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Nicht rangehen! Diese Anrufe sorgen aktuell für Ärger

Die gemeldeten Spam-Rufnummern gingen im Mai leicht zurück. Das Problem bleibt dennoch
Spam-Anrufe nerven nicht nur, sie können im Ernstfall auch Geld kosten Foto: Getty Images
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

8. Juni 2026, 12:58 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Jeder kennt es: Das Telefon klingelt und ein unbekannter Anrufer meldet sich. Dahinter verbergen sich nicht selten Spam-Anrufe mit wenig seriösem Hintergrund. TECHBOOK listet die Rufnummern auf, die derzeit besonders häufig für Ärger sorgen.

Callcenter rufen wiederholt an, unabhängig von der Tageszeit, und oft mehrmals täglich. Über immer wechselnde Spam-Rufnummern versuchen sie, unbedarfte Nutzer per Telefon zu kontaktieren. Nicht selten auch mehrmals kurz hintereinander, was zusätzlich nervt. Oft übernehmen sogar Computer die Anrufe, die häufig eine Telefonnummer so lange testen, bis sie am anderen Ende eine Reaktion erhalten. In diesen Fällen hören Angerufene, die ein Telefonat einer solchen unbekannten Rufnummer annehmen, nicht selten auch ein Knacken und Rauschen in der Leitung, ehe sie – wenn überhaupt – mit einem Mitarbeiter verbunden werden.

Mit Spam-Anrufen dieser Art verfolgen Callcenter ein Ziel: Daten der angerufenen Person abzufragen und diese in fadenscheinige Gewinnspiele oder unseriöse Verträge zu locken. Im schlimmsten Fall wird so ein Anruf für den Empfänger also richtig teuer. Werbeanrufe dieser Art sind allerdings rechtlich verboten, wenn der Angerufene sie nicht explizit erlaubt hat. Das wissen natürlich auch die Firmen und Callcenter. Sie wechseln daher regelmäßig die Rufnummern, mit denen sie anrufen, um von sich abzulenken und Ärger zu vermeiden. Manchmal ändern sie die komplette Telefonnummer, manchmal nur die hinteren Ziffern.

Dementsprechend ändert sich auch die Liste der in einem Zeitraum aktiven Spam-Rufnummern stetig. Da ist es gut, dass viele Leidgeplagte die Spam-Rufnummern der Bundesnetzagentur melden. Diese hat die Möglichkeit, Strafen auszusprechen oder Telefonnummern sogar zu sperren. In jedem Fall legt sie aber eine Liste der Nummern an, die aktuell besonders aktiv sind.

Aktuelle Spam-Rufnummern laut Clever Dialer im Überblick

Auch der App-Betreiber „Clever Dialer“ geht ähnlich vor. Über dessen Anwendung können Nutzer Telefonnummern eingeben, von denen sie belästigt werden, und diese auf Wunsch auch blockieren. Auf Basis der Daten erstellt Clever Dialer jeden Monat eine Liste mit Spam-Rufnummern, die besonders häufig für Ärger sorgen. In vielen Fällen werden die entsprechenden Rufnummern zeitnah gesperrt.

TelefonnummerVorwahlArt des Anrufs
021195588751+49 (Deutschland)Gewinnspiel
021195588748+49 (Deutschland)Gewinnspiel
021195588757+49 (Deutschland)Gewinnspiel
021195588741+49 (Deutschland)Gewinnspiel
069200940054+49 (Deutschland)Beratung
021195588755+49 (Deutschland)Gewinnspiel
015792507290 +49 (Deutschland)Gewinnspiel
021195588742+49 (Deutschland)Gewinnspiel
069200940059 +49 (Deutschland)Verkauf
086544079442+49 (Deutschland)Verkauf
Stand: Juni 2026

Auch interessant: Telekom führt neue Funktion bei Telefonanrufen ein

Die Liste der nervigsten Spam-Rufnummern wird aktuell von mehreren Düsseldorfer Festnetznummern mit der Vorwahl 0211 angeführt, die überwiegend mit angeblichen Gewinnspielen in Verbindung stehen. Ebenfalls häufig gemeldet wurden Anrufe aus Frankfurt am Main (Vorwahl 069), darunter sowohl Gewinnspiel- als auch Verkaufsanrufe. Weitere auffällige Nummern stammen aus dem bundesweiten Mobilfunknetz sowie aus Preißing in Bayern. Laut Clever Dialer entfielen 86 Prozent der gemeldeten Belästigungen auf Spam-Anrufe, 14 Prozent hat das Portal wiederum als unseriös eingestuft.

