Sie klingen wie echte Notrufe, nutzen künstliche Intelligenz und appellieren an unsere Hilfsbereitschaft – doch hinter vielen vermeintlichen Hilferufen steckt knallharter Betrug. Wer typische Muster erkennt, kann sich und andere schützen.
Schockanrufe bleiben eine ernsthafte Gefahr: Kriminelle setzen für Telefonbetrug zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) und emotionalen Druck, um an Geld und Daten zu kommen. Experten raten zu Vorsicht – und geben klare Verhaltenstipps.
Telefonbetrug bleibt gefährlich – vor allem durch KI-Einsatz
Betrügerische Schockanrufe sorgen weiterhin für große Schäden – oft mit dramatischen Geschichten wie Unfällen, Krankenhausaufenthalten oder Überfällen, die per Telefon, SMS, Messenger oder E-Mail vorgetragen werden. Wer solche Nachrichten erhält, sollte besonders wachsam sein, insbesondere wenn schnell Geld gefordert wird.
Aktuell setzen Kriminelle häufig auf eine angebliche „Kaution“, mit der die Untersuchungshaft eines Angehörigen abgewendet werden könne. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin stellt klar: „Sollten die Angerufenen das Wort Kaution im Gesprächsverlauf vernehmen, so können Sie sicher sein, dass es sich bei dem Anruf um einen Betrugsversuch handelt.“
Täuschend echte Stimmen durch KI
Die Täter nutzen mittlerweile auch künstliche Intelligenz, um Stimmen täuschend echt nachzuahmen. Laut Verbraucherzentrale Bremen reicht schon eine kurze Sprachprobe, etwa aus sozialen Netzwerken, um sogenannte Deepfake-Anrufe mit imitiertem Stimmenprofil zu erzeugen. Das macht es selbst für aufmerksame Menschen schwer, den Betrug rechtzeitig zu erkennen.
Die Masche bleibt dabei immer gleich: Druck aufbauen, Angst erzeugen und zur schnellen Handlung drängen – bevor das Opfer Gelegenheit hat, nachzudenken oder zu überprüfen.
Codewort vereinbaren: Lege mit Deiner Familie oder engen Freunden ein geheimes Kennwort fest, das nur Euch bekannt ist.
Telefonbucheintrag überarbeiten: Lass Dich aus dem Telefonbuch austragen oder kürze zumindest den Vornamen (z. B. H. Schmidt statt Herta Schmidt), um Rückschlüsse auf das Alter zu vermeiden. Ein Änderungsformular bietet die Kriminalprävention zum Download an.
Umfeld sensibilisieren: Informiere Angehörige und Freunde über die Masche – wer gewarnt ist, erkennt den Betrug eher.
Störenfriede blockieren: Wiederholt störende Nummern können am Smartphone gesperrt und zusätzlich bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Das klappt per E-Mail an „rufnummernmissbrauch@bnetza.de“ oder per Online-Formular. In Messenger-Diensten wie WhatsApp können Nutzer unter „Datenschutz“ die Funktion „Anrufe von Unbekannt stummschalten“ aktivieren.
Mit Material von dpa
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