Amazon will mit dem Projekt Leo Mobilfunk- und Internetdienste über Satelliten anbieten. Das Angebot soll Versorgungslücken schließen und auch Regionen ohne durchgehende Mobilfunkabdeckung erreichen. Nun hat der Konzern bei der US-Fernmeldebehörde FCC die Zulassung für bis zu 5105 Satelliten beantragt. Die Inbetriebnahme des Netzes ist für 2028 vorgesehen. Das Projekt ergänzt Amazons Pläne zum Aufbau eines weltweiten Satellitennetzes.
Amazon Leo soll Sprach- und Datendienste für Smartphones sowie Internetzugänge bereitstellen. Vorgesehen ist eine Kombination aus bestehender Mobilfunkinfrastruktur und Satellitenanbindung. Letztere soll vor allem dort zum Einsatz kommen, wo herkömmliche Netze an ihre Grenzen stoßen. Bereits im Frühjahr wurde bekannt, dass Amazon den Satellitenbetreiber Globalstar übernimmt. Dessen Infrastruktur und Frequenzspektren sollen für das Vorhaben genutzt werden.
Amazon ist mit seinen Plänen nicht allein. Auf dem Mobile World Congress im März 2026 hatten mehrere Mobilfunkanbieter vergleichbare Konzepte vorgestellt. Mithilfe von Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn sollen Regionen versorgt werden, in denen bislang keine durchgehende Mobilfunkabdeckung besteht.
Satelliten sollen Versorgungslücken schließen
Amazon setzt bei Leo auf die Zusammenarbeit mit bestehenden Mobilfunkanbietern. Kunden sollen weiterhin überwiegend über klassische Mobilfunkmasten telefonieren und im Internet surfen. Die Satellitenanbindung soll dort einspringen, wo keine terrestrische Versorgung verfügbar ist.
Dadurch könnten auch abgelegene Regionen angebunden werden, in denen sich der Ausbau klassischer Mobilfunkinfrastruktur wirtschaftlich nicht lohnt oder technisch nur schwer umzusetzen ist. Zudem sieht Amazon Einsatzmöglichkeiten in Gebieten, in denen die Installation von Funktechnik nur eingeschränkt möglich ist.
Das System soll außerdem als Ausweichlösung dienen, wenn Mobilfunk-Basisstationen nach Unwettern ausfallen oder Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Innerhalb von Gebäuden könnte die Empfangsqualität jedoch eingeschränkt sein.
Amazon hat bereits Vereinbarungen mit mehreren Telefongesellschaften geschlossen. Zu den genannten Partnern gehört auch Vodafone. Der Netzbetreiber hatte darüber hinaus gemeinsam mit AST Space Mobile den Dienst Satellite Connect Europe angekündigt.
Für Amazon Leo nennt der Konzern inzwischen auch erste technische Details. Das Netz befindet sich derzeit im Aufbau, die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen. Eine deutschsprachige Informationsseite ist bereits verfügbar. Zudem hat die Bundesnetzagentur Frequenzen für das Projekt zugeteilt.
Amazon beschreibt drei Antennenvarianten mit unterschiedlichen Leistungsstufen. Nano soll Downloadraten von bis zu 100 Mbit/s erreichen, Pro bis zu 400 Mbit/s. Beide Lösungen sind für mobile und stationäre Anwendungen vorgesehen.
Für Unternehmen und Behörden ist die leistungsstärkste Variante Ultra vorgesehen. Sie soll Downloadraten von bis zu 1 Gbit/s sowie Uploadgeschwindigkeiten von bis zu 400 Mbit/s erreichen. Als mögliche Anwendungsfelder nennt Amazon die Anbindung großer Mengen von IoT-Sensoren sowie zahlreicher HD-Kameras.
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