Insgesamt sieht man jedoch erneut eine leichte Entspannung bei der Zahl unerwünschter Anrufe. Laut Clever Dialer wurden 518.640 Spam-Anrufe registriert – 13,5 Prozent weniger als im Vormonat. Gleichzeitig stieg die Zahl der Nutzerbewertungen auf 4,63 pro Spam-Anruf und damit um 11,3 Prozent. Trotz des Rückgangs bleibt Telefonspam ein Massenphänomen, wobei insbesondere Gewinnspiel- und Kostenfallen sowie neue Varianten bekannter Betrugsmaschen dominieren. Die am häufigsten gemeldete Rufnummer war +49 211 955887XX mit 62.245 Meldungen.

Die Nutzerberichte zeigen zudem, dass Betrüger zunehmend auf persönliche Ansprache setzen. Betroffene berichten von Anrufen im Namen von Gewinnspielanbietern oder Datenschutzagenturen sowie von Anrufern, die bereits persönliche Daten wie Namen, Adressen oder E-Mail-Adressen kennen und dadurch glaubwürdiger wirken. Auffällig bleibt weiterhin auch das sogenannte Number Cycling: Dabei wechseln die Täter fortlaufend die Endziffern ihrer Rufnummern, um Sperrungen zu umgehen. Besonders aktiv war im Mai der Düsseldorfer Rufnummernblock +49 211 95588XXX, aus dem mehrere der meistgemeldeten Spam-Nummern stammten.

Tellows listet ebenfalls aktuelle Spam-Rufnummern

Tellows“ ist ein weiterer Sammelpunkt, an den Betroffene lästige Anrufe melden können. Anders als Clever Dialer listet die Plattform diverse Listen, die in tagesaktuelle Meldungen und die am häufigsten gesuchten Rufnummern unterschieden werden. Aufgrund dieser zeitlichen Komponente lohnt es an dieser Stelle nicht, die einzelnen Rufnummern separat zu listen. Wer nachschauen möchte, kann dies über diesen Link tun: Tellows Statistiken.

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Spam-Anrufe blockieren

Zum Glück können Verbraucher aber etwas gegen den Telefonspam unternehmen. Hat man einen langen Atem, kann man Anrufe unbekannter Rufnummern einfach ignorieren. Noch besser ist es aber, im Internet deren Ursprung zu ermitteln. Dafür geben Verbraucher eine immer wieder auf ihrem Telefon auftauchende Spam-Telefonnummer entweder in die Suchleiste ihres Browsers ein. Man kann aber auch die Rückwärtssuche von Clever Dialer, Tellows oder ähnlichen Anbietern nutzen. Häufig lässt sich so erkennen, wer hinter den Anrufen steckt.

Ist die Nummer fragwürdig, lässt sie sich über die meisten Router und Smartphones ganz einfach und kostenfrei sperren.

Auch interessant: So findet man den Besitzer einer unbekannten Handynummer heraus

Auf dem Festnetz

Viele Router von Netgear, D-Link, die Fritzboxen von Fritz! (ehemals AVM) und weitere ermöglichen es im Menü unter dem Reiter „Telefon“ oder „Festnetz“, Rufnummern zu blockieren. Anrufe von diesen Anschlüssen werden dann nicht mehr ans Telefon durchgestellt. Es klingelt dann ganz einfach nicht mehr und der Anschlussinhaber wird nicht weiter belästigt.

