11. Februar 2026, 14:45 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die Produkte von Fritz! (vormals AVM) haben sich längst etabliert und bestechen für gewöhnlich mit Qualität und Zuverlässigkeit. Doch aktuell plagen viele Nutzer plötzlich einbrechende Übertragungsraten. Offenbar macht vor allem das Update auf Fritz!OS 8.2x die Fritzboxen 5690 Pro und 7690 langsamer.
Wie unter anderem „Deskmodder“ berichtet, haben sich etliche Eigentümer einer Fritzbox 5690 Pro oder einer Fritzbox 7690 in verschiedenen Diskussionsforen zu Wort gemeldet. Alle beklagen drastische Einbrüche bei der Internetgeschwindigkeit. Offenbar macht das Update auf Fritz!OS 8.2x die Geräte langsamer.
Ein weiterer Faktor soll auch sein, dass bei den Betroffenen in den meisten Fällen der Router nicht direkt am Internetanschluss, sondern über ein externes Modem in Betrieb ist, etwa am WAN- oder LAN-Port.
Mitunter wird wie bei Reddit von nur läppischen 8 Mbit/s bei einem 500er-Glasfasertarif erzählt. Im Telekom-Forum schrieb ein User mit einer 1000er-Leitung, dass die Internetgeschwindigkeit tagsüber „extrem“ absinken würde, „bis dann teilweise gar nichts mehr geht“. Erst in der Nacht würde sich das Problem wieder stabilisieren.
Hardwarebeschleunigung wohl Problemursache
In den neuen Fritzboxen sind modernste Chipsätze verbaut, mit denen die Geräte etwa für den neuen Standard Wi-Fi 7 gerüstet sind. Allem Anschein nach funktioniert aber jetzt das Zusammenspiel aus Chips und dem Betriebssystem nicht mehr richtig. Insbesondere die Hardwarebeschleunigung der Fritzbox steht im Fokus der Kritik.
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Diese Funktion soll eigentlich die CPU entlasten, indem sie Aufgaben wie die Weiterleitung von Datenpaketen (das Routing) bewältigt. Unter Fritz!OS 8.20 werden die Prozesse wohl langsamer.
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Nutzer finden Lösung – vorerst
Die naheliegende Lösung ist es demnach, die Hardwarebeschleunigung zu deaktivieren. Dazu müsse man die sonst versteckte Support-Seite der Fritzbox unter https://fritz.box/support.lua aufrufen.
Dem Bericht nach würde das auch sofort helfen – allerdings gibt es einen Haken: Dieser Weg hält nur so lange an, wie das Gerät eingeschaltet bleibt. Sollte der Router aber neu gestartet werden, aktiviert sich die Hardwarebeschleunigung erneut, da sie für die Energieeffizienz und Gesamtleistung unverzichtbar ist.
Von Fritz! gibt es bislang kein offizielles Statement zur Problematik. Für betroffene Nutzer dürfte die Situation indes besonders frustrierend sein, handelt es sich doch bei der Fritzbox 5690 Pro und 7690 um teure Flaggschiff-Modelle des Herstellers. Von daher kann man nur hoffen, dass schnell ein Bugfix erscheint.
Statement von Fritz!
Mittlerweile hat sich Fritz! per Mail direkt an TECHBOOK gewandt und folgende Erklärung abgegeben:
„Nach dem Update auf Fritz!OS 8.20 kann es in bestimmten Betriebszuständen zu leichten Performance-Veränderungen bei den genannten Modellen kommen. Wir haben das Verhalten analysiert und werden ein Update für die Modelle bereitstellen. Für die Fritzbox 7690 gibt es bereits eine Laborversion, die die Performance-Veränderung adressiert. Das Verhalten tritt nur bei aktivierter Paketbeschleunigung auf und mehrheitlich nur dann, wenn die Fritzboxen an einem Glasfasermodem betrieben werden. Bei DSL-Anschlüssen entstehen keine Performance-Veränderungen. Als vorläufigen, temporären Workaround empfehlen wir, die Funktion „Paketbeschleunigung“ in den Fritzbox-Einstellungen zu deaktivieren (Hilfe und Info > Fritzbox Support > Paketbeschleunigung).“
Eine Fritz!-Sprecherin