Einfach abziehen?

Muss ich meinen USB-Stick wirklich „sicher entfernen“?

Frau hält USB-Stick vor Laptop
Sicher entfernen oder nicht – Das ist hier die Frage
Foto: Getty Images

Die Sicher-Auswerfen-Funktion diente früher dazu, Laufwerke vor Datenverlust zu schützen. Doch mittlerweile ist sie zum Ärgernis verkommen. Das hat Microsoft jetzt auch endlich erkannt und stellt die Funktion jetzt standardmäßig ab.

Besonders in den älteren User-Generationen ist es noch ein weit verbreiteter Usus, das USB-Laufwerk vor dem Abziehen auszuwerfen, um Datenverlust zu vermeiden. Die meisten ziehen jedoch einfach nach Überspielen der Daten das Gerät aus dem USB-Port, frei nach dem Motto: No Risk, No Fun. Nun ja, nicht ganz, denn Windows ist gar nicht so doof, wie viele immer denken.

„Sicher entfernen“ ist Out

Windows kennt tatsächlich zwei verschiedene Methoden, mit USB – und Thunderbolt sowie Firewire übrigens auch – umzugehen. Das Betriebssystem unterscheidet zwischen zwei sogenannten Entfernungsrichtlinien: Schnelles Entfernen und Bessere Leistung. Bislang war es so, dass automatisch der Modus „Bessere Leistung“ als Standard festgelegt wurde. Dieser beinhaltet, dass das Laufwerk vor dem Entfernen ausgeworfen wird. Das hat sich mit dem Oktober-Update 2018 (Version 1809) nun geändert.

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Einfach abziehen oder schnellere Übertragung – Ihre Wahl

Auch wenn sich jetzt die Standardeinstellung geändert hat, gibt Windows dem Nutzer weiterhin die Möglichkeit, frei zwischen den beiden Richtlinien zu wählen. Hier einmal kurz zusammengefasst, welche der beiden was bewirkt:

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Schnelles Entfernen: Diese Richtlinie sorgt dafür, dass das USB-Gerät jederzeit entfernt werden kann. Dadurch muss der Sicher-Auswerfen-Prozess nicht durchgeführt werden, um Datenverlust zu verhindern. Allerdings werden mit dieser Richtlinie Daten nicht mehr zwischengespeichert, was zu geringerer Schreibgeschwindigkeit führen kann. Mit dieser Richtlinie sind ihre Daten auch ohne sicheres Entfernen absolut sicher. Trotzdem sollen Sie den USB-Stick nicht mitten in der Datenübertragung abziehen.

Bessere Leistung: Diese Richtlinie ermöglicht eine schnellere Datenübertragung durch Nutzung eines Caches, in dem die Daten zwischengespeichert werden. Wird diese Funktion benutzt, muss das USB-Gerät vor Entfernung jedoch ausgeworfen werden. Das verhindert, dass die Verbindung unterbrochen wird, bevor alle Daten aus dem Cache übertragen wurden.

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Während das schnelle Entfernen natürlich sehr komfortabel und als Standard-Einstellung sicher sinnvoll ist, gibt es einige Nutzer, die lieber die bessere Leistung haben möchten. Vor allem, wenn USB-Geräte wie externe Festplatten permanent als Speichermedium genutzt werden, ist die schnellere Datenübertragung oft wichtiger. TECHBOOK zeigt Ihnen daher, wie Sie die Richtlinie „Bessere Leistung“ für ein USB-Laufwerk wieder als Standard festlegen.

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So aktivieren Sie wieder das sichere Entfernen

Das praktische an den Entfernungsrichtlinien ist, dass sie für jedes einzelne USB-Laufwerk separat festgelegt werden können.

1. Finden Sie im Explorer heraus, welchen Laufwerksbuchstaben das USB-Gerät hat, für das die Richtlinie geändert werden soll.

2. Rechtsklicken Sie auf Start und wählen Sie die Option Datenträgerverwaltung.

3. Suchen Sie nach dem USB-Laufwerksbuchstaben in der unteren Hälfte der Datenträgerverwaltung.

4. Rechtsklicken Sie auf die Datenträgerbezeichnung und öffnen Sie die Eigenschaften.

5. Gehen Sie nun zu dem Tab Richtlinien und legen Sie Bessere Leistung fest.

6. Starten Sie den PC neu, um die Einstellung zu speichern.

Und wie sieht es bei Apple aus?

Unter MacOS gibt es keine Möglichkeit, den Laufwerk-auswerfen-Dialog zu umgehen. Das Betriebssystem weist jedem externen Laufwerk einen Pfad zu und speichert ähnlich wie Windows mit der Bessere-Leistung-Richtlinie Daten im Cache ab. Der Cache wird erst geleert, wenn das Laufwerk vom Nutzer ausgeworfen wurde. Bis dahin steht das Betriebssystem in ständiger Kommunikation mit dem externen Gerät, ein verfrühtes Abziehen kann also zu Datenverlust führen. Durch das Zwischenspeichern wird aber auch die Datenübertragungsrate beschleunigt, hier funktioniert der Vorgang also genau wie bei Windows.