufnummern. Doch auch wenn sich die Telefonnummern unterschieden, der Grund für die Anrufe ist meist derselbe: Betrüger wollen mit angeblichen Gewinnen, neuen Verträgen oder dergleichen an die persönlichen Daten der Nutzer. Oftmals rufen die Bots hinter diesen Rufnummern daher mehrere Male an, bis sie die gewünschte Person erreichen. Das nervt und ist darüber hinaus auch illegal. Aus diesem Grund melden immer mehr Menschen solche Spam-Anrufe bei der Bundesnetzagentur. Und die ist im vergangenen Jahr sehr oft tätig geworden.

Zahlreiche Beschwerden über Spam-Rufnummern bei der BNetzA

Allein im Jahr 2022 gingen bei der Bundesnetzagentur 150.363 schriftliche Beschwerden über ungewollte Spam-Anrufe oder -SMS ein. Laut Behörde sei das nahezu das gleiche Niveau wie in den Vorjahren (2021: 155.868 Beschwerden). Zu beachten ist dabei, dass es sich bei der Zahl um schriftliche Beschwerden handelt, sich Nutzer also bewusst die Zeit genommen haben, ihre Meldungen über die Webseite der BNetzA einzugeben.

„Die Zahl der Verbraucherbeschwerden wegen Rufnummernmissbrauchs ist auch im Jahr 2022 auf konstant hohem Niveau. Die Themenvielfalt der Beschwerden ist nach wie vor groß und befindet sich ständig im Wandel“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir schützen Verbraucherinnen und Verbraucher konsequent vor illegalen Geschäftsmodellen und unberechtigten Kosten.

Lesen Sie auch: So finden Sie leicht den Besitzer einer unbekannten Handynummer heraus

In Folge des hohen Beschwerdeaufkommens hat die Bundesnetzagentur daher zahlreiche Spam-Rufnummern gesperrt. Im vergangenen Jahr waren es allein 1446 Rufnummern, wobei im Januar 2023 bereits zahlreiche weitere Einträge in der Liste der gesperrten Telefonnummern hinzugekommen sind. Bei einem Großteil handelt es sich um Handynummern, bei denen Angerufene also nicht sofort sehen, aus welchem Land der Anruf kommt, und über die Absender auch massenhaft Spam-SMS versendet haben. Die komplette Liste aller gesperrten Rufnummern lässt sich bei der BNetzA einsehen.

Bezüglich der Problematik von ungewollten Anrufen aus dem Ausland hat mittlerweile auch der Gesetzgeber nachgebessert. Seit Dezember 2022 dürfen bei Anrufen, die aus einem ausländischen Netz getätigt werden, keine deutschen Rufnummern mehr angezeigt werden. Ausgenommen sind solche Anrufe, bei denen Handybesitzer ihre deutsche SIM-Karte im Roaming nutzen. Um nicht straffällig zu werden, müssen Unternehmen, die bislang eine deutsche Nummer übertragen haben, diese nun unterdrücken. Die Bundesnetzagentur mahnt daher zu erhöhter Vorsicht bei anonymen Anrufen.

2022 mehr Ärger über Spam-Anrufe als -SMS

Doch die Bundesnetzagentur hat nicht nur Spam-Rufnummern gesperrt, sondern laut eigener Aussage bei 3697 Nummern auch sogenannte Fakturierungs- und Inkassierungsverbote verhängt. Den Opfern der Spam-Anrufe können somit keine unberechtigten Kosten in Rechnung gestellt bzw. abgebucht werden. Solche Verfahren stößt die Behörde in der Regel dann an, wenn durch das Hacking von Routern oder Telefonanlagen kostenpflichtige Verbindungen und somit unrechtmäßige Kosten generiert wurden.

Interessant ist die Aussage der Bundesnetzagentur, dass sich Betroffene 2022 vor allem über nervige Anrufe beschwert haben. Im Vergleich dazu lagen im Jahr davor die Klagen über Spam-SMS vorne. Wir erinnern uns: Vor allem angebliche Paketankündigungen sorgten in Deutschland für Ärger. Grund dafür könnte das erhöhte Bestellaufkommen während der Corona-Lockdowns gewesen sein.

Themen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für