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Diese Daten greift WhatsApp von Ihrem Handy ab

Seit der Übernahme durch Facebook hat WhatsApp den Datenschutz gelockert
Foto: Getty Images

WhatsApp selbst sagt über sich: „Schutz der Privatsphäre und Sicherheit ist in unseren Genen“. Doch wie ernst kann man diese Aussagen mittlerweile nehmen? TECHBOOK erklärt,was WhatsApp tatsächlich für Daten an sich nimmt.

WhatsApp ist trotz der negativen Schlagzeilen und Klagen über mangelhaften Datenschutz immer noch der am meisten genutzte Messenger. Ständig ist von Verbraucherschützern zu hören, der Dienst würde zu viele Daten über seine Nutzer sammeln und diese sogar an andere Dienste wie Facebook weitergeben. TECHBOOK hat nachgeforscht und herausgefunden, was das Unternehmen alles über Sie weiß und wofür die Daten genutzt werden.

Welche Daten erfasst WhatsApp?

WhatsApp sammelt generell alle Daten, die von den Nutzern selbst angegeben werden, wie etwa den Anzeigenamen, Geburtstag, Telefonnummer, Status und Profilbild. Normalerweise werden Nachrichten nicht auf den Servern gespeichert. Nur wenn die Nachricht noch nicht empfangen wurde, wird sie für 30 Tage zwischengespeichert und danach automatisch gelöscht. Wenn Sie Nachrichten aus Versehen löschen und wiederherstellen, wird ein Backup benutzt, das lokal auf dem Smartphone gespeichert wird und nicht auf den WhatsApp-Servern. Sobald das Backup jedoch in der Cloud gespeichert wird, sind die Daten angreifbar.

Fotos etwa werden für einen kurzen Zeitraum zwischengespeichert, dann aber laut WhatsApp entfernt und unlesbar gemacht. Der Dienst liest zudem alle Kontakte aus dem Adressbuch aus und speichert sie, um sie regelmäßig abzugleichen.

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Das war aber noch längst nicht alles: Nicht nur kann der Messenger den Standort über GPS, mobile Daten und WiFi bestimmen, sondern auch verfolgen, wenn ein Anruf getätigt wird und in diesem Zusammenhang Telefonnummer und Gerätenummer herausfinden. Zwar weiß WhatsApp nicht, was der Inhalt des Gesprächs ist und kann bei aktiver End-to-End-Verschlüsselung auch keine Nachrichten lesen – aber darum geht es aber auch gar nicht. Der Dienst ist vielmehr an Metadaten – also Informationen über die Daten selbst – interessiert und verfolgt daher Sender und Empfänger, sowie den Ort und Zeitpunkt, an dem die Nachricht geschickt wurde. Mit diesen Infos ergibt sich ein umfangreiches Bild über die Person – ein Vorgang, der Profiling genannt wird.

Worauf kann Facebook zugreifen?

Seit der Übernahme im Jahr 2014 durch Facebook hat WhatsApp seine Datenschutzregelung geändert und angefangen, die mit verknüpften Telefonnummern und andere Account-Informationen mit dem sozialen Netzwerk zu teilen. Als ob Profiling durch WhatsApp selbst nicht schon bedenklich genug wäre, kann Facebook die geteilten Daten dazu benutzen, die eigenen Benutzer-Profile um fehlende Informationen zu ergänzen.

