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So will die Telekom den Glasfaserbau endlich schneller machen

Telekom Glaserfaserbau
Mit Klebekabel will die Telekom den Glasfaserausbau vorantreiben Foto: Getty Images/Science Photo Libra
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Manuel Bauer

15. Oktober 2025, 15:30 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt nur schleppend voran – und das liegt nicht nur an fehlenden Baukapazitäten. Besonders der Anschluss innerhalb von Gebäuden, die sogenannte Netzebene 4, bereitet Probleme. Hier müssen die Leitungen vom Hausanschluss bis in die einzelnen Wohnungen gelegt werden. Gerade in Altbauten bedeutet das häufig: Wände aufstemmen, bohren und großen Aufwand betreiben.

Nach Einschätzung der Deutschen Telekom liegt eines der größten Hindernisse in veralteten Bauvorschriften. Diese sehen vor, dass Glasfaserkabel in Treppenhäusern ausschließlich unter Putz verlegt werden dürfen. Damit ist der Ausbau vor allem in denkmalgeschützten Gebäuden oder engen Altbauten kaum umsetzbar.

Selbstklebende Glasfaserkabel als Alternative

Eine mögliche Lösung kommt vom chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Das Unternehmen bietet transparente, selbstklebende Glasfaserkabel an, die sich einfach an Wänden entlangführen und sogar um Ecken legen lassen. Die Telekom möchte diese Technik auch in Deutschland einsetzen, wie sie gegenüber der „Wirtschaftswoche“ erklärte.

Doch bisher scheitert das Vorhaben an den Brandschutzvorschriften der sogenannten Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR). Diese setzt Glasfaserleitungen mit elektrischen Stromkabeln gleich – obwohl von Lichtwellenleitern kaum Brandgefahr ausgeht. Infolgedessen dürfen sie in Fluchtwegen oder Treppenhäusern derzeit nur unter Putz verlegt werden.

Telekom fordert Anpassung der Brandschutzregeln

Wie die Telekom gegenüber „Golem.de“ bestätigte, setzt sich das Unternehmen gemeinsam mit dem Bitkom-Verband und dem Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. dafür ein, die Richtlinie zu modernisieren. Durch die Zulassung der Klebekabel und sogenannten Mikroröhrchen könnte der Ausbau auf der Netzebene 4 deutlich schneller, einfacher und kostengünstiger erfolgen.

Ein renommiertes Brandschutzgutachten soll bereits belegen, dass die Technologie alle Sicherheitsanforderungen erfüllt. Zwar könne sie theoretisch schon heute genutzt werden, doch müsste das Gutachten bei jedem Bauprojekt neu vorgelegt werden – ein bürokratischer Aufwand, der den Fortschritt bremst.

Deshalb will die Telekom nun erreichen, dass die Regelung dauerhaft angepasst wird. Laut Bericht hat auch Huawei bereits beim Bundesdigitalministerium vorgesprochen, um für die neue Technologie zu werben. Sollte sich die Politik bewegen, könnte der Glasfaserausbau in Deutschland endlich deutlich an Fahrt gewinnen.

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