Auf einigen Routern wie der Fritzbox klappt das sogar für mehrere Rufnummernbereiche. Man gibt einfach den Beginn der Nummer ein, lässt aber die Endziffern, die von den Betrügern häufig verändert werden, frei. Die Sperre greift dann für alle Anrufe mit dieser Ziffernfolge.

Auf Android-Smartphones

Auch Besitzer eines Android-Handys können Spam-Telefonnummern über ihren Google-Account sperren. Dazu öffnet man die Telefon-App ihres Smartphones und klickt in der oberen rechten Ecke auf das Symbol mit den drei Punkten. Unter „Spam“ oder „Blockieren“ lassen sich hier nun alle unerwünschten Nummern eingeben.

Wer mag, kann sogar alle unbekannten Rufnummern ignorieren. Dann stellt das Handy nur noch Anrufe von Kontakten durch, die im Adressbuch gespeichert sind. Da es dadurch allerdings dazu kommen kann, dass eventuell wichtige Anrufe nicht ankommen, sollte man die Sperre unbekannter Rufnummern zuvor genau abwägen.

Wie das Blockieren ungewollter Rufnummern funktioniert, erfährst du in unserem Video:

Auf dem iPhone

Natürlich funktioniert das Sperren bestimmter Rufnummern auch auf dem iPhone von Apple. Dafür gehen Nutzer in ihre Anrufliste und wählen den entsprechenden Anruf aus. Klicke auf den Button für weitere Informationen, dann öffnet sich eine neue Seite, auf der unten der Befehl „Anrufer blockieren“ eingeblendet ist.

Mehr dazu: So schaltet man Anrufe Unbekannter auf dem iPhone stumm

Rufen Firmen über eine blockierte Rufnummer an, können sie zwar weiterhin eine Voicemail-Nachricht hinterlassen, der Angerufene erhält jedoch keine Mitteilung darüber. Sie erfahren auch nicht, dass sie vom Empfänger blockiert worden sind.

Problem mit unbekannten Anrufen

In vielen Fällen kann die Rückverfolgung unerwünschter oder verdächtiger Anrufe aber auch scheitern, nämlich dann, wenn die Rufnummer des Anrufers gar nicht erst angezeigt wird. Statt einer Zahlenfolge erscheint auf dem Display lediglich der Hinweis „unbekannte Nummer“ oder „privater Anruf“. Das bedeutet, dass der Anrufer seine Nummer unterdrückt hat oder der Netzbetreiber die Information nicht übermittelt. Für Betroffene ist das besonders ärgerlich, da sie keinerlei Hinweise auf die Identität des Anrufers erhalten und somit weder zurückrufen noch den Ursprung des Anrufs nachvollziehen können. Dieses Vorgehen wird zunehmend von Telefonbetrügern oder Callcentern genutzt, um ihre Identität zu verschleiern und die Hemmschwelle für das Abheben zu senken.

In Deutschland ist das Unterdrücken der eigenen Rufnummer grundsätzlich erlaubt – etwa aus Gründen des Datenschutzes oder wenn jemand seine private Nummer nicht preisgeben möchte. Wer also seine Rufnummernübermittlung am Telefon deaktiviert, handelt zunächst nicht rechtswidrig. Anders sieht es jedoch aus, wenn die Anonymität dazu genutzt wird, andere zu täuschen, zu belästigen oder gar betrügerische Absichten zu verfolgen. In solchen Fällen kann das Verhalten strafrechtliche Konsequenzen haben, etwa wegen Nötigung, Betrugs oder unlauterer Telefonwerbung.

Für Unternehmen gelten zudem strengere Regeln: Wer zu Werbezwecken anruft, muss die eigene Rufnummer grundsätzlich anzeigen – anonyme Werbeanrufe sind nach § 102 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) verboten. Verstöße können mit hohen Bußgeldern geahndet werden. Verbraucher, die sich durch anonyme Anrufe belästigt fühlen, können diese bei der Bundesnetzagentur melden, die solchen Fällen nachgeht und bei Bedarf Maßnahmen ergreift.

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