Zwar bietet WhatsApp an, innerhalb der ersten 30 Tage nach Installation die Freigabe von Daten an Facebook zu unterbinden. Jedoch ist dies laut TechCrunch.com nur ein unvollständiger Schutz, der nur verhindert, dass Facebook die Daten für gezielte Werbung und ähnliches verwenden kann. Denn in den Rechtlichen Hinweisen von WhatsApp steht über mit WhatsApp verbundene Unternehmen (wie Facebook):

„sie können mithilfe der Informationen, die wir mit ihnen teilen, unsere Dienste sowie ihre Angebote betreiben, bereitstellen, verbessern, verstehen, individualisieren, unterstützen und vermarkten“

und:

„wir können deine Informationen an jedwedes unserer verbundenen Unternehmen oder Nachfolgeunternehmen bzw. jeden neuen Eigentümer übertragen“

Das bedeutet, dass Facebook unvollständige Profile ohne Telefonnummer mit den Accountinformationen von WhatsApp kombinieren und so ein vollständigeres Bild schaffen kann, ohne dass der Nutzer dem gesondert zugestimmt hätte.

Stellen Sie sich vor, sie haben ein privates Facebook-Profil, auf dem die Telefonnummer nicht angegeben ist. Wenn Sie WhatsApp beruflich nutzen, können Ihre Business-Partner nun auf einmal die Telefonnummer in Ihrem Facebook-Profil entdecken. Klingt nach einem Datenschutz- Albtraum? Nutzer im Forum der Seite iMore.com berichten, dass Sie plötzlich auf Facebook Nachrichten von Leuten bekamen, mit denen sie vorher nie Kontakt hatten – außer über die mit WhatsApp verknüpfte Nummer.

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Wegen der Undurchsichtigkeit dieser Regelung hat die französische Nationale Kommission für Informatik und Freiheiten (CNIL) bereits letztes Jahr eine Erklärung von WhatsApp darüber verlangt, wie Daten für die Übertragung zu Facebook verarbeitet werden und das Unternehmen dazu aufgefordert, den Transfer zu unterbinden. Die Kommission hat festgestellt, dass Informationen wie Telefonnummer und Nutzungsgewohnheiten geteilt werden und es, abgesehen von der Deinstallation, keinen Weg gibt, dies zu unterbinden. Nachdem WhatsApp dieser Forderung nicht nachgekommen ist, hat die CNIL am 18. Dezember eine Stellungnahme innerhalb eines Monats gefordert.

Was kann ich tun, um meine Daten zu schützen?

Als erste Maßnahme sollten Sie das Teilen von Account-Informationen mit Facebook ausschalten. Beachten Sie, dass dies nur innerhalb der ersten 30 Tage nach Installation des Messengers möglich ist. Die Option kann bei der Installation direkt über die Nutzungsbedingungen ausgeschaltet werden oder nachträglich über Einstellungen→Account→Meine Account Info teilen.

Zum Schutz des Inhalts Ihrer WhatsApp-Nachrichten bietet der Messenger End-to-End-Verschlüsselung, wodurch niemand bis auf die Nutzer selbst die Nachrichten lesen können. Die Verschlüsselung ist jedoch nur aktiv, wenn auf beiden Enden des Chats die aktuellste Version von WhatsApp benutzt wird. Sie sollten WhatsApp daher immer auf dem neuesten Stand halten, um End-to-End-Verschlüsselung zu gewährleisten und auch sonstige Sicherheitslücken zu schließen.

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Sie können verhindern, dass WhatsApp auf Ihre Kontakte zugreift, indem sie der App in den Einstellungen Ihres Smartphones den Zugriff darauf verbieten. Dadurch werden allerdings keine Namen mehr angezeigt, sondern nur noch die Telefonnummern selbst. Die Benutzung wird daher erheblich erschwert, weshalb dieser Schritt generell nicht zu empfehlen ist.

Als letztes Mittel können Sie nur WhatsApp deinstallieren und einen anderen, sichereren Messenger installieren. Eine hervorragende Alternative ist Telegram, das ebenfalls End-to-End-Verschlüsselung bietet und im Gegensatz zu WhatsApp keine Daten über die Benutzer abschöpft. Der Dienst erfreut sich in den letzten Jahren einer stetig wachsenden Community, kommt jedoch nicht an die Nutzerzahlen von WhatsApp heran. Welche Alternativen es noch gibt, lesen Sie in diesem Artikel.